Design und Konstruktion
Pogo Structures baut die 50 mit der von der Werft über Jahre hinweg verfeinerten Resin-Infusions-Technologie. Dabei werden Rumpf, Deck und innere Strukturkomponenten als vakuuminfundiertes Schaumsandwich aus Glasfaser, Polyester und PVC-Schaum laminiert. Dieser leichte Ansatz zieht sich durch den Innenausbau, der in der eigenen Tischlerei der Werft aus Materialien hergestellt wird, die als langlebig und optisch ansprechend beschrieben werden. Die Unsinkbarkeit ist konstruktiv geplant und nicht nur ein Wunschtraum: Zahlreiche Hohlräume um das Boot herum, insbesondere unter den Kojen und im Inneren der Längsträger, sind mit Schaumstoff gefüllt. Der Rumpf ist zudem durch wasserdichte Schotten geteilt, die den technischen Bereich des Ruders achtern und den Bug vorn isolieren. Die Werft behauptet, das Boot sei unsinkbar – eine Aussage, die auf dieser Kompartmentierung und dem Schaumstoffvolumen beruht und nicht auf einem einzelnen magischen Material. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als Solent-Rigg auf einem Carbonmast ausgeführt, mit nur zwei Salingpaaren und ohne Achterstag – eine spartanische, regattaorientierte Konfiguration. Die Segelfläche am Wind beträgt insgesamt 151 Quadratmeter, aufgeteilt auf ein 93 Quadratmeter großes Großsegel und ein 63 Quadratmeter großes Solent-Rigg an einer Rollfock, ergänzt durch eine 35 Quadratmeter große Trinket auf ihrer eigenen Rollfock für engste Kurse. Auf raumen Kursen erweitern ein 200 Quadratmeter großer asymmetrischer Spinnaker und ein 120 Quadratmeter großer Gennaker das Segelangebot. Der tiefe Hubkiel – mit 3,50 Metern Tiefgang, der sich auf 1,50 Meter einziehen lässt – sorgt für die nötige Steifigkeit bei hoher Leistung und ermöglicht es gleichzeitig, das Boot in flachen Buchten trocken zu legen. Unterwegs läuft sie gut mit Autopilot, wobei das Rudergefühl, das die Werft als leicht und präzise für den Freizeitgebrauch beschreibt, ausreicht. Der Kiel rotiert in etwa neunzig Sekunden. (1)
Unterbringung
Geschwindigkeit hat nicht auf Kosten des Wohnraums gehen müssen. Der Salon ist riesig und die Pantry gewaltig; sie werden von drei Kabinen und zwei Nasszellen mit Dusche und WC bedient – das Inventar eines modernen 50-Fuß-Bootes. Zahlreiche Öffnungen sorgen für reichlich Licht und Luft im Innenraum, und die nach vorn gerichteten Fenster im Salon bieten eine wirklich nützliche Rundumsicht von unten. Ein klappbarer Kartentisch in Kombination mit einer gewölbten Sitzbank ermöglicht es dem Navigator, zu navigieren oder den Kartenplotter zu lesen, selbst wenn das Boot krängt. Ein abnehmbarer, perforierter Couchtisch lässt sich in der Plicht auf Stellfüßen platzsparend verstauen.
Bekannte Schwachstellen
Die Tester stellten eher eine praktische Unannehmlichkeit als einen strukturellen Fehler fest: Die Staufächer unter den Ruderschienen sind unhandlich zu öffnen, da die Schienen selbst erst angehoben werden müssen. Der Hebel der Bilgenpumpe hingegen wird als leicht zugänglich gelobt, da er auf dem Sockel neben dem Steuerbordruder montiert ist und nicht in einem Schrank versteckt ist. (2)
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft konzentriert sich auf ein Boot, das für seine Größe leicht zu handhaben ist und eine Doppelpinne als Steuerung nutzt – eine Seltenheit bei 16-Meter-Yachten – sowie eine Cockpitstütze mit einer elektrischen Winsch zwischen den Rudern zur Führung der Großschot und der beiden Unterwantenschoten. Der Hubkiel und die Sandwich-Konstruktion mit Schaumkern halten die Wartung frei von schwerem Ballast oder komplizierter Innenausbauarbeit. Bei den ARC 2012 belegte die Pogo 50 Surfing Petrel im Gesamtklassement der Kategorie Cruising den vierten Platz – ein nützlicher Beleg für die Seetüchtigkeit dieser Plattform.
Das Fazit
Die Pogo 50 ist eine kompromisslose schnelle Fahrtenyacht, die das Regattagedächtnis von Mini und Class40 in ein familienfreundliches 50-Fuß-Paket übersetzt. Sie ist keine schwimmende Wohnung; sie ist ein reinrassiges Tier, das zufällig sechs Personen im Komfort und bei leichtem Licht schlafen lässt. Für Segler, die eine Reise an den eingesparten Tagen und den für andere unerreichbaren Ankerplätzen messen, überzeugt kaum ein Serienboot dieser Größe so überzeugend.
Vorteile
- Der Hubkiel sorgt für einen Segeldruck von 3,50 m und einen Flachwasser-Eintritt von 1,50 m
- Schaumsandwich-Vakuuminfusion mit wasserdichten Schotten und Schaumhohlräumen für vollständige Unsinkbarkeit
- Carbon-Solent-Rigg ohne Achterstag, ausgewogen und leichtgängig auf dem Ruder
- Wirklich geräumiges Drei-Kabinen-Layout mit hervorragendem natürlichem Licht
Nachteile
- Der Stauraum unter den Ruderschienen ist nur zugänglich, wenn die Schienen angehoben werden
- Doppel-Pinnensteuerung und regattaorientierte Systeme erfordern eine engagierte Eignergeneration



