Design und Konstruktion
Die Rumpfform selbst lohnt einen genaueren Blick. Über der Wasserlinie ist der Vorsteven leicht zurückgepfeilt, und die Deckssprunglinie verläuft elegant nach vorn über ein gut gewölbtes Vordeck. Unter der Wasserlinie sind die Querschnitte im Vorschiff scharf und weiten sich allmählich aus; weiter achtern geht das laufende Kielprofil in längere, flachere Abschnitte über, die an einem negativen Spiegel enden. Diese Form, kombiniert mit einer Breite von 15 Fuß 5 Zoll auf Mittschiffs, verleiht dem Boot viel Innenraumvolumen, ohne auf kantige Proportionen zurückgreifen zu müssen. Der Flossenkiel mit Flügeln über die gesamte Profiltiefe trägt 13.200 Pfund Ballast, einen Tiefgang von 7 Fuß 6 Zoll, und ein einzelnes, schlankes Ruder vervollständigt den Steuerplan bei einer Verdrängung von 37.400 Pfund. Die eigentliche Pilothouse ist niedrig und weit hinten positioniert – eine frühzeitige Bestätigung dafür, dass eine Fahrtenyacht ihre Silhouette nicht für zusätzlichen Schutz opfern muss. (1)
Rigg und Leistung
Die Zahlen beschreiben ein Boot, das stabil und schnell ist. Der Segelplan ermöglicht tägliche Etappen von etwa 200 Seemeilen bei rund 8 Knoten, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (ca. 35 Prozent) liegt genau dort, wo man es für eine seetüchtige Fahrtenyacht und nicht für einen Regattakreuzer erwarten würde. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 198 ordnet sie fest in die Kategorie der beladenen Fahrtenyachten ein, doch die flacheren Hecksektionen des Rumpfes und der Flügelkiel mit vollem Profil sorgen dafür, dass sie effizient Wasser trägt. Das Boot wurde als klassische, hochseetaugliche Fahrtenyacht charakterisiert, die stabil und schnell ist – eine seltene Kombination aus Volumen und Gelassenheit. (1)
Unterbringung
Im Inneren sind der Salon und die Pilothouse mit Sicherheitsglasfenstern ausgestattet, die spektakuläre Ausblicke vom Steuerstand und von der erhöhten, umlaufenden Sitzecke aus bieten, die bis zu sechs Personen um einen großen Esstisch herum Platz bietet. Die Achterkabine ist das Herzstück: Sie ist über einen Niedergang an Backbord zugänglich und beherbergt eine Inselbett-Koje in Queen-Size, eine Sitzecke, einen Kleiderschrank sowie eine eigene Nasszelle mit separater Dusche. Im Vorschiff verfügen einige Boote über zwei separate Kabinen, die sich auf eine einzige Nasszelle teilen, während die ursprünglichen Konstrukteure eine einzelne Gästekabine im Vorschiff mit eigener Nasszelle sowie eine kleine Tagestoilette an Steuerbord am Fuß der vorderen Niedergangsstufen vorgesehen hatten. Der Unterschied zwischen den realisierten Layouts und dem geplanten Entwurf ist für jeden Käufer wichtig, der nach einer bestimmten Innenaufteilung sucht. (1)
Refits und Eignerschaft
Mit nur 25 gebauten Exemplaren und dem Auslaufen der Produktion ist die Eignerschaft auf die Suche nach einem Boot aus einer kleinen, zusammenhängenden Gruppe beschränkt. Der hohe ursprüngliche Baustandard von BSI Marine bedeutet, dass die meisten Boote ihren Wert eher durch ihre eigenen Qualitäten als durch Kostensenkungen eingebüßt haben. Die Konfiguration mit Pilot House und das Konzept für den Hochseeeinsatz deuten darauf hin, dass diese Boote wie vorgesehen genutzt wurden, und die geringe Anzahl auf dem Wasser hält die Eignergemeinschaft eng zusammen.
Das Fazit
Die Farr 50 Pilot House ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht für den Hochseebereich, die den offenen Salon einer reinen Regatta-/Fahrtenyacht gegen ein geschütztes Steuerhaus und einen wirklich geräumigen Innenraum eintauscht. Die Rumpfform ist zweckmäßig, die Bauweise solide und das Volumen großzügig, ohne dass der Profilrumpf überladen wirkt.
Vorteile
- Niedriges, nach hinten gepfeiltes Steuerhaus mit Sicherheitsglas-Sicht und einer erhöhten, umlaufenden Sitzecke
- Scharf vorn liegender, flach achtern auslaufender Rumpf mit Flügelkiel über die gesamte Spannweite für stabile, schnelle Passagen
- Große Eignerkabine achtern mit Inselbett und separater Dusche
- Nach sehr hohen Standards von BSI Marine in Schweden gebaut; nur 25 Exemplare produziert
Nachteile
- Die geringe Stückzahl führt zu wenigen Exemplaren und einer langsamen Suche nach einem Käufer
- Die Aufteilung der Vorschiffskabine variiert von den ursprünglichen Konstruktionsplänen bis hin zur realisierten Zwei-Kabinen-Version






