Design und Konstruktion
Die 523 folgt der zeitgenössischen Designsprache von Oceanis mit ihrer Fülle an Bullaugen und Luken. Die Besprechung verzeichnete nicht weniger als zehn Decksluken zwischen dem Bug und dem vorderen Rand des Spritzschutzes. Das gestufte Profil der Deckslinie war zu dieser Zeit zu einem Markenzeichen der neuen Oceanis-Reihe geworden, ergänzt durch einen eleganten Anstieg der Kante im Vorschiff und Schanzkleider, die von der Vorsteven bis zum Achterschiff reichen. Wie viele Entwürfe von Finot verläuft ihre Breite über weite Teile des Bootes von mittschiffs nach achtern, was ihr eine Breite von 42 cm mehr als der Oceanis 50 verleiht und knapp 20 mm unter der des 57 liegt. Im Vergleich zur in Griechenland gebauten Ocean Star ist die Beneteau ganze zwei Tonnen leichter und trägt am Wind 10 m² mehr Segelfläche. Die Decksbeschlag wurde für einfache Zugänglichkeit konzipiert. Die hintere Plicht ist in zwei Hauptbereiche aufgeteilt, mit Doppelradsteuerung und dem bekannten zentralen Durchgang. Tiefe Sülls, zahlreiche Griffleisten und gute Sicherheit machen das Cockpit zu einem sicheren Ort für das Segeln mit der Familie. Große Backskisten befinden sich unter dem Steuersitz und in den Sülls der Plicht, wobei im Sitz selbst eingelassene Mulden für Tassen und Gläser vorhanden sind. Das Beste an einem Rumpf mit hohem Freibord: Eine praktische Fußstütze ist direkt in die Seite des Rumpfes eingelassen, um das Einsteigen zu erleichtern. Der Lackierungsstandard entsprach dem üblichen hohen Niveau von Beneteau, obwohl einige Holzarbeiten etwas anfällig aussahen. (1)
Rigg und Handhabung
Ein Paar Harken 66ST Primärwinschen sitzt auf Halteklampen im Bereich der Plicht und ist für Steuermann und Crew gut erreichbar, während die Kontrollleinen nach achtern zu einem Paar Harken 44ST Winschen an den beiden Seiten des Niedergangs geführt werden. Im Standardzustand verfügt das Boot nur über vier manuell betriebene Winschen – ein Punkt, den man bei der Betrachtung ihrer Systeme berücksichtigen sollte. Die Großschot ist jedoch so weit vorn am Baum positioniert, dass sie außerhalb der Reichweite des Steuermanns liegt, was einen spürbaren Verlust an mechanischem Übersetzungsvorteil bedeutet.
Zwei Räder halten das Steuern leicht und einfach. Testsegler stellten fest, dass sie sich bei leichtem Wind überraschend leicht und direkt steuerte. Unter Motor sorgte der 75 kW (100 PS) Yanmar 4JH für ein gutmütiges Verhalten und eine ordentliche Geschwindigkeit mit rund zehn Knoten Höchstgeschwindigkeit. Trotz des Innenraumvolumens bleibt sie auch bei Krängung leicht zu manövrieren. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Aufteilung unkompliziert: ein U-förmiger Salon an Backbord und eine längsschiffs angeordnete Pantry an Steuerbord, getrennt durch eine zentrale Insel, die zusammen mit den verschiedenen Handläufen einen guten Halt bietet. Die Pantry bietet reichlich Arbeitsfläche und Stauraum; unter den Details, die die Zustimmung eines Testers fanden, sind eine Mikrowelle und eine Geschirrspülmaschine zu nennen, ergänzt durch cremefarbene Zierleisten im gesamten Innenraum. Zwei große Doppelkabinen achtern verfügen jeweils über ihre eigene Nasszelle, während die Eignerkabine großzügige Maße aufweist und ebenfalls über eine eigene Nasszelle verfügt. Eine Skipperkabine mit Nasszelle befindet sich im Vorschiff, die über eine Luke an Deck zugänglich ist. Das Boot ist für acht Kojen ausgelegt. Im Innenraum wurde nichts dem Zufall überlassen, um jeden Tag an Bord außergewöhnlich zu gestalten.
Bekannte Schwachstellen
Das vorn montierte Großschot ist der gravierendste Mangel: Sein weit vorn liegender Schotweg auf dem Baum opfert die mechanische Übersetzung und entzieht sie der Kontrolle des Rudergängers. Die Pantry bietet einen vorderen Zugang, der bei Backbordgenua unhandlich ist, und der Navigationstisch war etwas knapp an Instrumentenplatz. Einige Holzarbeiten wirkten anfällig, obwohl der Lackstandard ansonsten hoch war.
Refits und Eignerschaft
Für Eigner spricht das Standard-Ausrüstungsset mit vier Winschen für eine Umrüstung auf Elektroantriebe, falls schweres Wetter erwartet wird, da die Großschot nur über einen geringen Hebelarm verfügt. Der Rumpf mit hohem Freibord und großer Breite passt hervorragend in den Fußstützen-Ausschnitt, und die tiefe, sichere Plicht reduziert den Bedarf an nachträglichen Sicherheitsanlagen. Die Wassertankkapazität von 165 Gallonen und der Kraftstofftank von 99 Gallonen ermöglichen lange Passagen ohne sofortige Refits der Tanks.
Das Fazit
Die Oceanis Clipper 523 ist eine durchdacht aufgeteilte Fahrtenyacht, deren breite Kimm im Achterschiff, das sichere Cockpit und die großzügige Eignerkabine sie zu einer attraktiven Plattform für das Wohnen an Bord und Langstreckenfahrten machen. Die Geometrie der Großschot und einige Schwachstellen im Innenausbau sind die Kompromisse gegenüber einem ansonsten zugänglichen, gut verarbeiteten Deck und Innenraum.
Vorteile
- Die breite, weit hinten getragene Breite sorgt für hervorragendes Volumen und ein leichtes, direktes Rudergefühl
- Sichere, tiefe Plicht mit Doppelradsteuerung, zentraler Durchgang und durchdachten Stauformen
- Großzügige Eignerkabine und zwei separate Achterkabinen mit insgesamt acht Kojen
- Der Fußstützen-Ausschnitt an der Rumpfseite erleichtert das Einsteigen bei hohem Freibord
Nachteile
- Das weit vorn am Baum montierte Großschot verliert mechanische Übersetzung und Reichweite für den Steuermann
- Der von vorn zugängliche Kühlschrank ist auf der Steuerbord-Wende unhandlich; die Navigationsecke bietet zu wenig Platz für Instrumente
- Die standardmäßige manuelle Bedienung mit vier Winschen schränkt die Handhabung ohne Nachrüstungen ein
- Einige Holzarbeiten im Innenraum wirkten bei der Zeitreise-Besichtigung anfällig







