Design und Konstruktion
Die entscheidende strukturelle Idee ist der gestufte Rumpf, bei dem der Kanu-Rumpf knapp oberhalb der Wasserlinie zu einem scharfen Knick (Kimm) hin dramatisch ausläuft. Diese Geometrie ermöglicht es Beneteau, das Innenraumvolumen zu maximieren, während das Vorschiff einen schmalen Eintritt behält. Die gleiche Architektur nutzt die Plicht optimal aus. Der Rumpf ist im Polyester-Formverfahren hergestellt, während das Deck ein Sandwich aus injiziertem GFK und Schaumkern mit integriertem Antirutschbelag ist. Es gibt drei Kieloptionen: einen flachen gusseisernen Kiel mit 1,75 m Tiefgang, einen Standard-Gusseisenkiel mit 2,36 m Tiefgang und einen tiefen Performance-Kiel aus Gusseisen und Blei mit 2,69 m Tiefgang. Zwillingsruder und eine Spatenkonfiguration vervollständigen das Unterwasserschiff. Erhöhte Sülls mit einer eingegossenen Fußreling im Vorschiff bieten besseren Halt bei Krängung und zusätzliche Sicherheit an Deck. (1)
Rigg und Handhabung
Das Segeln mit kleiner Crew ist auf dieser Yacht dank des Rollmasts, der Selbstwendefock sowie der nach achtern zu einzelnen Winschen an jeder Steuerstandskonsole geführten Fallen und Schoten äußerst einfach. Der an Deck stehende Aluminiummast mit zwei Salingen hat einen Standardhöhe von 66 Fuß 8 Zoll, wobei ein optionales Performance-Rigg mit drei Fuß mehr Höhe in Aluminium oder Carbon sowie ein für die Intracoastal Waterway (ICW) zugelassenes 63-Fuß-6-Zoll-Stick-Rigg erhältlich sind. Ein massiver festes Bugspriet trägt einen Code Zero oder asymmetrischen Spinnaker frei vom senkrechten Vorsteven. Mit dem serienmäßigen Rollgroßsegel im Mast und der Selbstwendefock beträgt die Segelfläche 920 Quadratfuß; die First Line-Version bietet mit ihrem höheren Rigg und dem tieferen T-Kiel mit Bleibombe 28 Prozent mehr Segelfläche. Probensegler empfanden das Rudergefühl als leicht und lohnend, die Doppelräder waren butterweich. Die Wende am Wind erfolgt bei etwa 7,6 Knoten Wind in rund 10 Knoten Windgeschwindigkeit, und auf raumen Kursen erreicht man unter Code Zero fast 9 Knoten Geschwindigkeit.
Unterbringung
Der Innenraum von Nauta wird in hellem Eichen- oder Mahagoniholz angeboten und wirkt modern, hell und geräumig, wobei große Rumpffenster und Decksluken viel Tageslicht in den Salon lassen. Die vordere Eignerkabine profitiert am meisten vom gestuften Rumpf: eine Inselbett-Koje, separate Nasszellen mit Dusche und getrennte Kleiderschränke für Eigner und Ehepartner. Beneteau bietet Versionen mit drei, vier oder fünf Kabinen und bis zu vier Nasszellen an; das Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen zeigt einen U-förmigen Salonbereich, eine L-förmige Pantry mit Kühlschrank, Spüle, zweiringiger Herdplatte, Backofen und Arbeitsplatte sowie einen Kartentisch mit klappbarem Deckel. Eine längsschiffs verlaufende Pantry-Option verschiebt die Pantry nach vorn, um allen drei Kabinen eigene Nasszellen zu ermöglichen. An Deck ist die Plicht riesig – mit zwei Steuerrädern, zwei Bänken, einem mittschiffs liegenden Klapptisch für acht Personen und beidseits des Niedergangs umklappbaren Sonnenliegen, die auf das Vordeck hochgeklappt werden können.
Bekannte Schwachstellen
Ein vor der Serienproduktion gezeigter Prototyp, der von Yachting Monthly begutachtet wurde, wies noch einige unverarbeitete Kanten auf. Derselbe Bericht nannte zudem Mängel bei der Verarbeitungsqualität, freiliegende Verkabelung und mangelnde Stauraummöglichkeiten in der Pantry als Nachteile. Diese Beobachtungen bezogen sich auf ein Boot, das vor dem Start der regulären Produktion gebaut wurde. Der Rezensent merkte an, dass die Abstimmung der Details beim Lackierer und Finisher den 46.1 gegenüber seinen Konkurrenten einen entscheidenden Vorteil verschaffen würde. (2)
Das Fazit
Die Oceanis 46.1 bietet eine seltene Balance aus Eleganz, nutzbarem Raum und Leistung. Sie ist für eine Fahrtenyacht dieser Größe sehr agil, lässt sich leicht einhand oder mit kleiner Crew segeln und verfügt über eine Plicht sowie eine Eignerkabine, die deutlich größer wirken als es die LOA von 47 Fuß 11 Zoll vermuten ließe. Der gestufte Rumpf und das Knickspant-Überwasserschiff sind der technische Trick, der diesen Wohnraum ermöglicht, ohne den schmalen Vorschiffseintritt zu beeinträchtigen. Die verschiedenen Kiel- und Riggoptionen erlauben es dem Käufer, das Boot von einer Fahrtenyacht für Flachwasserreviere bis hin zu einer sportlichen First-Line-Version anzupassen. Die einzigen Punkte, auf die man achten sollte, sind Details bei der Verarbeitung früher Bauten und mäßiger Stauraum in der Pantry bei einigen Layouts.
Vorteile
- Der eingesteppte Rumpf bietet ein außergewöhnliches Innenraumvolumen mit schmalem Vorschiffseintritt
- Einfache Handhabung mit kleiner Crew durch Rollgroßsegel, Selbstwendefock und Leinen an den Steuerständen
- Helle, geräumige Eignerkabine mit Inselbett und separater Nasszelle/Dusche
- Drei Kiel-Tiefen und optionale höhere oder ICW-Mast für unterschiedliche Reviere geeignet
- Doppelruder und leichtes, dankbares Rudergefühl, das von Testseglern gelobt wurde
Nachteile
- Bei dem frühen Prototyp wurden Mängel bei der Endbearbeitung und freiliegenden Kabeln festgestellt
- Die Stauraummöglichkeiten in der Pantry werden in den Standardaufteilungen als begrenzt kritisiert





