Design und Konstruktion
Farr zeichnete einen Rumpf mit einem recht feinen Vorschiffseintritt, breiten Schultern und einer nach achtern getragenen Breite. Die Cruiser 50 zeigt ein großzügiges Freibord mit sehr kurzen Überhängen und viel Breite bis zum Heck. Das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei 3,34 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) bei 149,8 – was nach heutigen Maßstäben eine durchaus moderate Verdrängung für ein 50-Fuß-Boot dieser Größe ist. Unter der Wasserlinie besteht die Bauweise aus massivem, handaufgelegtem Polyester und Glasfaser mit Gelcoat und einer Vinylesterharzschicht im Außenbereich, während oberhalb der Wasserlinie ein Sandwich aus Glasfaser und Schaumstoff verwendet wird. Das Sandwichdeck verfügt an den Beschlagspositionen über eingelassene Aluminium-Gegenplatten. Ein wasserdichtes Schott befindet sich direkt achterlich eines tiefen Vorsteckschwebers. Die Plicht ist großzügig gestaltet und verfügt über eine Heckklappe zu einer Badeplattform sowie eine elektrisch betriebene, klappbare Plattform. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist für heutige Maßstäbe normal: ein Seldén-Mastfurler mit zwei Salingen und einer Großschot, die weit vorn am Baum montiert ist, kombiniert mit einer 106-prozentigen Genua auf einem Furlex-Rollanlage. Die Fockschotenführungen verlaufen über dem Kajütaufbau nach achtern zu Winschen an der Süll, und elektrische Winschen sind an den Cockpitsüllen installiert. Unter Segeln erreichte das Boot bei 9 Knoten wahrem Wind knapp unter 7 Knoten Geschwindigkeit und wendete mit 85 Grad Winkel. Die großzügige Segelfläche sorgt für solide Leichtwindleistung, während Doppelruder und eine Plicht, die am Heck durch ein geteiltes Achterstag mit zwei Sockeln und einer Pinienradsteuerung flankiert wird, für präzise Kontrolle sorgen. Unter Motor brachte der 75 PS starke Volvo respektable 7,6 Knoten bei 2.200 U/min und 8,5 Knoten oder mehr im vollen Durchzug, und sie kann sich innerhalb von anderthalb Bootslängen drehen. (1)
Unterbringung
Bavaria bot drei Layout-Optionen an, und die getestete Version mit vier Kabinen zeigt, wie das Volumen genutzt wird. Die beiden spiegelbildlichen Achterkabinen verfügen jeweils über ihre eigene Nasszelle, wobei die Steuerbordtoilette bei der Drei-Kabinen-Version eine Duschkabine besitzt, während die Backbordtoilette dies nicht tut. Im Vorschiff auf Backbord befindet sich eine Navigationsecke und eine verlängerte Pantry mit reichlich Arbeitsfläche; die Dinette an Steuerbord ist großzügig bemessen. Im Vorschiff ist die Eignerkabine sehr geräumig und umfasst an Backbord einen Bürobereich, der in einer Variante zur Pullman-Kabine wird. Die Version mit vier Kabinen nutzt diesen großen Raum im Vorschiff als zwei Doppelkabinen. Das Boot war auch als Fünf-Kabinen-Modell erhältlich, das über eine geteilte V-Koje, eine gemeinsame Vorsteven-Nasszelle und eine Kabine mit zwei Kojen verfügt. Licht kommt durch 17 zu öffnende Luken und 12 Bullaugen, darunter Decksluken im Flachdeck, Lukendeckel des Kajütaufbaus und Tiefgangslichter am Rumpf.
Das Fazit
Die Bavaria Cruiser 50 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht mit viel Volumen, die besser segelt, als es ihre Breite vermuten lässt, und für eine Serien-Fünfzig-Fuß-Yacht bemerkenswerte Flexibilität beim Layout bietet. Farrs Rumpf und die moderate Verdrängung sorgen für echte Segeleigenschaften, während die Konstruktionsdetails und die wasserdichten Schotten auf vernünftige Prioritäten beim Fahrtensegeln schließen lassen.
Vorteile
- Leistungsorientierter Fahrtenyacht-Rumpf mit feinem Vorschiffseintritt und nach achtern getragenem Breite für viel Volumen und Kontrolle
- Drei bis fünf Kabinenaufteilungen, darunter eine sehr geräumige Eignerkabine mit Büro
- Hervorragende Leichtwindleistung durch großzügige Segelfläche; praktisch unter Motor mit kleiner Wendekreis
- Deck mit Schaumkern und Aluminium-Gegenplatten sowie einem wasserdichten Vorsteckschott
Nachteile
- Das klobige Profil mag Traditionalisten nicht zusagen
- Die Backbord-Badeplattform im Achterdeck fehlt in der Drei-Kabinen-Ausführung
- Das Rollgroßsegel im Mast begrenzt die Feinabstimmung des Segelprofils im Vergleich zu einem klassisch gerefften Rigg






