Design und Konstruktion
Der von Finot-Conq entworfene Rumpf weist im Heckbereich ausgeprägte Knickspante auf, die das Innenraumvolumen vergrößern und die Krängung verringern. Der Bug bleibt stumpf mit einem flachen Boden unter einem einzelnen Spatenruder. Beneteau sparte beim Vorgängermodell rund 540 kg ein, was durch den Wegfall von Holzinnenausbauten und eine überarbeitete Heckklappe erreicht wurde. Diese lässt sich zwar nach unten klappen, um eine Badeplattform zu bilden, besitzt aber nicht mehr die breite Sitzkante des Vorgängers. Die weit nach achtern getragene Breite bietet der Plicht ungewöhnlich viel Platz für ein Boot dieser Größe. Sechs große Rumpffenster fluten den Innenraum mit Licht, und die niedrigen Seerelingen werden durch zwei lange Seitenschotts für das Be- und Entladen am Steg oder mit dem Beiboot ergänzt. Die offene Bugplicht und die robusten Festmacher, an denen eine 1-Zoll-Leine belegt werden kann, vervollständigen ein Deck, das für einfaches Handling gebaut ist. (1)
Rigg und Handhabung
Der nach achtern verlagerte Z-Spar-Mast schuf Platz unter Deck und öffnete das Vorsegeldreieck, wobei der Stützpfeiler nun durch den Salontisch verläuft. Das Standard-Rigg trägt eine 95-prozentige Selbstwendefock auf einer Facnor Rollfockanlage, die an einer Schiene direkt vor dem Mast gefahren wird, während größere Vorsegel zu Schienen außen am Kajütaufbau geführt werden. Ein deutsches Großschotsystem ist am integrierten Geräteträger befestigt, der auch als Handlauf nach vorn dient. Probefahrer berichteten, dass das Boot mit verbesserten Elvstrom-Laminatsegeln bei 8 Knoten wahrem Wind mit 6,9 Knoten Geschwindigkeit glitt und bei einer Böe von 10 Knoten auf Halbwindkurs auf 7,5 Knoten beschleunigte, obwohl die Geschwindigkeit bei 150 Grad Abfall auf 3,7 Knoten fiel. Unter einem 45 PS starken Yanmar mit Saildrive erreichte sie auf flachem Wasser 8,5 Knoten bei 3.000 U/min und segelt schnell mit 7,4 Knoten bei 2.200 U/min, wobei die Reichweite bei 5,5 Knoten und einem Verbrauch von etwa 0,23 Litern pro Stunde bei knapp 600 Seemeilen liegt. (1)
Unterbringung
Vier Layout-Optionen unterscheiden sich nur an den Bug- und Heckenden, während der Salon, die Pantry und die Nasszelle identisch bleiben. Die Eignerkabine im Vorschiff gewann Platz, als der Mast nach achtern verlegt wurde, mit Doppeltüren für mehr Privatsphäre und einer Inselbett-Koje auf der Mittellinie oder schräg nach Steuerbord, falls eine separate Nasszelle hinzugefügt wird. Ein sanft geneigter Niedergang mit langen Handläufen führt zu einer U-förmigen Sofakoje an Steuerbord und einem riesigen Klapp- bzw. Schwenktisch; die L-förmige Pantry an Backbord bietet einen zweiflammigen Eno-Herd, eine Vitrifrigo-Kühlschrank und Schubladen mit Soft-Close-Funktion. Die Zwei-Kabinen-Version ergänzt sich um einen technischen Raum für eine Geschirrspülmaschine und einen großen Backskisten-Backskist, der von innen zugänglich ist, während die Drei-Kabinen-Layouts die vordere Eignerkabine gegen zwei Achterkabinen eintauschen. Yachting Monthly bemerkte, dass die L-förmige Pantry für ein Boot dieser Größe recht klein ist und nur begrenzte Trockenfläche bietet, sowie dass die Aufteilung am besten bei einem ausgewogenen Kiel funktioniert, da Pantry und Nasszellen bei Krängung unhandlich sind.
Bekannte Schwachstellen
Ein schlecht eingestelltes Rigg beeinträchtigte die Leistung am Wind in den Tests. Der Tester von Yachting Monthly stellte eine mäßige Höhe am Wind fest, was teilweise auf das Problem zurückzuführen war, dass das Vorstag nicht richtig gespannt werden konnte. Entweder war der Vorstagspanner oder der Achterstagspanner zu lang, oder eine Kombination aus beidem, wodurch sich die Blöcke des Achterstags berührten und ein spürbares Vorstagdurchhängen entstand. Versuche, höher als 34 Grad zu kreuzen, verringerten die Geschwindigkeit und ließen das Boot träge wirken, obwohl ein Abfallen auf 34 Grad einen Knoten und einen halben bescherte. Kleine Gegenstände im Stauraum unter den Sitzen konnten durch eine Lücke von mehreren Zoll an der Unterseite in den Salon fallen, wodurch Flüssigkeiten oder Staub in den Schrank gelangen konnten.
Refits und Eignerschaft
Der Motor befindet sich weit achtern unter den Niedergangsstufen, was den Zugang zum Hauptkraftstofffilter, dem Seewassersilter und der Frischwasserpumpe erleichtert. Die umgekehrten L-förmigen Paneele und die zentrale Einheit zwischen den Achterkabinen bieten guten Zugang zu beiden Seiten. Die Batterien liegen unter der Backbord-Achterkoje, der Kraftstofftank und der Warmwasserbereiter unter der Steuerbordkoje. Das Performance Pack-Option setzt das German System und die Elvstrom-Segel ein. Zu den Optionen gehören ein Sprit für die Downwind-Segel, eine doppelte Bugrolle, Rollgroßsegel und Carbon-Räder an den beiden Steuerrädern. Die B&G-Elektronik und Multifunktionsdisplays sind in die Plicht integriert, während die Badeplattform am Spiegel und die klappbaren, leichten Radsessel sowohl für das Wohnen an Bord als auch für den Charterbetrieb geeignet sind.
Das Fazit
Die Oceanis 41.1 ist eine durchdacht modernisierte Fahrtenyacht, die etwas Leistung am Wind gegen Volumen, Licht und einfache Handhabung mit kleiner Crew eintauscht. Der Knickspant-Rumpf und der weit hinten positionierte Querschnitt sorgen für eine bemerkenswert offene Plicht und Kabine für diese Bootslänge, und die Verschiebung des Mastes nach achtern verbessert die Eignerkabine spürbar. Käufer sollten die Trimmung des Riggs angesichts der Probleme mit den Tensioner-Längen als Priorität beim ersten Betrieb betrachten und die bescheidene Größe der Pantry als Preis für den sozialen Raum auf dem Boot akzeptieren.
Vorteile
- Der nach achtern verlegte Mast öffnet das Vorsegeldreieck und vergrößert die vordere Kabine
- Das Knickspant-Rigg im Heck erhöht das Volumen und begrenzt die Krängung laut Herstellerangabe auf etwa 5 Grad
- Helliger Innenraum mit sechs Rumpffenstern und einem schrägen Niedergang
- Einfacher Motorzugang über den Niedergang und die hinteren Paneele
- Einfache, aus der Plicht bedienbare Segelsteuerung mit Selbstwendefock als Standard
Nachteile
- Fehler bei der Länge der Vorstag-/Achterstagspanner beeinträchtigen die Leistung am Wind
- Die Pantry ist für die Bootsgröße klein und bietet beim Krängen nur begrenzte Arbeitsfläche
- Der Spalt unter den Sitzen kann dazu führen, dass Gepäck im Salon herausrutscht
- Die leichte Ruderanlage am Wind arbeitet sich beim Abfangen schnell voll







