Design und Konstruktion
Die 415 wurde aus der vorhandenen Rumpfform der 410 entwickelt. Sie behält das bisherige Rumpfdesign von Marc Lombard bei und erhält zusätzlich einen größeren Querschnitt am Spiegel. Der Rumpf selbst zeichnet sich durch ein negativ geformtes Vorsteven aus, das frei über dem Wasser liegt, sowie durch eine kontinuierliche, ausgeprägte Kimm entlang des Spiegels mit einem abfallenden Heckspiegel. Zwei Ruderblätter mit selbstausrichtenden Lagern liegen unter der Wasserlinie, und die Werft weist auf insgesamt geringere Baukosten hin. Der Standardkiel hat einen Tiefgang von 7 Fuß 4 Zoll, wobei eine Flachkiel-Version mit 5 Fuß 2 Zoll Tiefgang angeboten wird. Unter den drei möglichen Kielkonfigurationen ist auch ein Schwenkkiel erhältlich. Bei einer Verdrängung von 17.637 Pfund und 4.416 Pfund Eisenballast liegt das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) bei fast 26 Prozent, und der verbreiterte Spiegel verleiht ihr eine Breite von 13 Fuß 1 Zoll. (1)
Rigg und Handhabung
Über Deck trägt die 415 ein 7/8-Rigg mit einer großzügigen Segelfläche von 865 Quadratfuß und vier möglichen Segelplänen zur Auswahl. Die Genuaschoten laufen durch ein einfaches 3D-System aus reibungsarmen Ringen, das Genuakarren und -schienen überflüssig macht, wodurch das Vordeck vereinfacht und Stolperfallen minimiert werden. Testsegler auf Baunummer 2 der Serie stellten das Großsegel auf einem höheren, modifizierten Z-Spar-Mast auf und rollten eine überlappende Genua aus. Sie erzielten eine gute Reisegeschwindigkeit von 6,1 Knoten bei 2.300 U/min und erreichten einen Spitzenwert von 7,2 Knoten bei 3.100 U/min. Bei einem wahren Wind von 14 bis 16 Knoten liefen sie problemlos 7 Knoten Geschwindigkeit ohne Reff, und selbst bei gelegentlichen Böen lag keine Luvgierigkeit vor; bei einem scheinbaren Windwinkel von 50 Grad segelte sie absolut stabil. Ein Code Zero auf einer Rollfock vergrößert die Segelfläche um weitere 704 Quadratfuß für leichtere Bedingungen. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Interieur ein völlig neu gestaltete Layout, das um eine U-förmige Pantry und einen einladenden Salon herum aufgebaut ist. Die Pantry befindet sich am Fuß der Niedergangstreppe an Backbord mit einem zweiflammigen Herd, einer einzelnen Spüle und einem Kühlschrank, der sowohl von oben als auch von vorne zugänglich ist, was die Vorratsaufnahme aus der Plicht erleichtert. Der Salon ist großzügig dimensioniert für bis zu fünf Personen und profitiert von hervorragendem natürlichem Licht durch vergrößerte Rumpfinnenschächte, großen Stauraum unter den Sitzen und einer Bücherwand, die den Raum abrundet. Ein nach vorn gerichteter Kartentisch für zwei Personen integriert alle notwendigen technischen Schnittstellen zur Bedienung der Systeme an Bord, und an Steuerbord dienen zwei Sitzplätze, die durch einen Tisch getrennt sind, gleichzeitig als Navigationstisch. Zu den Layout-Optionen gehören zwei oder drei Kabinen und ein oder zwei Nasszellen; die vordere Eignerkabine verfügt über eine große, mittschiffs liegende Koje mit reichlich Licht durch die Rumpfinnenschächte und eine Decksluke, während eine Variante eine Nasszelle mit Dusche hinzufügt, bei der die Koje jedoch schräg eingestellt ist. Zwei Achterkabinen befinden sich achtern mit einer Haupttoilette und einer separaten Duschkabine, und eine Achterkabine kann in einen Stauraum umgewandelt werden. Das Interieur setzt auf viele weiße Flächen mit massiven Holzleisten an den Kanten und Ecken der Möbel. (1)
Ausrüstung und Cockpit
Das Cockpit ist für die Bedienung mit kleiner Crew aufgeteilt, mit zwei Steuerrädern in schrägen Halterungen an den hinteren Enden der Salonsofas und einem steigfreien Durchgang nach vorn zum Bug. Die primären Winschen befinden sich auf den hinteren Enden der Cockpitsenkel. Ein 9-Zoll-Raymarine-Multifunktionsdisplay an Steuerbord ist mit der UKW-Funkanlage und der Autopilot-Kontrolle gekoppelt, während ein Windinstrument und eine Fernbedienung für die Stereoanlage am hinteren Ende des Cockpittisches montiert sind. Das Testboot war mit einem Performance-Rigg, einem Faltpropeller, einem Generator, einer zweiten Multifunktionsanzeige und einer elektrischen Fallwinsche ausgestattet.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 415 ist ein gemessener Schritt nach vorn gegenüber der 410. Sie setzt auf einen bewährten Rumpf, um eine breitere, heller und besser verarbeitete Fahrtenyacht zu bieten, die sich sauber unter Segeln verhält. Die Tendenz zum Selbststeuern und das Fehlen von Luvgierigkeit in Böen zeugen von einem ausgewogenen Rumpf von Marc Lombard Design, während das Refit des Innenraums den Markt für das Wohnen an Bord und Familien anspricht, ohne die Leistungsziele zu opfern.
Vorteile
- Bewährter Rumpf mit negativem Vorsteven und Knickspant, 12 Zoll breiter im Spiegel als die 410
- Doppelruder, keine Luvgierigkeit und Selbststeuerung ab einem scheinbaren Windwinkel von 50 Grad
- Helliger, funktionaler Innenraum mit U-förmiger Pantry am Niedergang, nach vorn gerichteter Navigationsecke und umbaubarem Achterkajütaufbau
- Vereinfachte Genuaschotführung über 3D-Ringe mit geringem Reibungswiderstand, ohne Bugkarren oder Schienen
Nachteile
- Vergrößerte Rumpffenster und zusätzliche Lichtflächen passen nicht zu allen, die eine traditionellere, geschlossene Kabine suchen
- Die schräg eingelassene Vorschiffskabine-Variante opfert die Form der Koje zugunsten einer zusätzlichen, feuchten Nasszelle





