Farr 50 — Informationen, Bewertung, technische Daten

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LOA
50' · 15.24 m

Als Bruce Farr und sein Designteam Ende der 1990er Jahre das Design 373 entwarfen, wollten sie die ästhetischen und leistungstechnischen Parameter der DeckssalonFahrtenyacht neu definieren. In der Vergangenheit litten DeckssalonSegelboote dieser Größe oft unter einer klobigen, toplastigen Silhouette, bei der ein hoher Kajütaufbau scheinbar nachträglich auf einen Standardrumpf aufgesetzt wirkte. Die Farr 50 Pilot House löste dieses architektonische Rätsel, indem sie ein niedriges, strömungsgünstiges Deckshaus mit einer HochleistungsRumpfform kombinierte, die auf Farrs umfangreicher Erfahrung im Hochseeregattasegeln basierte. In Schweden von BSI Marine nach kompromisslosen Standards gebaut, wurden nur 25 dieser handgefertigten Fahrtenyachten hạbgelassen. Das Boot wurde speziell für das Segeln mit kleiner Crew und für Langstreckentörns konzipiert. Es bietet ein Maß an Hochseesicherheit, Etappenpotenzial und Innenraumraffinesse, das es in direkte Konkurrenz zu den PremiumWerften jener Ära stellte.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
50 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
39,83 ft
Breite
15 ft
Tiefgang
9,83 ft
Maximale Stehhöhe
6 ft
Durchfahrtshöhe
78 ft

Bauweise & Rumpf 02

Rumpf
Glasfaser
Rumpfart
Kielart
Ballast
(Blei)
Verdrängung
Wasserkapazität
150 gal
Kraftstoffkapazität
170 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
Komfort-Ratio
Kenterungsverhältnis
Rumpfgeschwindigkeit
8,46 kn

Designkonzept & Zielsetzung

Die Kernmission der Farr 50 Pilot House war es, eine echte Blauwasser-Fahrtenyacht zu liefern, die von einem Paar problemlos einhand oder mit kleiner Crew bedient werden kann, ohne Abstriche beim Wohnkomfort im Hafen machen zu müssen. Im Gegensatz zu vielen Mittelcockpit-Modellen, die Wohnraum auf Kosten der Seetüchtigkeit in jede Ecke quetschen, priorisierte Farr ein praktisches, hochseetaugliches Layout. Dies zeigt sich sofort in den riesigen, wasserdichten und von Deck aus zugänglichen Stauräumen. Eine große, wasserdichte Vorpiek-Segelkiste und eine riesige, über die gesamte Breite gehende Backskiste im Heck (Lazarette) sorgen dafür, dass sperrige Ausrüstung wie Segel, Fender und Beiboote niemals durch den Wohnbereich an Bord geschleppt werden müssen.

Unter Deck wird der Charakter der Yacht durch ihren erhöhten Salon geprägt, der im Sitzen wie im Stehen einen panoramaartigen 360-Grad-Blick auf den Horizont bietet. Der Innenausbau, meist in edlem Mahagoni oder warmem hellem Eichenholz ausgeführt, zeigt klassische skandinavische Handwerkskunst mit robusten Massivholzleisten, präzise eingepassten Kabinentüren und extrem sicheren Handläufen im gesamten Schiff. Durch die Platzierung des Motors und schwerer Aggregate direkt unter den Bodenbrettern des Salons erreichten die Konstrukteure eine ideale Gewichtszentrierung, während an den Enden des Schiffes wertvolles Volumen für geräumige Unterkünfte frei wurde. (1)

Variationen & Konfigurationen

Während die äußeren Abmessungen über die gesamte Produktionsserie hinweg einheitlich blieben, wurde die Farr 50 mit kleineren Layout- und Rigg-Varianten gebaut, die auf die individuellen Wünsche der Eigner abgestimmt waren. Das primäre Layout bietet drei private Doppelkabinen und drei Nasszellen. In dieser Konfiguration befindet sich die Eignerkabine achtern mit eigener Nasszelle, während eine vergleichbare VIP-Kabine im Bug untergebracht ist. Eine dritte Gästekabine mit Einzelkojen liegt mittschiffs, die von einigen Fahrtenseglern geschickt in einen begehbaren Kleiderschrank, eine Werkstatt oder ein eigenes Büro umgebaut wurde. Die mittschiffs gelegene Nasszelle fungiert als äußerst praktische Tagestoilette, die zugänglich ist, ohne private Kabinen betreten zu müssen. (1)

Unter Wasser nutzte die Standardkonfiguration ein tiefgehendes Spatenruder und einen Flossenkiel mit Flügeln über die gesamte Profiltiefe, was einen Tiefgang von 7 Fuß 6 Zoll (ca. 2,30 m) ergab. Dieser Flügelkiel hielt den Schwerpunkt niedrig und ermöglichte gleichzeitig einen für eine 50-Fuß-Yacht moderaten Tiefgang. Der Segelplan war überwiegend als hohes Kutterrigg ausgelegt. Zu den Rigg-Optionen gehörte typischerweise die Wahl zwischen einer hydraulischen Mastfurlung auf Knopfdruck oder einer Baumfurlung, oft unterstützt durch elektrische Arbeitswinschen, um die Bedienung mit kleiner Crew aus der Sicherheit des Mittelcockpits zu erleichtern. (1)

Segelleistung & Seeverhalten

Ganz im Sinne von Farr Yacht Design ist die Farr 50 eine außergewöhnlich schnelle und kursstabile Fahrtenyacht, die problemlos Etmale von konstant 200 Seemeilen schafft. Mit einer Verdrängung von 37.400 Pfund und einer Länge in der Wasserlinie von fast 44 Fuß weist der Rumpf ein moderates Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 198 auf. Dies deutet auf einen schnellen, leicht anspringenden Rumpf hin, der das träge, schwere Gefühl traditioneller Langkieler vermeidet und dennoch genug Verdrängung besitzt, um erhebliche Zuladung für Langfahrten aufzunehmen. (2)

Am Steuerrad ist die Yacht hervorragend ausgewogen und reagiert feinfühlig. In der Welle schneidet das Vorschiff mit seinen scharfen Spanten sauber und ohne hartes Einsetzen durch die See, während der Rumpf sich nach achtern auf eine großzügige Breite von 15 Fuß 5 Zoll verbreitert, was für eine hervorragende Formstabilität sorgt. Das moderate Achterschiff und das tiefe Spatenruder garantieren, dass das Boot auch auf sportlichen Raumwindkursen leicht kontrollierbar bleibt und kaum zum geigerischen Rollen oder zu Sonnenschüssen neigt, wie es bei älteren Konstruktionen oft der Fall ist. Als Kutter getakelt ist der Segelplan extrem anpassungsfähig: Wenn der Wind über 25 Knoten steigt, kann die Crew die Genua einrollen und nur mit Stagsegel und gerefftem Großsegel weitersegeln, wodurch das Boot aufrecht, komfortabel und schnell unterwegs bleibt.

Marktübersicht & Wirtschaftlichkeit

Mit nur 25 gebauten Einheiten ist die Farr 50 Pilot House eine absolute Rarität auf dem weltweiten Gebrauchtbootmarkt. Aufgrund der geringen Stückzahl und der erstklassigen skandinavischen Bauqualität erzielen diese Boote Spitzenpreise und sind im Vergleich zu Großserien-Fahrtenyachten desselben Alters extrem wertstabil.

Potenzielle Käufer sollten sich vor dem Kauf der mechanischen Komplexität der Yacht bewusst sein. Die Standardausrüstung dieser Boote ist umfangreich und umfasst hydraulische Rollanlagen, Generatoren, Wassermacher, Klimaanlagen und Bugstrahlruder. Während dieses „Push-Button“-Konzept das Segeln mit kleiner Crew mühelos macht, bedeutet es auch, dass die Kosten für ein Refit erheblich sein können. Die Modernisierung oder der Austausch gealterter Hydraulikkomponenten, die Überarbeitung komplexer Schalttafeln oder die Sanierung des für diese schwedischen Bauten typischen, handverlegten Teakdecks können das Budget schnell strapazieren. Gut gepflegte Exemplare mit lückenlos dokumentierter Wartungshistorie erzielen daher einen deutlichen Aufpreis am Markt.

Bekannte Schwachstellen & Wartung

Obwohl die strukturelle Integrität des in Schweden gebauten Rumpfes hervorragend ist – gefertigt im Vakuumsaugverfahren mit einem Divinycell-Schaumkern, Glasfaserverstärkung und einer Kevlar-Verstärkung im Bugbereich –, gibt es spezifische Bereiche, die genau inspiziert werden müssen.

Die großen, erhöhten Deckssalon-Scheiben sind ein Markenzeichen des Designs, stellen jedoch auch eine potenzielle Schwachstelle dar. Im Laufe der Zeit kann die thermische Ausdehnung und Kontraktion des Sicherheitsglases gegenüber dem GRP-Kajütaufbau die Dichtungsmassen belasten. Dies kann zu Undichtigkeiten führen, die das darunter liegende Holz und die Elektrik gefährden. Jeder Kaufinteressent sollte die Dichtungen der Deckssalonscheiben mit einem Wasserschlauch gründlich prüfen.

Da die Farr 50 zudem stark auf integrierte 12-Volt- und 24-Volt-Gleichstromnetze sowie Wechselstromgeneratoren setzt, müssen Eigner die Kabelbäume und Anschlussleisten genau im Auge behalten. Bei frühen Baunummern ist bekannt, dass Korrosion im Bereich der Steuersäule im Cockpit und im Raum des Ruderquadranten zu sporadischen Instrumentenausfällen führen kann. Das Nachlöten elektrischer Verbindungen am Steuerstand und die Überprüfung der mechanischen Steuerzüge gehören zu den Standardaufgaben bei jedem Pre-Purchase-Gutachten.

Modernisierung & Upgrades

Heutige Eigner der Farr 50 konzentrieren ihre Refit-Bemühungen meist auf die Erhöhung der Autarkie und die Modernisierung des Riggs für eine noch einfachere Bedienung. Der Austausch der ursprünglichen schweren AGM-Batteriebänke gegen hochkapazitive Lithium-Eisenphosphat-Systeme (LiFePO4) ist ein gängiges Upgrade. Diese Umstellung, oft kombiniert mit Hochleistungs-Lichtmaschinen und modernen Solarpaneelen auf maßgeschneiderten Geräteträgern (Davits) am Heck, ermöglicht es, Kühlschrank, Wassermacher und sogar Induktionskochfelder ohne täglichen Generatoreinsatz zu betreiben.

Auch die Navigationssysteme werden häufig modernisiert, indem veraltete Elektronik durch integrierte Radar- und Kartenplotter-Systeme sowohl am Steuerstand im Cockpit als auch am innenliegenden Kartentisch ersetzt wird. In einigen Fällen haben Eigner auch ein komplettes Rigg-Refit durchgeführt, bei dem alternde Aluminium-Spargen und das Rod-Rigg durch neuere Mastprofile und modernisierte hydraulische oder elektrische Rollmotoren ersetzt wurden, um die Zuverlässigkeit des Segelsystems auf Knopfdruck für das nächste Jahrzehnt auf Blauwasserfahrt zu sichern.

Das Fazit

Die Farr 50 Pilot House ist eine exklusive Blauwasser-Fahrtenyacht aus einer Kleinserie, die Bruce Farrs leistungsorientierte Konstruktion perfekt mit der erstklassigen Bauqualität schwedischer Handwerkskunst verbindet. Sie ist die ideale Plattform für erfahrene Fahrtensegler-Paare, die keine Kompromisse zwischen schnellen Etappen und komfortablem, wetterunabhängigem Luxus beim Wohnen an Bord eingehen wollen. Obwohl ihre Komplexität und Seltenheit eine sorgfältige Wartung und ein solides Refit-Budget erfordern, belohnt sie ihre Eigner mit einer extrem seetüchtigen, sicheren und eleganten Yacht, die nach wie vor einen Maßstab in der Deckssalon-Klasse setzt.

Vorteile:

  • Schnelles und hervorragend ausgewogenes Rumpfdesign, das mühelos Etmale von 200 Seemeilen ermöglicht
  • Erstklassige schwedische Bauweise mit im Vakuumverfahren verklebtem Divinycell-Kern und Kevlar-verstärktem Bug
  • Echter 360-Grad-Rundumblick aus dem sicheren, trockenen Deckssalon
  • Hervorragende Gewichtszentrierung durch tief und mittschiffs installierte schwere Aggregate
  • Erstklassiger, separater Stauraum an Deck, einschließlich einer wasserdichten Vorpiek-Segelkiste (1)

Nachteile:

  • Hohe mechanische und elektrische Komplexität erfordert konsequente Wartung
  • Große Deckssalonscheiben neigen bei thermischer Belastung zu Undichtigkeiten, wenn sie nicht regelmäßig neu eingedichtet werden
  • Sehr geringe Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtbootmarkt aufgrund einer Gesamtstückzahl von nur 25 Rümpfen
  • Der Zugang zum Hauptmotor unter den Bodenbrettern des Salons ist enger als in einem separaten, begehbaren Maschinenraum (1)

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