Design und Konstruktion
Die 320 ist ein Einrumpfboot mit Flossenkiel, dessen Unterwasserschiff aus massivem, handaufgelegtem GFK besteht, während sowohl Rumpf als auch Deck als Sandwichkonstruktion mit Balsaholzkern ausgeführt sind – eine Methode, die die Werft nutzte, um das Klima unter Deck durch Reduzierung von Kondenswasser und Wärmeübertragung zu verbessern. Der Kern ist überall Balsa, was Respekt erfordert: Jeder Durchbolter, jede Austauschverbindung oder jeder Decksdurchbruch, der das Sandwich öffnet, muss dicht gemacht werden, damit Wasser niemals den Balsaholzkern erreicht. Der Kiel selbst ist aus Eisen und trägt 4.409 Pfund Ballast bei einem Rumpfgewicht von 9.259 Pfund, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 Prozent entspricht. Die Breite beträgt lediglich bescheidene 10,5 Fuß bei einer Länge über alles von 32 Fuß – ein L/B-Verhältnis von 3,06, das auf einen relativ schmalen, seegütigen Mittelverdränger hindeutet und nicht auf eine breite Wohn-Fahrtenyacht. (1)
Rigg und Handhabung
Kjærulff bot die 320 mit verschiedenen Riggs an; sie ist sowohl als Masttoppslup als auch als 7/8-Slup zu finden. Der Segelplan ist auf der konservativen Seite – sie trägt mehr Rigg, als es nur 42 Prozent vergleichbarer Segelboote tun, was sie für ihre Größe mit einem moderaten Segelplan als etwas untertakelt kennzeichnet. Mit dem ISO-Referenzsegel liegt ihr SA/D bei 15,9, steigt mit einer 135-prozentigen Genua auf 18,8 – reichlich, um sie nach Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) (267) zu moderaten Regattayachten zu zählen. Der Flossenkiel weist je nach Beladung einen Tiefgang von 1,75 bis 1,83 Metern auf, was das Boot zwar vor den flachsten Untiefen schützt, aber in die meisten Marinas passt. Ein Saildrive-Getriebe verbindet den einzelnen 16-PS-Yanmar-Diesel mit dem Propeller, und die benetzte Fläche beträgt etwa 312 Quadratfuß. Unterwegs segelt sie mit rund 5,0 Knoten und erreicht ein Höchsttempo von ca. 6,0 Knoten, knapp unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 6,8 Knoten für einen Verdrängerrumpf dieser Länge. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum wie bei vielen ihrer Zeitgenossen aus Mahagoni gehalten – ein warmes und traditionelles Holzhandwerk, das die dänische Werft bevorzugte. Der 32-Fuß-Rumpf bietet einen kompakten, aber funktionalen Fahrten-Innenraum; die Kapazitäten von 32 Gallonen Wasser und 16 Gallonen Diesel sprechen eher für Wochenendtörns und Küstenfahrten als für lange, autarke Schläge.
Bekannte Schwachstellen
Das größte Konstruktionsproblem ist das Balsaholz-Sandwich. Da Balsa als Kernmaterial verwendet wird, erfordert jede Arbeiten, die das Eindringen in den Rumpf- oder Deck-Sandwich erfordert, besondere Sorgfalt, um zu verhindern, dass Wasser mit dem Balsakern in Berührung kommt. Ein undichter Kern verliert an Festigkeit und entwickelt weiche Stellen, deren Reparatur teuer werden kann. (1)
Refits und Eignerschaft
Potenzielle Eigner sollten mit unterschiedlichen Takelungsabmessungen je nach Riggtyp rechnen. Bei der Masttopp-Version betragen die Fallenlängen 30,1 Meter bei einem Durchmesser von 10 mm, die Schoten 9,8 bis 24,5 Meter bei 12 mm, während Cunningham und Kickingstrappe auf 7,5 Meter ausfallen; das 7/8-Rigg teilt sich dieselben Schotlängen. Diese Werte zu kennen hilft dem Eigner, Ersatzteile ohne Überraschungen bestellen zu können.
Das Fazit
Die Bianca 320 ist eine durchdacht konstruierte dänische Regatta-/Fahrtenyacht aus den Mitte der 1980er Jahre: gut ausgewogen in Ballast und Breite, in zwei Rigg-Varianten erhältlich und mit einem Balsaholz-Sandwichbauweise gebaut, der ein sorgsames Eignerverhalten belohnt. Sie ist kein Hochseehai, aber ihre Werte ordnen sie fest in die Kategorie der moderaten Regattayachten mit komfortablen Bewegungsverhältnissen von 23,0 bis 25,7 und einem Kenterungsverhältnis von 1.91 ein.
Vorteile
- Rumpf und Deck mit Balsakern verbessern das Klima im Innenraum und die Isolierung
- Die Wahl zwischen Masttopp- oder 7/8-Rigg passt sich verschiedenen Segelstilen an
- Hohe Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 Prozent und moderates Regattaprofil
Nachteile
- Der Balsakern ist anfällig, wenn Durchführungen nicht dicht abgedichtet sind
- Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen etwas untertakelt
- Der Saildrive und die bescheidenen Tankkapazitäten eignen sich eher für Küstentörns als für lange Törns





