Hanse 461 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Judel/Vrolijk·2005·Hanse Yachts
Hanse 461 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
45.93' · 14 m
Verdr.
26.235 lbs · 11.900 kg
Erstes Baujahr
2005

Die Hanse 461 kam 2005 als 46,5 Fuß lange PerformanceFahrtenyacht auf den Markt, entworfen von Judel/Vrolijk mit InnenraumDesign von Birgit Schnaase aus Hamburg. Die Werft Hanse selbst präsentierte das Boot als ein Schiff voller Kontraste – manche wurden von seiner Schönheit angezogen, andere von seiner Geschwindigkeit – und weigerte sich zu sagen, was wichtiger sei, mit der Begründung, es gäbe keine einfache Antwort. Diese Spannung zwischen Eleganz und Geschwindigkeit liegt im Kern des Designs und zeigt sich in der Behandlung von Rumpf und Aufbau, nicht in abstrakten Marketingkonzepten.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
45,93 ft
Länge an Deck
46,58 ft
Länge in der Wasserlinie
41,34 ft
Breite
14,67 ft
Tiefgang
7,55 ft
Maximale Stehhöhe
6,58 ft
Durchfahrtshöhe
80,15 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
7.584 lbs (Blei)
Verdrängung
26.235 lbs
Wasserkapazität
106 gal
Kraftstoffkapazität
66 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
65,62 ft
Unterliek Großsegel
18,7 ft
Vorsegeldreieck Höhe
62,62 ft
Vorsegeldreieck Basis
17,45 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
65,01 ft
Segelfläche
1.160 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
21,02
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
28,91
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
165,78
Komfort-Ratio
26,55
Kenterungsverhältnis
1,98
Rumpfgeschwindigkeit
8,62 kn

Design und Konstruktion

Die 461 verbindet eine elegante Form der Aufbauten mit schnellen Rumpflinien, die als einheitliche visuelle und hydrodynamische Aussage wirken. Sie ist im Epoxid-Sandwichverfahren und im Vakuumsackverfahren gebaut – ein Konstruktionsansatz, den Hanse Mitte der 2000er Jahre auf ausgewählten Modellen seiner gesamten Modellpalette eingeführt hat. Unter dem Styling befindet sich ein Bleikiel und eine vom Hersteller als moderne Ruderkonstruktion beschriebene Bauweise. Das Standard-Wasserlinienprofil weist einen Tiefgang von 8 Fuß 5 Zoll auf, wobei der mittlere Tiefgang bei 7 Fuß 6 Zoll liegt und eine Flachkiel-Version mit 6 Fuß 4 Zoll Tiefgang erhältlich ist. Die Rumpfform selbst ist breit – 14 Fuß 7 Zoll Breite bei einer Länge über alles von 45,93 Fuß, was einem L/B-Verhältnis von 3,18 entspricht – mit kurzen Enden und einem sehr breiten Heck, das in Kombination mit einem hohen Freibord optische Masse gegen echtes Innenraumvolumen eintauscht. (1)

Rigg und Handhabung

Vorn ist das Deck bündig, und dieser Detail sorgt für echte Vorteile: Es ermöglicht es der Selbstwendefock, weit außen am Wind zu laufen – etwas, was ein herkömmlicher Kajütaufbau normalerweise verhindert. Das Rigg ist als 7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen ausgeführt, und Fallen sowie Trimmleinen sind vom Mast nach achtern zu einer Püttinge an Backbord und Steuerbord geführt, was das Arbeitsdeck frei hält. Unter Verwendung der vom Hersteller angegebenen Segelflächen für die Selbstwendefock und das Großsegel ergibt sich ein SA/D-Wert von 22,59, was zu den Leistungsversprechen des Performance-Cruisers passt. Zwei Steuerräder steuern ein Spatenruder und öffnen einen freien Weg zur Badeplattform über dem breiten Heckspiegel.

Unterbringung

Die Innenausbauarbeiten von Schnaase bieten dem Boot eine Auswahl zwischen einer Zwei-Kabinen- und einer Drei-Kabinen-Version, wobei letztere auf drei verschiedene Weisen konfiguriert werden kann. In der Zwei-Kabinen-Version kann ein Duschraum bestellt werden, der zwar in die Eignerkabine hineinreicht, aber einen direkten Zugang zum WC aus dieser Kabine ermöglicht; die Sitzecke dort kann als L-förmige Sofakombination mit Mittelsitzen oder als Tisch mit Klappleisten und einer geraden Sofakiste an Steuerbord gestaltet sein. Die Drei-Kabinen-Layouts bieten zwei oder drei Nasszellen, jedoch keine Option für einen Duschraum, und die Kabinen können achtern oder vorn platziert werden. Der Salon erstreckt sich nicht über die gesamte Breite – das Boot ist dafür zu breit –, sodass der Essbereich in getrennte Backbord- und Steuerbordzonen unterteilt ist, während die gegenüberliegende Möblierung als Entertainment-Zentrum dient. Mit der Eignerkabine achtern wirkt das Layout königlich, doch dahinter befindet sich weiterhin eine Achterluke. Ein großer Ankerkasten im Vordeck rundet das Stauraumkonzept ab.

Cockpit und bekannte Schwachstellen

Die Fahrtenplicht ist komfortabel, aber die hohe und dicke Süll im Vorschiff vor den Steuerrädern fiel einem Testsegler als unpraktisch auf: Sie sieht so aus, als müsste man darüber steigen, und die Crew muss auf die Süll treten, wenn sie zwischen Plicht und Seitendecks wechselt. Das ist das einzige ergonomische Manko, das bei der Betrachtung des ansonsten offenen und zugänglichen Achtercockpits mit seinen beiden Steuerrädern hervorgehoben wurde.

Das Fazit

Die Hanse 461 ist ein bewusst polarisierendes Boot – gleichzeitig volumenreiche Fahrtenyacht und leicht aufgetakelter Performance-Rumpf – und die im Vakuumsack verklebte Epoxid-Bauweise mit Bleiballast verleiht ihr eine strukturelle Solidität, die über den Massenmarkt-Normen ihrer Ära hinausgeht. Das flache Vordeck und die Spur der Selbstwendefock sind echte funktionale Gewinne, und die Flexibilität des Innenraums unter Schnaase ist in dieser Größenklasse ungewöhnlich. Die Süllklappe bleibt die einzige anhaltende Kritikpunkt.

Vorteile

  • Epoxid-Sandwichbauweise im Vakuumsackverfahren mit Bleikiel und modernem Ruder
  • Das flache Vordeck ermöglicht eine vollständige Bahn für eine Selbstwendefock an Backbord
  • Große Breite und hohes Freibord sorgen für reales Innenraumvolumen und flexible Aufteilungsmöglichkeiten
  • Prunkvolle Eignerkabine achtern mit beibehaltenem Raum in der achteren Backskiste

Nachteile

  • Das hohe Süll vor den Steuerrädern zwingt dazu, auf dem Deck zu stehen anstatt darüber zu gehen
  • Die Drei-Kabinen-Layouts verzichten auf eine Option mit eigener Nasszelle

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