Design und Konstruktion
Der Rumpf der 315 ist ein durchdachtes Formteil für ein Boot dieser Größenordnung. Über der Wasserlinie ist er mit Schaumkern gebaut, unter der Wasserlinie besteht er aus massivem Laminat, und das Deck hat einen Balsakern, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Die Außenschichten des massiven unteren Laminats sind mit Vinylester imprägniert, um Osmoseblasen vorzubeugen, und der Rumpf ist massiv und handaufgelegt. An der Deckskante sorgt eine eingebaute Lippe am Fußreling für besseren Halt bei Krängung – ein kleines, aber aussagekräftiges Detail für eine 10.361 Pfund schwere Fahrtenyacht mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 31,9 Prozent. Der tiefe, L-förmige Kiel – in Tiefen von 6 Fuß 1 Zoll oder 4 Fuß 5 Zoll erhältlich – wird durch neun Kielbolzen gesichert, und die innere Kielschale bildet gleichzeitig die Sitzbänke im Salon und bietet Nischen für die Schotten. (1)
Rigg und Handhabung
Was die 315 beim Freizeitsegeln besonders auszeichnet, ist die Selbstwendefock, die das Wenden für die Crew überflüssig macht, kombiniert mit einem 98-prozentigen Vorsegel auf einer Furlex Decksschotrolle. Der an Deck stehende, verjüngte Mast trägt doppelte, stark zurückgepfeilte Salingen mit weit außenliegenden Wanten, und sowohl das Rigg als auch der Baumniederholer und der Traveller stammen von Seldén. Eine geschwungene Schotspur direkt vor dem Mast bedient die Selbstwendefock. Käufer konnten optional Schotspuren auf den Seitendecks mit einer 105-prozentigen, überlappenden Genua wählen, wobei die außenliegenden Wanten den Schotvorteil begrenzen würden. Das geteilte Achterstag ist so geformt, dass größere Segler auf beiden Seiten stehen und steuern können, ohne sich zu verfangen. Probensegler empfanden das Boot als steif und gut ausbalanciert: Sie erreichte 5,8 Knoten bei einem Windwinkel von 45 Grad und 6 Knoten bei 60 Grad bei 8 bis 12 Knoten Wind, drehte durch 80 Grad und hielt 5,3 Knoten auf raumem Kurs bei 120 Grad scheinbare Windstärke, ohne dass das Ruder berührt werden musste – sie lief absolut kursstabil, ohne dass jemand das Rad bediente. Die Jefa-Steuerung war leicht und direkt, fast so gut wie auf größeren, teureren Booten. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist das Standardlayout mit zwei Kabinen und einer einzigen Nasszelle ausgeführt, ausgestattet mit seidenmattem Mahagoni im Innenraum und optional in hellem italienischem Eichen- oder warmem amerikanischem Kirschbaum. Der Salon erhält viel Licht durch ein Decksluk und große feste Fenster auf dem Kajütaufbau. Er bietet einen Tisch zwischen zwei geraden Sofakojen sowie eine kleine, nach achtern gerichtete Navigationsecke an Backbord; die Stehhöhe beträgt 1,74 m. Die Eignerkabine achtern unter dem Cockpit verfügt über eine große, querschiffs angeordnete Koje mit mindestens 1,93 m Länge und 1,65 m Breite, während die V-Koje im Vorschiff entweder als Standard-Koje mit 2,05 m Länge oder ohne Schott aufgebockt werden kann. Die L-förmige Pantry an Steuerbord ist mit einer runden Spüle, einem Waeco-Obstkühlschrank und einem zweiflammigen Eno-Herd mit schwarzen Quarz-Arbeitsplatten ausgestattet. Die Nasszelle an Backbord ist geräumig, jedoch ohne separaten Duschraum. Ein komfortabler Niedergang mit frei zugänglichen Stufen und ein per Touchscreen dimmbares Beleuchtungssystem vervollständigen den Innenraum.
Ausrüstung und Cockpit
Die Plicht ist pflegeleicht konzipiert: Abgesehen von optionalen Teak-Latten ist das Deck frei von Teakholzleisten und es gibt keine Getränkehalter. Doppelte Steuerräder sind Standard, eine Pinne ist optional erhältlich; der B&G Kartenplotter und die Instrumente befinden sich am Backbordrad, die Lewmar-Hauwinschen liegen nahe an den Steuern, und zwei weitere Winschen mit Spinlock-Kupplungen bedienen die Fallen und das Einleinen-Reffen auf dem Kajütdach. Ein manuell bedienbares, absenkbares Heckspiegel verlängert das Cockpit und bietet vor Anker eine Badeplattform. Die einzige 90-Ah-Verbraucherbatterie liegt unter der Steuerbordkoje (mit einer zweiten optionalen Batterie), und alle Seeventile sind mit Stopfen versehen, um unbeabsichtigtes Öffnen zu verhindern.
Bekannte Schwachstellen
Die Plicht ist auf Steckschalen verzichtet, und das von Yachting Monthly getestete Boot hatte noch nicht die klappbare Badeplattform und die Heckreling erhalten – eine Konfiguration, die laut dem Tester die Sorgen bezüglich herunterfallender Hunde, Kinder oder über Bord springender Steuermänner am kurzen, unfertigen Heckspiegel beseitigen würde. Dies sind eher optische Details und Zustandsunterschiede beim Lieferzustand als Mängel.
Das Fazit
Die Hanse 315 ist eine kompakte, gut konstruierte Fahrtenyacht, die weit über ihre Länge hinausragt. Sie bietet echte Eignung für kleine Crews durch ihre Selbstwendefock und den ausgewogenen Rumpf, überraschend viel Licht und wohnlichen Raum unter Deck sowie einen Bauansatz – Schaumkern oben, Festholz unten, Vinylester-Oberflächen –, der für Langlebigkeit spricht. Kleine Auslassungen wie fehlende Becherhalter in der Plicht lassen sich leicht akzeptieren.
Vorteile
- Selbstwendende Fock und hervorragendes Balance sorgen für einfaches Segeln mit kleiner Crew
- Mit Schaumkern versehene Überwasserschiffe mit Vinylester zur Osmosevorbeugung und massives Unterwasserlaminat
- Geräumige Achterkabine und begehbarer Niedergang bei einem Rumpf von 31 Fuß 6 Zoll
- Leichtgängiges, agiles Jefa-Ruder, das von Testern gelobt wird
Nachteile
- Keine Becherhalter in der Plicht
- Das klappbare Heck und die hinteren Geländer wurden bei den frühen Testbooten nicht montiert










