Design und Konstruktion
Hanse baute die 415 als modulare Serienyacht mit Dutzenden von Individualisierungsoptionen, die in einer breiten Palette von Rumpelfarben und Innenausbauten angeboten wurde – von Standard-Mahagoni bis hin zu amerikanischer Kirsche oder italienischem Eichenholz. Strukturell ist der Rumpf unter der Wasserlinie aus massivem GFK gefertigt, während Hanse im Überwasserschiff und im Deck einen Balsakern verwendete. Ein Vinylester-Layer neben dem Gelcoat wurde hinzugefügt, um Osmose zu verhindern. Der Standardkiel ist eine eiserne L-Kiel-Struktur, die mit Edelstahlbolzen befestigt ist, und ein tiefer T-Kiel war optional erhältlich. Der standardmäßige T-förmige Kiel weist einen Tiefgang von 6 Fuß 9 Zoll auf, wobei ein flacher L-Kiel 1 Fuß 2 Zoll Ersparnis für flachere Gewässer bietet. Breite Seitendecks und gute Handläufe entlang des Kajütaufbaus machen sich unterwegs sehr stabil bewegen, und der durchsichtige Polycarbonat-Niedergangsschieber mit klappbaren Lukendeckeln ist ein feiner Touch. Ein praktisches Ärgernis befindet sich jedoch an Deck: Die nach außen öffnenden Luken entlang des Kajütdachs können zu echten Stolperfallen werden. (2)
Rigg und Handhabung
Die 415 ist mit einem an Deck gesteppten 7/8-Rigg mit Baummitte-Schotführung ausgestattet. Das Großsegel mit Volllatten kann mit Lazy-Jacks und einem StackPack oder als Mastfurlung gefahren werden und wird von einer selbstwendenden Fock hoch am Wind angetrieben. Eine leicht überlappende 106-Prozent-Genua ist optional erhältlich. Auf raumen Kursen lässt sich ein asymmetrisches Segel über eine eigene Umlenkrolle auf der einzelnen Ankerwinde setzen. Da die Wanten weit außen angeschlagen sind, bleiben die Decks breit und frei. Es gibt keine Winschen auf dem Kajütaufbau; die Fallwinschen sind weiter achtern auf dem Cockpitsumlauf nahe den Primärleinen positioniert, und die Leinen – Reffleinen, Fallen, Schoten – sind zu Winschen direkt vor den beiden Steuerständen geführt. Die dänische Steueranlage Jefa ist Standard, und das Boot blieb auch in Böen fest unter Kontrolle. Elektrische Winschen sind optional für bedienungsfreies Segeln verfügbar.
Leistung unter Segeln und Motor
Die Polardiagramme der Werft deuten darauf hin, dass sie bei einer Brise von 14 Knoten und 40 Grad scheinbarer Windrichtung mit 6,7 Knoten segelt, und bei 20 Knoten scheinbarer Windstärke auf Halbwindkurs sollte das Maximum über neun Knoten liegen. Unter Motor schiebt der standardmäßige 38-PS-Volvo mit Saildrive sie auf flachem Wasser bei etwa 7 Knoten bei 2600 U/min voran. Die Juroren des Boot of the Year fanden das Boot mit diesem Standardmotor jedoch etwas unterdimensioniert; eine 55-PS-Option eignet sich für alle, die viel motoren werden.
Unterbringung
Die Aufteilung gliedert sich in vordere, mittlere und achtere Zone. Im Vorschiff befindet sich die Eignerkabine mit einer einfachen V-Koje, die entweder mit oder ohne optionales WC angeboten wird. Im mittleren Bereich liegen der Salon, die Haupttoilette mit separater Dusche gegenüber der Pantry und eine variable Pantry; der Salon ist durch zwei übereinanderliegende Decksluken hell erleuchtet und verfügt über eine U-förmige Sitzecke an Steuerbord, deren klappbarer Tisch zu einer Koje wird, sowie an Backbord einen Navigationstisch, der auf Bolzen in eine gerade Sitzecke abgesenkt werden kann. Achtern stehen entweder zwei Kabinen oder eine Kabine mit einem Arbeitsraum an Steuerbord und/oder einer Backskiste zur Verfügung; die Standard- und beliebteste Version mit zwei Kabinen und einer Toilette gewinnt durch einen riesigen Stauraum, der sowohl vom Cockpit als auch von den Innenkabinentüren aus zugänglich ist, obwohl die Achterkabinen zwar ordentlich groß, aber nur spartanischen Stauraum bieten. Die L-förmige Pantry ist mit Griffleisten an den Arbeitsplatten und Schubladenkühlschrank ausgestattet, doch die Standardpantry könnte eine Aufrüstung auf einen dreiflammigen Herd und eine Mikrowelle vertragen. Sowohl Versionen mit drei Kabinen/zwei Nasszellen als auch mit zwei Kabinen ein oder zwei Nasszellen waren erhältlich. (1)
Das Fazit
Die Hanse 415 ist eine durchdachte moderne Fahrtenyacht: ein modularer, anpassungsfähiger Rumpf mit einem übernommenen, effizienten Rigg, breiten, frei zugänglichen Decks und einem hellen, flexiblen Innenraum, der das Stauraumkonzept mit zwei Kabinen optimal nutzt. Sie segelt dank ihrer langen Wasserlinie sehr agil und lässt sich mit einer Selbstwendefock auch mit kleiner Crew leicht handhaben, obwohl der Standardmotor etwas schwach wirkt und die Niedergangsluken Pflege erfordern.
Vorteile
- Verlängerte Wasserlinie und derselbe Segelplan wie die 400 sorgen für eine schnelle, ausgewogene Fahrtenyacht
- Breite, freie Decks durch außenliegende Wanten und keine Winschen auf dem Kajütaufbau
- Modulare Aufteilung mit großem Stauraum im Heck in der Zwei-Kabinen-Version
- Überwasserschiffe mit Balsakern und Vinylester-Blasenschutz
Nachteile
- Der standardmäßige 38 PS Motor wurde von den BOTY-Juroren als etwas unterdimensioniert empfunden
- Die nach außen öffnenden Kajütaufbaufenster stellen eine Stolperfalle für die Knöchel dar
- Die Achterkabinen bieten nur spärlichen Stauraum
- Die Standardpantry profitiert von kostenpflichtigen Upgrades









