Design und Konstruktion
Beneteau baute die 523 mit massivem GFK-Laminat im Rumpf, gestützt durch ein innen angebrachtes GFK-Gitter, das gleichzeitig als Befestigungspunkt für die Innenraumkomponenten dient. Das Deck nutzt einen Balsaholzkern zur Strukturierung, während der Bodenbretter-Ausbau von der Bootsbaugewohnheit abweicht und mit einem Hartholz-Bodenlook an ein hochwertiges Zuhause erinnert. Die Decksform folgt der zeitgenössischen Sprache der Oceanis mit einer Vielzahl von Bullaugen und Luken, einem geschwungenen Profil der Deckslinie und einem eleganten Steigungsverlauf des Überhangs im Vorschiff, wobei die Duchten von der Bugspitze bis zum Heck reichen. Allein zwischen dem Bug und dem vorderen Rand des Sprayhoods befinden sich zehn Luken an Deck, und eine praktische Fußstütze in der Rumpfwand löst das Problem beim Einsteigen über das hohe Freibord. Ein tiefer, wasserdichter Ankerkasten mit einer versetzten Luke bedient eine vertikale Ankerwinde und zwei Ankerrollen, und robuste Festmacher sind auf einem Teakdeckel montiert, der das niedrige Kajütaufbau-Überwasserschiff an der Rumpf-Deck-Verbindung abdeckt. (1)
Rigg und Handhabung
Die 523 ist eine 7/8-Slup mit einem Großsegel voller Latten auf einem hohen Baum, wobei die Genuaschotspur weit im Innenbereich neben dem Kajütaufbau liegt und die Wantenbasen mittschiffs auf dem Seitendeck platziert sind, was das Wenden auf 90 Grad Wind leicht macht. Die primären Harken-Winschen befinden sich nahe den beiden Steuerständen, und eine Batterie von Spinlock Fallstoppern bedient sieben Leinen, darunter die Großfall und die Großschot. Probefahrer stellten fest, dass das innenliegende Schotspringen das Boot beim Wenden erleichterte und es keine Tendenz zeigte, gegen das Ruder zu arbeiten, sodass man bei 12 bis 15 Knoten Wind mühelos 8 Knoten laufen konnte. In der Fachzeitschrift Yachting World schrieben Tester, dass sie sich bei leichtem Wind überraschend leicht und feinfühlig steuerte, wobei das Doppelrad-Layout weiterhin einfach zu handhaben blieb. Unter Motor brachte der 100 PS starke Yanmar sie bei 2.800 U/min über 8 Knoten Geschwindigkeit, obwohl damalige Tests den Motor mit 83 Dezibel maßen – lauter als bei vielen anderen Nominierten für das Boot des Jahres. (1)
Unterbringung
In ihrer Zwei-Kabinen-Version widmet die 523 ganze 52 Fuß einem riesigen und komfortablen Wohnbereich: eine vordere Inselbett-Koje mit einfachem Zugang und umgebendem Stauraum sowie eine Achterkabine mit fast-königsgroßer Matratze und einer Nasszelle, die gleichzeitig als Tagebnische mit separatem Duschvorhang dient. Für Segler, die das Boot teilten, war auch ein Drei-Kabinen-Layout erhältlich. Der Salon konzentriert sich auf eine Kuhu-Insel, die oben durch einen Edelstahlmast mit dem Deck verbunden ist; der Navigationstisch blickt nach vorn zur Steuerbordseite und wird von der elektrischen Paneele flankiert, während die Pantry achtern unter das Cockpit geschoben ist und Platz für ein Jahr Proviant bietet. Das Cockpit bietet breite, tiefe Sitze mit hoher Rückenlehne, einen Klapptisch und zwei Türen, die zu einer Badeplattform im gerundeten Heckspiegel führen. Eine separate „Vorschiffskabine“ befindet sich vorne hinter einer vollen Schottwand. Die Rezension von Yachting World beschreibt einen U-förmigen Salon an Backbord, eine Längsküche an Steuerbord, zwei Achterkojen jeweils mit eigener Nasszelle und eine Eignerkabine im Hilton-Stil. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Großschot der Oceanis 523 liegt so weit vorn am Baum, dass sie außerhalb der Reichweite des Rudergängers liegt, was den mechanischen Vorteil der Schot mindert. Die Kühlbox mit Frontzugang erweist sich auf der Steuerbord-Wende als unhandlich, die Navigationsecke ist an Instrumentenplatz knapp bemessen und einige Holzarbeiten wirkten trotz des üblichen hohen Lackstandards von Beneteau anfällig. Dies sind eher Kritikpunkte bezüglich der Aufteilung und der Verarbeitung als strukturelle Mängel. (2)
Refits und Unterhalt
Der herkömmliche Wellenantrieb wird durch eine Standard-Bugstrahlsteuerung ausgeglichen, um die Tendenzen beim Ankern zu kompensieren. Der Motorzugang ist praktisch: Die Einheit lässt sich unter einer Niedergangstreppe verstauen, die auf Luftfedern aufklappbar ist, und der Steuerbereich ist über Schränke unter den Steuersesseln erreichbar. Die beiden Steuerräder teilen sich ein gemeinsames Drahtseil zum Ruderquadranten ohne Redundanz, obwohl eine Notpinne durch eine Decksplatte in den Verbund-Ruderschaft fällt. Eine elektrische Allzweckwinsch an Backbord des Niedergangs und die primären Winschen von Harken reduzieren die manuelle Arbeit; laut Yachting World war das Standardboot mit nur vier manuellen Winschen ausgestattet. (1)
Das Fazit
Die Beneteau 523 ist eine volumenreiche Fahrtenyacht im Entwurf von Groupe Finot, die etwas Segelergonomie gegen außergewöhnlichen Wohnraum an Bord und ein gutmütiges, direktes Rudergefühl eintauscht. Sie belohnt Eigner, die Salonkomfort und einfache Langstrecke über das Handling am Rad stellen.
Vorteile
- Riesiger, gut aufgeteilter Innenraum mit Zwei- oder Drei-Kabinen-Layout und einer separaten Crewkabine
- Müheloses Segeln von 8 Knoten und ein leichtes, direktes Rudergefühl aus der Regattageografie von Finot
- Praktischer Zugang zum Motor und Steuerstand über klappbaren Niedergang und Steuerschränke
- Serienmäßiger Bugstrahlruder und elektrische Winsch erleichtern das Anlegen und die Arbeit an Deck
Nachteile
- Das Großschot außerhalb der Reichweite des Rudergängers reduziert die Kontrolle über den Trimm über das Rad
- Keine Redundanz bei der Doppelradsteuerung durch ein gemeinsames Steuerseil
- Die im Vorschiff zugängliche Kühlbox ist auf der Steuerbord-Wende unhandlich; die Navigationsecke ist eng bemessen
- Motorenlärm von 83 Dezibel, was höher ist als bei vielen zeitgenössischen Booten







