Design und Konstruktion
Die 52.2 hat einen Standardkiel mit einem Tiefgang von 2 Metern und die CE-Kategorie A für Hochseetörns, was darauf hindeutet, dass die Werft sie trotz des sozialen Layouts für den uneingeschränkten Einsatz auf See konzipiert hat. Ihr Rumpf und ihr Deck sind aus massivem GFK gefertigt, und der Eisenballast liegt bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37 Prozent. Der zeitliche Kontext von Jeanneau ordnet sie in die Sun Odyssey-Generation Mitte der 1990er Jahre ein, und sie spiegelt das Konzept mit Achtercockpit und Fokus auf Unterhaltung jenes Jahrzehnts wider. Die Werft beschreibt sie als nach wie vor sehr beliebtes Boot, und die Linien von Farr verleihen ihr ein erkennbares Profil einer Regatta-/Fahrtenyacht ohne spätere Stilwechsel der Marke. (1)
Rigg und Decksbedienung
An Deck ist die Achtercockpit riesig, und die doppelte Steuerung gibt dem Rudergänger volle Kontrolle, ohne die Bewegungsfreiheit der Crew einzuschränken. Die Fockschotwinschen sind für den Steuermann leicht erreichbar, ohne dass gleichzeitig ein Crewmitglied an seiner Blockierwinsche arbeiten muss – ein Detail, das das Manövrieren mit kleiner Crew unter Motor oder Segeln praktisch macht. Eine Kritikpunkt von Cruising World ist das Fehlen von Handläufen auf dem Kajütdach vor dem Mast, was bei Bewegungen nach vorn im Seegang ins Gewicht fällt. Der Cockpittisch ist groß und stabil mit Handläufen, einer soliden Fußstütze und sogar einer integrierten Nachtlicht-Funktion ausgestattet, was die Ausrichtung auf den Komfort unterstreicht. Mit einem Masttoppslup-Rigg und einer Segelfläche von 1.122 Quadratfuß ist sie dafür gebaut, eher aus den Cockpits als vom Vordeck aus gesteuert zu werden. (2)
Unterbringung
Das Boot führt zwei neue Innenraumaufteilungen ein: eine Eignerversion mit drei Kabinen und eine Version mit vier Kabinen. Bei der Eigneraufteilung verfügt die vordere Nasszelle über eine separate Duschkabine an Steuerbord, während sich an Backbord ein neuer Stauraum sowie ein riesiger Kleiderschrank für einfachen und praktischen Zugang befinden; eine Skipperkabine ist ebenfalls verfügbar. Die Vier-Kabinen-Version kann durch ein System aus klappbaren Schotten in der vorderen Kabine zu einer Drei-Kabinen-Version umgebaut werden. Für den Chartermarkt wurde von Cruising World eine Aufteilung mit vier Kabinen, vier Nasszellen plus Crewunterkunft im Vorschiff angeboten, während die Version ohne Crewunterkunft einen direkten Deckzugang zum großen Backskist bietet, in dem sich allerlei Ausrüstung abseits des Wohnbereichs lagern lässt. Die Eignerkoje im Vorschiff ist 60 Zoll breit und die Gästekojen achtern sind 62 Zoll breit – großzügige Abmessungen für eine Serien-Fahrtenyacht. Die Positionierung der Pantry mittschiffs rief bei Cruising World die Bemerkung hervor, dass der Koch „mit dem Rücken zu den Gästen“ sitzt, und schlug vor, sie weiter nach achtern neben den Niedergang zu verlegen. (1)
Elektrik und Systeme
Beide Jeanneau-Yachten in der Cruising World-Rezension teilten sich eine sehr gute Schalttafel, die einfach zugänglich ist, um sie zu inspizieren oder zu warten, mit nummerierten Leitungen und Abdeckungen über dem 110-Volt-Dienststrom – ein praktisches Detail für Eigner, die eine Störung lokalisieren müssen. Die Tankkapazitäten sind großzügig bemessen: Die Werft gibt 105,67 US-Gallonen Kraftstoff und 227,19 US-Gallonen Wasser an, während die Rezension 100 Gallonen Kraftstoff und 265 Gallonen Wasser sowie eine Fäkalientank-Kapazität von 10 Gallonen pro Toilette nennt. Als Hilfsmotor dient ein Yanmar-Diesel, der vom Rezensenten mit 88 PS angegeben und in der Datenbank mit 74 PS aufgeführt wird; er treibt einen direkten Wellenantrieb an. Die Angaben zum exakten Motorleistung variieren je nach Quelle. (2)
Das Fazit
Die Sun Odyssey 52.2 ist eine volumenreiche Fahrtenyacht für Partyschiffe mit echter Hochseetauglichkeit und flexiblen Kabinenaufteilungen. Sie belohnt den Käufer, der Wert auf Gästezimmer, einfache Elektroinstallationen und ein Steuerungsdesign legt, das nicht gegen die Crew arbeitet. Die aus dem Charter abgeleiteten Layouts und die Pantry mittschiffs zeigen jedoch, dass ihre sozialen Prioritäten über die Seemannschaft beim Wohnen an Bord gestellt werden.
Vorteile
- CE-Kategorie A mit 2-Meter-Tiefgang und 37-prozentigem Ballastanteil für Hochseetauglichkeit
- Drei- und Vier-Kabinen-Layouts mit klappbaren Schotten und einer separaten Dusche in der Eignerkabine
- Riesiges Achtercockpit mit doppelten Steuerständen und von der Plicht aus erreichbaren Fockwinschen
- Nummeriertes Schaltbrett mit Wartungszugang und 110-Volt-Schaltern
Nachteile
- Keine Handläufe auf dem Kajütdach vor dem Mast
- Die Pantry mittschiffs sorgt dafür, dass der Koch mit dem Rücken zu den Gästen steht
- Cruising World bewertete das Boot als eher charter- und unterhaltsorientiert als für langfristiges Wohnen an Bord







