Konzept und Konstruktion
Das Raumnutzungskonzept der Sun Loft 47 spiegelt das offene, gemeinschaftliche Layout eines Katamarans wider – eine Ähnlichkeit, die Rezensenten dazu veranlasste, sie sowohl als Monomaran als auch als Monokat zu bezeichnen. Das Designkonzept wird Jeanneau in Zusammenarbeit mit Philippe Briand zugeschrieben, und das Decks-Layout ist so optimiert, dass Bewegung und Gemeinschaft an Bord erleichtert werden, während private Ecken geschützt bleiben. Durch die Öffnung nach außen maximiert das Boot das Gefühl auf See, ohne auf die Abgeschiedenheit einer Kabine zu verzichten. Ein ausziehbarer Kajütaufbau spannt sich über den Salon und die Plicht, sodass Eigner den Schatten- oder Lichtanteil nach Belieben regulieren können. Der Rumpf selbst greift auf die Produktionsphilosophie von Jeanneau als französischer Großserienwerft zurück: Mit einer Länge über alles (LOA) von 47,31 Fuß, einer Breite von 14,73 Fuß und einer Verdrängung von 27.738 Pfund wird diese durch einen Eisenballast von 7.738 Pfund ausgeglichen, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 28 Prozent entspricht. (1)
Rigg und Decks-Layout
Bemerkenswert ist, wie weit vorn der Mast für ein Einrumpfboot dieser Größe positioniert ist – eine Entscheidung, die das zentrale Deck für das Wohnen statt für das Rigg freigibt. Die Pantry wurde an Deck verlegt, und durch den Ausbau des Salons aus dem Rumpf gewinnt das Boot eine riesige Plicht, die je nach Programm umgebaut werden kann. Vom Heck bis zum Bug gibt es zwei große Sitzbereiche mit klappbaren Tischen und Sitzen, und die Steuerung erfolgt über zwei Steuerräder. Bemerkenswerterweise gibt es am Steuerstand keinen festen Kartenplotter, sondern nur einen Halter für iPads oder Tablets. Unter der Plicht befinden sich zwei große Staufächer, eines feucht und eines vollständig wasserdicht. Der feuchte Stauraum eignet sich für Tauwerk, Wasserspielzeug und ein Beiboot, während der trockene Stauraum für Gepäck sorgt. Weitere Verstecke für Ausrüstung finden sich unter jedem Cockpitsitz. (1)
Unterbringung
Die Schlafplätze sind das Highlight des Sun Loft: Sechs Doppelkabinen bieten Platz für zwölf Gäste plus Skipper, und vier Nasszellen mit Duschkabine sind im Rumpf verteilt. Zwei dieser Nasszellen öffnen sich direkt von den angrenzenden Kabinen aus. Zwei Achterkabinen sind über eine Leiter zu erreichen und verfügen über eigene Stauräume und Nasszellen, während die anderen vier Doppelkabinen einen herkömmlichen Durchgang nutzen und zwei Nasszellen gemeinsam teilen, was sie etwas geräumiger wirken lässt als das achtere Paar. Zwei der sechs Doppelkojen lassen sich zwischen Doppelbett- und Kojenkonfiguration umbauen. Trotz der hohen Anzahl an Kojen und dem Charteranspruch behält der Sun Loft ein luxuriöses Flair bei. Der Salon und die Pantry an Deck wurden speziell verlegt, um Rumpfraum für diese Kojen freizumachen.
Ausrüstung und Pantry
Die an Deck liegende Pantry ist kompakt, aber für ein Charterboot gut ausgestattet: vier Kühlschränke ohne Gefrierschrank (wobei die Boxen unter Null betrieben werden können), eine große Grillpfanne und ein einzelner Herd. Die vielseitige Plicht und die wasserdichten Trockenstauräume unterstützen ein Boot, das eher für Gruppen und Flotteneinsätze als für das Einhandsegeln konzipiert ist, und der offene Decksplan ermöglicht es dem Skipper, eine vollzählig besetzte Crew mit minimalem Aufwand zu überwachen.
Das Fazit
Die Sun Loft 47 ist ein Nischenprojekt, das seine Aufgabe perfekt erfüllt: Sie packt die Geselligkeit und Kabinendichte eines Katamarans auf ein handliches Einrumpfboot für den Charter- und Flotteneinsatz. Sie wird Traditionalisten nicht überzeugen, aber als in Serie gebaute Plattform für Gruppen auf dem Wasser ist sie durchdacht und gut gelöst.
Vorteile
- Sechs Doppelkabinen und vier Nasszellen für bis zu zwölf Personen plus Skipper
- Katamaranähnliches offenes Deck und ausziehbarer Kajütaufbau über Salon/Kompass
- Pantry an Deck und Doppelradsteuerung mit Tablet-Halter, riesiges, umbaubares Cockpit
- Vier Kühlschränke und spezieller feuchter/droger Stauraum im Cockpit
Nachteile
- Kein fester Kartenplotter am Steuerstand, Navigation ist tablet-abhängig
- Kein Gefrierschrank, obwohl die Kühlschränke unter Null Grad laufen
- Das Mast-vorne-Layout mit Deckssalon opfert privaten Innenraum für mehr Kojen



