Design und Konstruktion
Die ST behält die grundlegende Rumpf-, Deck- und Innenraumkonstruktion der Standard-360 bei, wechselt jedoch im Decksaufbau das Balsaholz durch recycelten PET-Schaum. Diese Änderung spart Gewicht und dient als Testlauf für zukünftige Modelle. Der Rumpf selbst ist ein handaufgelegtes Sandwich mit einem Balsakern, und die äußere Laminatschicht verwendet Vinyl-Esterharz für hohe Osmosebeständigkeit. Ein leichterer Klebstoff verankert die Bodengruppe im Rumpf als beim Standardboot. Trotz des gewichtsgesparten Deckskerns ist die ST auf dem Datenblatt schwerer – eine Folge ihres um 85 Zentimeter höheren Riggs und des tieferen, schwereren T-Kiels. Dieser Kiel ist im oberen Bereich hohl ausgeführt, um den Schwerpunkt zu senken, und das Ruder ist eine effizientere Spatenruder-Optik im Regatta-Stil als beim Basismodell. Schwarze Decksbeschläge, schwarze Relingstützen, eine Gennaker-Nase aus Kohlefaser und perforierte GFK-Rumpfscheiben verleihen dem Äußeren einen bewusst sportlicheren Look. (1)
Rigg und Handhabung
Das von Hanse für die ST angestrebte Ziel ist eine bis zu 10 Prozent höhere Leistung unter Segeln durch einen tieferen T-Kiel, mehr Segelfläche und ein optimiertes Anker-Rigg. Der Mast steht 17,6 Meter über der Wasserlinie – 85 Zentimeter höher als beim Standardmodell 360 – und trägt ein 40 Quadratmeter großes Großsegel sowie eine 106-prozentige Rollgenua, die zusammen etwa 10 Prozent mehr Segelfläche bieten als das Basismodell. Dehnungsarme Dyform-Stagen sorgen für guten Trimm des Riggs, und laminierte Segel sind serienmäßig, wo sie beim normalen 360 Aufpreis kosten würden. An Deck verläuft ein eingelassener Traveller für die Großschot lang genug, dass Tester einen klaren Vorteil bei leichtem Wind feststellten. Zwei zusätzliche manuelle Dehler-Regattawinschen (45 mm, kraftvoller als die des Standardbootes) bedienen die Genuaschoten, die über dem Kajütdach geführt werden. Die Werft behauptet, dass diese Modifikationen die Leistung am Wind und die Agilität verbessern, ohne Komfort oder einfache Handhabung zu opfern. Die ST soll so eine Brücke zu den sportlicheren Dehler-Modellen derselben Linie bauen. (2)
Unterbringung
Unter Deck behält die ST die flexiblen Aufteilungsoptionen der Original-360 bei, die in zwei- oder drei-Kabinen-Versionen mit Standard-Bad oder Navigationstisch angeboten werden. Die Basis-360 wurde für ihr geräumiges Innenraumvolumen im Verhältnis zu ihrer Länge gelobt, und die ST trägt dieses Volumen nach vorn mit einem sportlicheren Aussehen: dezent schwarz lackierte Maststütze, Griffe, Wasserhahn und Niedergang; Polsterung mit dekorativem Muster; ein farblich kodiertes Hauptschott; und graue Kontrast-Schränke. Ambiente-Beleuchtung und hochwertigere Stoffe unterscheiden die Kabinen, während der Cockpittisch, die elektrische Ankerwinde mit Ankerbeschlag und zusätzliche Decksbeschläge aus der Optionsliste des Standardbootes übernommen und hier serienmäßig gemacht wurden.
Ausrüstung und Decksbeschläge
Zur Standardausrüstung der ST gehören die hochwertigeren Winschen, schwarzes Beschlagswerk, der eingelassene Traveller, Laminatsegel und der Gennaker-Schnauzbereich aus Kohlefaser. Die elektrische Ankerwinde und das Buggeschirr, der Cockpittisch sowie zusätzliche Decksbeschläge sind serienmäßig enthalten und keine optionale Extra. Ein Yanmar-Diesel mit 29 PS (21 kW) treibt den einzelnen Propeller an, unterstützt durch 160 Liter Kraftstoff und 345 Liter Frischwasser sowie einen 54-Liter-Fäkalientank. Die CE-Kategorie A zertifiziert das Boot für den Hochseeeinsatz.
Das Fazit
Die Hanse 360 ST ist eine durchdacht weiterentwickelte sportliche Fahrtenyacht: Sie nutzt das bewährte Volumen und die Flexibilität der Aufteilung einer gefeierten Plattform und kombiniert dies mit einem höheren, leistungsstärkeren Rigg, einem tieferen Hohl-T-Kiel und einem effizienteren Ruder – alles verpackt in eine dunklere, sportlichere Ästhetik. Der PET-Schaumkern des Decks und die leichtere Bodenverklebung zeigen ein gewichtsorientiertes Konstruktionskonzept, doch das Boot gewinnt Masse dort, wo es für Stabilität und Saildrive zählt. Für Segler, die ein dynamisches, aktives Erlebnis suchen, ohne auf Komfort beim Fahrtensegeln zu verzichten, ist die ST ein überzeugendes Angebot.
Vorteile
- Tieferer, hohler T-Kiel und höheres Rigg für bis zu 10 Prozent mehr Segelleistung
- Beibehält das flexible Zwei- oder Drei-Kabinen-Innere mit sportlichen Details
- Laminatsegel, Regattawinschen und elektrische Ankerwinde sind serienmäßig
- CE-Kategorie A Hochseezertifizierung
Nachteile
- Schwerer als die Standard-360 trotz des gewichtseinsparenden Decksbalsa-Kerns
- Sportorientierte Decksausrüstung erfordert eine aktivere Handhabung als beim selbstwendenden Basismodell









