Design und Konstruktion
Der Rumpf von Judel/Vrolijk verleiht der 345 eine lebendige Leistung, und die Werft gab an, dass sie perfekt ausbalanciert ist mit hoher Stabilität, sicher bei jedem Wetter und absolut schnell. Die Rumpfform selbst ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Bulbkiel und Spatenruder, das Deck ist ebenso aus massivem Glas. Hanse sichert seine Rumpf-Deck-Verbindung mit Plexus-Baukleber entlang einer nach innen gerichteten Flanschleiste ab – eine Methode, die in dieser Ära für die gesamte Modellreihe typisch war. Tester bemerkten das Fehlen von Fußblöcken und lobten die Jefa-Steuerung als wahre Freude, während der klappbare Spiegel die Plicht öffnet, aber auf See die Sicherheit eines geschlossenen Spiegels bietet.
Rigg und Handhabung
Eine Selbstwendefock ist Standard, und alle Leinen für die Bedienung und das Reffen sind nach achtern zu den Steuerständen in geschützten Deckskanälen geführt, sodass jede Leine direkt an der Hand des Rudergängers liegt. Mit nur zwei Winschen ist die Redundanz begrenzt, aber das Layout mit Selbstwender und Winschen am Rad macht sie sehr einfach für eine Person bedienbar. Das Großschot mit Doppelend kann von beiden Seiten des breiten Spiegels erreicht werden, und zwei Steuerstände bieten hervorragende Rundumsicht. Ein stellvertretender Chefredakteur schrieb in Cruising World, dass sie sich unglaublich komfortabel steuern ließ und sich unter Bedingungen, bei denen die meisten Fahrtensegler vor Anker gehen würden, sehr gut schlug. Der 18 PS starke Volvo Penta Saildrive ist Standard, mit einer 27 PS Option für ausgedehnte Törns. (2)
Unterbringung
Unter Deck platziert das Standardlayout die Eignerkabine im Vorschiff, gefolgt von einem Salon mit einer L-förmigen Sofakojüte an Steuerbord und einer Banksofakojüte an Backbord; die Steuerbord-Sofakojüte lässt sich zu einer Doppelkoje umbauen, und der Mitteltisch bietet Platz für sechs Personen mit klappbaren Tischseiten. Die Pantry an Steuerbord verfügt über eine Spüle, ein zweiflammiges Gasherd und einen Kühlschrank mit Oben- und Frontzugang. Es gibt zwei Achterkabinen-Konfigurationen: Eine mit einer einzelnen Kabine an Steuerbord des Niedergangs und einer Nasszelle mit separater Dusche an Backbord sowie großem Stauraum unter dem Cockpitsofa, oder alternativ zwei Achterkabinen ohne separate Dusche und Stauraum. Die Stehhöhe beträgt über 1,80 m im gesamten Boot, die Belüftung ist hervorragend mit fünf Decksluken und öffnenden Bullaugen, und eingelassene Deckslampen verleihen dem Interieur ein hochwertiges Flair – obwohl Tester feststellten, dass der Innenausbau und die Verarbeitung nicht mit denen von Premium-Marken mithalten können.
Bekannte Schwachstellen
Die Falltasche an Backbord beherbergt zudem das Gasflaschenregal, was bei einigen Nutzern Bedenken aufkommen ließ. Hanse erklärte, dass das Problem bereits gelöst wurde, indem die Fallen auf den Süllrand montiert wurden, um die Leinen vom Regler wegzubringen.
Refits und Eignerschaft
Zur Standardausrüstung gehören ein B&G Kartenplotter und Windinstrumente, wobei Autopilot, Fusion-Soundsystem und WLAN als Optionen verfügbar sind. Die Lichtschalterkonsole bietet per Knopfdruck voreingestellte Konfigurationen. Der Cockpittisch dient gleichzeitig als Halterung für den zentralen Bildschirm und die Kompassanzeige sowie als stabile Handläufe, während geschlossene Staufächer die Schiebeluke flankieren.
Das Fazit
Die Hanse 345 fasst das Volumen und die Ordnung einer größeren Fahrtenyacht auf ein handliches 34-Fuß-Boot zusammen. Mit einem lebendigen Rumpf von Judel/Vrolijk und einem wirklich einhandfreundlichen Deck ist sie keine Yacht mit fein abgewinkeltem Interieur eines Premiumherstellers. Doch die Flexibilität der Aufteilung und ihre Gelassenheit bei jedem Wetter machen sie zu einer vernünftigen, blauwassertauglichen kleinen Fahrtenyacht.
Vorteile
- Selbstwendefock und alle Leinen nach achtern geführt für einfaches Handling mit kleiner Crew
- Klappspiegel mit sicherer geschlossener Konfiguration auf See
- Flexible Optionen beim Layout der Achterkabine oder der Dusche als Stauraum
- Hervorragende Belüftung und Stehhöhe im gesamten Boot
Nachteile
- Nur zwei Winschen begrenzen die Redundanz an der Radsteuerung
- Innenausbau und Verarbeitung unter Deck liegen unter dem Standard von Premium-Marken
- Die originale Vorstagklemme am Backbord teilte sich den Platz mit einer Gasflasche (später behoben)








