Hanse 430 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Judel/Vrolijk·2005·Hanse Yachts
Hanse 430 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
43.63' · 13.3 m
Verdr.
24.030 lbs · 10.900 kg
Erstes Baujahr
2005

Die Hanse 430 ist eine 43FußFahrtenyacht als Einrumpfboot, die von Judel/Vrolijk für Hanse Yachts entworfen wurde. Die Produktion reicht bis ins Jahr 2005 zurück, wobei die im Epoxidverfahren gebaute Variante 430e erstmals 2006 auf Kiel gelegt wurde. Mit etwas über 43 Fuß Länge in der Wasserlinie liegt das Design genau im mittleren Bereich der damaligen Modellpalette der Werft. Das Suffix „e“ steht für ein Upgrade auf eine Epoxidbauweise, die von Hanse weitgehend als überlegen gegenüber der Standard430 beschrieben wurde. Mit einer Breite von fast 13 Fuß 9 Zoll und einer Verdrängung von rund 24.000 Pfund bei etwa 7.000 Pfund Bleiballast ist die 430e eine solide Plattform für Küsten und OffshoreEinsätze, die von IMCI mit der CEKategorie A zertifiziert ist.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
43,63 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
39,37 ft
Breite
13,71 ft
Tiefgang
7,22 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
7.055 lbs (Blei)
Verdrängung
24.030 lbs
Wasserkapazität
86 gal
Kraftstoffkapazität
61 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
58,07 ft
Unterliek Großsegel
19,52 ft
Vorsegeldreieck Höhe
59,05 ft
Vorsegeldreieck Basis
15,42 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
61,03 ft
Segelfläche
1.022 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
19,63
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
29,36
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
175,8
Komfort-Ratio
27,96
Kenterungsverhältnis
1,9
Rumpfgeschwindigkeit
8,41 kn

Design und Konstruktion

Die 430e ist aus GFK gebaut, und die Epoxid-Variante wurde als Aufstieg gegenüber dem Standardrumpf angeboten. Äußerlich ist das „e“ an größeren Fenstern im Kajütaufbau, feiner ausgearbeiteten Deckslinien und einem dunklen Streifen in der Mitte des Kajütdachs zu erkennen, in dem getönte Sterngucker und bündig eingelassene Decksluken mit größeren Fenstern im Kajütaufbau untergebracht sind. Der Rumpf ist mit einem Flossenkiel mit Bulbkiel und einem Spatenruder ausgestattet; die Version mit tiefem Kiel hat einen Tiefgang von etwa 2,20 m (7 Fuß 3 Zoll) und die Flachkiel-Version von 1,80 m (5 Fuß 11 Zoll). An Deck sind das Selbstwendefocksystem und die Luken in das Bündendeck integriert, um den Bewegungsfreiraum unter Segeln sicher zu halten, und die Seitendecks sind breit und frei von Hindernissen. Die Aluminium-Fußreling ist glatt und weist keine Löcher oder Aussparungen für Segelblöcke oder Fenderhalter auf, während der geteilte Heckkorb über eine ordentliche Edelstahl-Ankerrolle verfügt, bei Bedarf Platz für einen doppelten Anker bietet, sowie einen tiefen Ankerwinkel mit einer im Unterdeck montierten Rollanlage. (1)

Rigg und Handhabung

Die Segelhandhabung auf der 430e ist bewusst auf ein Minimum reduziert. Das Boot verfügt über ein 7/8-Slup-Rigg mit einer echten Selbstwendefock, was das tägliche Segelerlebnis verändert, kombiniert mit einer Großschot im A-Stil, die den Traveller für die Selbstwendefock überflüssig macht. Die Kontrollleinen vom Mast laufen nach achtern unter abnehmbaren GFK-Platten und direkt unter dem Deck hindurch, wodurch sie aus dem Blickfeld und aus dem Weg geräumt werden. Die Genuaschiene und die Stagen sind innen an der Kajütaufbauten montiert, und der offene Spiegel wird durch ein einzelnes Achterstag mit hydraulischer Trimmvorrichtung geteilt. Alle wichtigen Bedienelemente sind im Cockpit konzentriert, das fast so breit wie der Rumpf selbst ist. Hinter den beiden auf Sockeln am Heck positionierten Steuerständen befinden sich bündige Sülls, dazwischen liegt eine zentrale klappbare Tischplatte mit Sitzen direkt im Vorschiff. Die Plicht dient gleichzeitig als Badeplattform. (2)

Unterbringung

Unter Deck setzte Hanse den 430e in seinem modernistischen Stil um und erweiterte das Individual Cabin Concept auf dieses Mittelklasse-Modell, wobei verschiedene Kabinenaufteilungen aus einem Modul-Set angeboten werden. Die Hauptkabine ist im Grundriss traditionell gestaltet, mit einer U-förmigen Sitzecke an Steuerbord und Sitzgelegenheiten, die an Backbord durch einen kleinen Schrank getrennt sind. Die L-förmige Pantry an Steuerbord verfügt über eine tiefe Doppelspüle nahe der Mittellinie, ein klappbares Regal, das den begrenzten Arbeitsplatz spürbar vergrößert, reichlich Schränke und eine Handreling auf der Arbeitsplatte; über dem Bereich befindet sich nur ein kleines, öffnendes Bullauge, obwohl die großen Fenster der Hauptkabine zur Belüftung geöffnet werden können. An Backbord liegt die Nasszelle mit separater Dusche und einem öffnenden Bullauge, alles in weißem GFK für einfache Reinigung. Zwei Achterkabinen flankieren den Niedergang mit großzügigen Doppelkojen und ausreichend Stauraum. Im Vorschiff befindet sich die V-Koje mit einer versetzten Koje an Steuerbord, einem Stauraumschrank an Backbord mit Schreibtisch, einer eigenen Nasszelle an Steuerbord mit Dusche sowie zwei kleinen, öffnenden Bullaugen und einer großen Luke. Ein praktischer Nachteil: Auf den Niedergangsstufen fehlen ausreichende Handläufe, an denen man sich bei Seegang festhalten kann.

Bekannte Schwachstellen

Eigner berichten häufig über Probleme mit den Bullaugen und Fenstern, darunter Risse und Undichtigkeiten, sowie über Ruderprobleme wie Delamination oder Wassereintritt. Zudem gibt es zahlreiche Forenbeiträge zu allgemeinen elektrischen Schwierigkeiten unter Hanse-Eignern. Keines dieser Probleme wird als systemischer Mangel dargestellt, aber sie werden regelmäßig in den Eignergemeinschaften als Schwachpunkte genannt.

Das Fazit

Die Hanse 430e ist eine durchdacht modernisierte Fahrtenyacht, die die traditionelle Komplexität beim Handling der Leinen gegen ein selbstwendendes Rigg ohne Traveller und eine auf das Cockpit ausgerichtete Bedienung aufgibt – verpackt in einen epoxidharzverkleideten Rumpf mit CE-Zertifizierung der Kategorie A. Die Unterbringung ist im Vorschiff modulär und luftig gestaltet, obwohl dem Niedergang keine Handläufe fehlen und die Pantry-Be- und Entlüftung eher bescheiden ist. Potenzielle Eigner sollten ein Budget für Fenster, Ruder und elektrische Systeme einplanen.

Vorteile

  • Selbstwendefock und die A-Typ-Großschot vereinfachen das Segelhandling auf das Wesentliche
  • Epoxid-E-Bauweise als dokumentierte Upgrade-Version gegenüber dem Standard-430
  • Breite, flache Plicht mit allen Bedienelementen nach achtern verlegt und gut erreichbar
  • Modulare Innenraumaufteilung unter Deck mit großzügigen Achterkabinen und einer vorderen Nasszelle

Nachteile

  • Die Niedergangsstufen verfügen über keine ausreichenden Handläufe für die Nutzung im Seegang
  • Berichte von Eignern nennen undichte Fenster, Wasser im Ruderhaus und elektrische Schwachstellen
  • Die Pantry bietet nur begrenzte Arbeitsfläche und lediglich ein kleines, klappbares Bullauge über der Pantry

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