Design und Konstruktion
Die 411 ist bis zur Wasserlinie aus massivem GFK und im Überwasserschiff sowie Deck mit einem Balsakern gebaut – ein robustes Laminat, das Canadian Boating als solide und widerstandsfähig beschrieb. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist mit einem Aluminium-Fußreling durchgebolzt und anschließend verklebt, eine zweistufige Verbindung, die sich nicht allein auf Klebstoff verlässt. Der Kiel ist ein wirklich cleveres Zweiteilersystem: Ein gusseiserner Flossenkiel trägt einen mit ihm durchgebolzten Bleiboden, der bei einer schweren Grundberührung als Stoßdämpfer wirkt, um Schäden am Rumpf zu minimieren. Das Boot ist mit einem Flossenkiel und Bulbkiel gebaut, wobei das Blei tief im Profil in Kombination mit einer großen Breite auf der Wasserlinie für eine bemerkenswerte Stabilität sorgt. Der Mast ist an Deck gesteppt, wobei der Maststütze direkt hinter dem Hauptschott positioniert ist, sodass sie den Wohnraum nicht einschränkt. Da Hanse für Beschläge und Hardware computergestützte Konstruktionen verwendet, passen nachträgliche Anpassungen sauber in das Design. (1)
Rigg und Handhabung
Die 411 ist mit einem 9/10-Rigg als 7/8-Slup mit zwei Salingen ausgestattet, das ein großes Großsegel von rund 49 Quadratmetern und eine Selbstwendefock von fast 43 Quadratmetern trägt. Das Decks-Layout vereinfacht die Bedienung, indem es die Leinen nach achtern führt, was das Einhandsetzen zum Kinderspiel macht. Das System der selbstrollenden Fock ist schnell und einfach; ihre Schot läuft durch den Mast mit nach achtern geführten Trimmleinen. Der Traveller der Großschot befindet sich direkt vor dem Niedergang, und auch die Großschot selbst ist nach achtern geführt, was den Trimm an der Radsteuerung zentralisiert. Ein Maindrop-System mit Lazy-Jacks klemmt das Großsegel beim Bergen im Baum ein, und eine elektrische Harken-Winsch auf dem Testboot hob und senkte das große Großsegel mit minimalem Aufwand. Auf dem Wasser beschleunigt sie nach Wenden schnell, und der breite Segelplan ermöglicht ihr gleichermaßen gute Leistungen bei leichtem Wind wie bei starkem Wind. Eine Hanse 411 namens Fram gewann eine Einhandregatta auf dem Bodensee – ein eindrucksvolles Beispiel für die Geschwindigkeit dieser Plattform unter einer Hand. (1)
Unterbringung
Unter Deck verweist die Werft auf Einflüsse im Stil von Neuengland: weiße Schotten und ein leicht zu entfernender Deckenverkleidung, der auch den Zugang zur Elektrik durch ein klappbares Panel öffnet. Es wurden verschiedene Innenraumvarianten angeboten, mit einer Basisausstattung von vier Kojen und optionaler Erweiterung auf sechs oder acht. Die vordere Hauptkabine des Testbootes bot eine große Doppelkoje und einen geschwungenen Schminktisch an Steuerbord; eine zusätzliche Nasszelle mit Dusche kann ebenfalls im Vorschiff untergebracht werden. Eine praktische Stauraumbox an Steuerbord achtern konnte beim Testboot für zusätzliches Equipment oder eine weitere Kabine umgebaut werden. Das Cockpit ist ein starkes Element: Ein großes, lederbezogenes Steuerrad sorgt für hervorragende Sicht nach Luv, praktische Fußstützen helfen beim Abstützen, und ein zweiter Klapp-Tisch hängt an der Steuersäule. Der Salon ist 2,00 Meter hoch.
Ausrüstung und Systeme
Die Ruderanlage ist ein Whitlock-Rack-and-Pinion-System auf Rollenlager, und traditionelle Lieferanten wie Harken, Spinlock und Whitlock sind im gesamten Boot zu finden. Die Ankerwinde befindet sich im Vorschiff über einem tiefen Ankerkorb für die automatische Aufbewahrung der Ankerkette, und die Rollanlagen stammen von Facnor. Die Motorisierung variiert je nach Quelle: Die technische Datenblatt listet einen 56 PS Yanmar auf, während ein Gutachten einen Volvo Penta MD2030 mit 30 PS und einen D2-55 mit 55 PS als installierte Optionen mit Saildrive vermerkt, was berechnete Höchstgeschwindigkeiten von etwa 5,5 bzw. 7,5 Knoten ergibt; die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 8,0 Knoten. Die Kraftstoffkapazität beträgt 90 Liter und die Wassertankkapazität 220 Liter.
Das Fazit
Die Hanse 411 ist ein durchdacht konstruierter 40-Fuß-Segler, der für das Segeln mit kleiner Crew über seine Länge hinausragende Leistungen erbringt. Die nach achtern verlegten Bedienelemente, die Selbstwendefock und die elektrische Großschotführung eliminieren das Problem des Crewgewichts, während der zweiteilige Blei-Eisen-Kiel ein seltener, grundberührungsstabiler Detail dieser Größe ist. Ihr Überwasserschiff mit Balsakern und die laminierte Kiel-Rumpf-Verbindung zeugen von einer Ära solider Bauweise, und die große Breite bietet sowohl Stabilität als auch reichlich Innenraumvolumen. Sie ist keine Leichtgewicht-Regattayacht, aber das moderate Verdrängungs-Längen-Verhältnis ordnet sie zu den fähigen Cruiser-Rennern ein.
Vorteile
- Zwei-geteilter Kiel mit absorbiertem Bleikern für Schutz bei Grundberührungen
- Ruder und Großschot nach achtern geführt mit Selbstwendefock für einfaches Einhandsegeln
- Solides GFK unter der Wasserlinie mit laminiertem und verbolztem Rumpf-Deck-Verbindung
- Stabile Plattform durch niedrigen Bleiballast und große Breite in der Wasserlinie
Nachteile
- Das Überwasserschiff und das Deck mit Balsakern bergen bei mangelnder Pflege ein inhärentes Risiko für Feuchtigkeitseintritt
- Die Motor- und Riggdaten variieren bei den einzelnen Exemplaren erheblich








