Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind in Sandwichbauweise aus handaufgelegtem GFK gefertigt. Die Werft bot die 50 mit verschiedenen Kielalternativen an – einem Flossenkiel und einem Flügelkiel sowie dem in Bleiballast gegossenen Bleiflossenkiel. Der Tiefgang bei Flossenkiel liegt je nach Beladung bei etwa 2,57 bis 2,72 Metern, während die Version mit Flügelkiel rund 2,00 bis 2,10 Meter tief ist – ein spürbarer Unterschied im Revierbereich, der es dem flachen Boot ermöglicht, kleinere Häfen anzulaufen, ohne auf die Norlin-Ostmann-Rumpfform zu verzichten. Bei einer Verdrängung von 14.300 kg (31.500 Pfund) und 5.800 kg (12.800 Pfund) Bleiballast weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 % und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis nahe 202 auf. Diese Werte positionieren sie fest im schweren, seegütigen Bereich des Fahrtensegments und nicht im Leichtdeplacement-Performance-Camp. (1)
Rigg und Handhabung
Die 50 ist eine Masttoppslup, und das stehende Gut ist im großen Stil angeschlagen: Die Fallen von Großsegel, Fock/Genua und Spinnaker sind jeweils mit einer 46,0 Meter langen Ankerleine mit 14 mm Durchmesser versehen, während die Arbeitsschoten – Fock, Genua und Großschot – 16 mm stark sind; allein die Großschot ist 38,1 Meter lang. Diese Dimensionen zeugen von einem Boot, das für volle Segel auf Langstrecke ausgelegt ist und von einer Crew bedient werden soll, die sie ohne Angst vor Materialschäden handhaben kann. Unter Motor sorgt ein Volvo Penta TMD 31 Diesel mit Wellenantrieb für einen berechneten Höchstwert von etwa 8,5 Knoten, was der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 8,6 Knoten eines Verdrängerbootes dieser Länge praktisch entspricht. Das Kenterungsverhältnis von 1,80 und eine Komfort-Ratio von 32,4 unterstreichen das Bild einer stabilen, aufrechten Fahrtenyacht, die eher darauf ausgelegt ist, Lasten zu tragen und das Wetter komfortabel zu überstehen als zu regatten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Sweden Yachts 50 mit vier Kabinen und Kojen für sechs bis acht Personen, einer Pantry und einer Nasszelle aufgeteilt. Der Mahagoni-Innenraum ist, wie bei vielen zeitgenössischen Booten der Werft, in Mahagoni ausgeführt. Die Breite von 14,25 Fuß und das Verhältnis von Länge zu Breite von 3,51 verleihen dem Wohnraum eine angemessene Breite, ohne in die extremen, platten Formen späterer Serien-Fahrtenyachten abzugleiten. Eine benetzte Fläche von 66 Quadratmetern und ein Immersionsverhältnis von 367 kg/cm bedeuten, dass sie tief im Wasser liegt und unter Zuladung sowie Wasser langsam ihren Trimm verändert – berechenbar, aber ein wichtiger Faktor für jeden Eigner, der das Boot für längere Törns belastet. (1)
Das Fazit
Die Sweden Yachts 50 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht aus den späten 1980er Jahren. Ihre Sandwich-GFK-Bauweise, die Optionen mit Bleiballastkiel und das solide Masttopp-Rigg zeichnen ein Boot aus, das für Distanz und Zuladung gebaut wurde und nicht nur für reine Geschwindigkeit. Die bescheidene Produktionsserie von neunzehn Einheiten macht sie selten, aber die Spezifikationen sind kohärent und vernünftig – eine Yacht für Segler, die einen steifen, komfortablen Rumpf und eine ordentliche Hochsee-Takelung über die Marktfülle stellen.
Vorteile
- Optionen mit Blei-Flossen- oder Flügelkiel ermöglichen es dem Käufer, zwischen Tiefwasserstabilität und geringem Tiefgang zu wählen
- Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 % und ein Kenterungsverhältnis von 1,80 beschreiben einen steifen, hochseetauglichen Rumpf
- Vier Kabinen mit sechs bis acht Kojen und ein Mahagoni-Innenausbau eignen sich ideal für das dauerhafte Leben an Bord
- Vollwertiges Masttopp-Rigg mit dokumentierten Fallen- und Schotmaßen, bereit für Hochsee-Segelpläne
Nachteile
- Der Tiefgang mit Flossenkiel von über 2,60 m (8,5 Fuß) beschränkt sie auf große Marinas
- Die schwere Verdrängung und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 202 führen zu einer mäßigen Beschleunigung bei leichtem Wind
- Nur neunzehn Einheiten gebaut, sodass Ersatzteile und kompetente Gutachter seltener zu finden sind als bei Großserienherstellern





