Design und Konstruktion
Die 460 Grand Large zeigt im Profil einen stumpfen Bug und ein kurzes Heck, mit einem senkrechten Vorsteven, einem flachen Kajütaufbau und drei horizontalen Fenstern im Rumpf für Licht. Ihre Konstruktion besteht aus einem handaufgelegten GFK-Rumpf in massiver Bauweise kombiniert mit einem einteiligen, injiziert geformten Deck, wobei das Laminat selbst mit einem injizierten PVC-Schaumkern handlaminiert ist. Ein harter Knickspant trägt zum beeindruckenden Breitenverlauf bei – der weit nach achtern getragen wird – und zum hohen Freibord, das die Yacht größer wirken lässt, als ihre 46 Fuß Länge über alles vermuten lassen. Unter der Wasserlinie steht eine Auswahl zwischen zwei Kieltypen zur Verfügung, um tiefes und flaches Wasser zu befahren, und das einzelne, halb-elliptische Ruder ist mit geschlossenzelligem Schaumstoff gefüllt. Der Kajütaufbau ist niedrig und die Seitendecks sind breit, mit bündigen Luken, um den Zehen Platz zu schaffen. Das Heckkorb öffnet sich zu einem kompositen Bugspriet – einer Metallstruktur, die mit GFK überzogen ist, in den Rumpf integriert ist und das Anker fest darunter schützt, sodass keine Leinen daran hängen bleiben.
Rigg und Handhabung
Die 460 ist mit einem 9/10-Fractional-Rigg ausgestattet, das einen verjüngten, an Deck stehenden Z-Spar-Mast und zwei nach achtern gepfeilte Salingen aufweist; der Maststütze für den Spargel befindet sich im vorderen Eignerkabinett, sodass sie den offenen Salon nicht behindert. Eine durchgehende deutsche Großschot führt zu zwei Lewmar-Hauptschotwinschen, die von den beiden Steuerrädern aus bedient werden können, während die Fall- und Reffwinschen auf dem Kajütdach am Niedergang positioniert sind, wobei die Leinen über 11 Spinlock-Leinenstopper geführt werden. Die standardmäßige 95-prozentige Selbstwendefock läuft auf ihrer eigenen Schiene vor dem Mast, und ein Facnor-Rollanlage wurde an den Elvstrøm-Dacron-Segeln des Testbootes installiert. Die Rollanlage ist in der Mitte des Bugspriets montiert, der im Vorschiff ein robustes Auger für das Wenden asymmetrischer Kites oder eines Code Zero-artigen Raumwindsegels trägt. Bei leichtem Wind von nur 3 bis 4 Knoten in der Chesapeake Bay stellten die Testsegler von Cruising World fest, dass das Boot auf einem Kurs hoch am Wind so schnell segelte wie der Wind selbst, in Flaute 3,5 Knoten und bei etwas mehr Druck am Wind 4,5 Knoten erreichte. (1)
Unterbringung und Aufteilung
Dufour positionierte den Salon weiter achtern, wo die Breite am größten ist, was das Esszimmer offen wirken lässt. Es verfügt über eine L-förmige Sitzecke und eine innenliegende Doppelbank, auf der sich sechs Personen zum Essen setzen können; das Sofa an Backbord lässt sich anheben und nach innen ziehen, um ein paar Zentimeter Breite zu gewinnen. Die Aufteilung hebt den gesellschaftlichen Aspekt des Segelns hervor, angefangen bei einer kajütebreiten Pantry, die als Teil des Querwandschotts installiert ist, das den Salon von der vorderen Eignerkabine abtrennt. Diese vordere Kabine verfügt über eine Queen-Size-Koje mit seitlichem Zugang und eine geteilte Nasszelle mit einer großen, separaten Duschkabine an Backbord und der Toilette an Steuerbord. Ein umbaubares Navigationseck auf einer Schienenanlage achtern der Außenkabine kann so eingestellt werden, dass es nach vorn oder nach achtern zeigt. Der Tester schrieb in Blue Water Sailing, dass der Schreibtisch kippen kann, um eine ebene Fläche unabhängig vom Krängungswinkel zu schaffen. Eine zweite Nasszelle befindet sich an Backbord, und zwei Doppelkabinen runden den Achterschiffsbereich ab, wobei auch eine Version mit einer oder zwei Nasszellen bestellbar ist. Eine Version mit vier Kabinen und vier Nasszellen ersetzt die Pantry durch einen geraden Durchgang entlang der Steuerbordseite. Ein Weinschrank bleibt wie typisch für Dufour unter den Bodenbrettern beim Niedergang versteckt. (2)
Cockpit und geselliges Beisammensein an Land
Die Plicht ist leicht A-förmig gestaltet und verfügt über einen mittschiffs liegenden Klapp-Tisch mit optionalem integriertem Kühlschrank sowie einem 12-Zoll-Raymarine HybridTouch MFD am hinteren Ende, das von beiden Steuerständen aus einsehbar ist – die Bildschirme sind jedoch nicht drehbar. Die Motorsteuerung befindet sich ausschließlich am Steuerstand auf Steuerbord und ist im Inneren der Radsteuerung montiert. Der Spiegel lässt sich elektrisch anheben und bietet bei abgesenktem Zustand vor Anker oder im Liegeplatz drei Fuß zusätzliche Länge (LOA) und sorgt durch die Teakbank für mehr Platz. Zwei Sektionen des Spiegels lassen sich aufklappen, um eine Barbecue-Platte, eine Spüle und ein Schneidebrett freizulegen, während die Badeplattform einen Eno Plancha Grill beherbergt; dieses Konzept einer Außenküche wurde erstmals auf der GL 500 eingeführt. Die geteilte Pantry im Vorschiff bietet dem Koch jedoch beim Arbeiten in schräger Position kaum Halt, und das Gehen mit heißem Essen von der Pantry zur Plicht ist bei einem krängenden Boot ein weiter Weg.
Antrieb und Motorisierung
Der Standard-Volvo Penta-Diesel mit 54 PS und Saildrive trieb das Testboot an, während ein Upgrade auf einen 75-PS-Volvo verfügbar ist. Auf flachem Wasser der Bucht bei völlig geöffnetem Gaspedal (2.800 U/min) erreichte sie unter Motor 8,7 Knoten, wobei sich eine wirtschaftliche Fahrten-Geschwindigkeit von etwa acht Knoten bei 2.200 U/min ergab. Das Manövrieren in engen Boxen des Marinas war dank des an dem Testboot installierten Holland Marine Jet-Bugstrahlruders einfach; dieses Modell hat die traditionelle Version mit klappbarem Propeller ersetzt und besitzt keinen Propeller, an dem sich Leinen oder Treibgut verfangen könnten. Die Kraftstoffkapazität beträgt 66 Gallonen und die Wasserkapazität 140 Gallonen.
Das Fazit
Die Dufour 460 Grand Large ist ein durchdacht konstruierter 46-Fuß-Segler, der lebendige Leichtwindleistung mit einer wirklich geselligen Aufteilung verbindet – von der Pantry im Achtercockpit über die breite Pantry im Vorschiff bis hin zum klappbaren Navigationstisch. Sie richtet sich an erfahrene Segler, die Küstengewässer befahren, aber dennoch die Robustheit für gelegentliche Törns suchen. Der Knickspant und das weit nach achtern getragene Spant verleihen ihr Volumen und Formstabilität, doch das fehlende Abstützen beim Kochen in der seitlichen Pantry und die lange, kippelige Reise mit heißem Essen sind echte Kompromisse.
Vorteile
- Leichtwindleistung: Segelte bei Windstärken von 3–4 Knoten hoch am Wind auf Kurs
- Innovatives Doppel-Küchen-Setup mit elektrischem, absenkbarem Heckspiegel und Grill
- Neigbare, umbaubare Navigationsecke für aufrechte Arbeit bei Krängung
- Auswahl an Kieloptionen für Tief- oder Flachkiel-Fahrten
Nachteile
- Die seitlich vorn liegende Pantry bietet bei Krängung wenig Halt
- Langer Weg von der Pantry zur Plicht mit heißem Essen bei Krängung
- Das Cockpit-Multifunktionsdisplay lässt sich nicht drehen
- Motorsteuerung nur am Steuerbordsteuerstand




