Design und Konstruktion
Die Oceanis 350 ist aus massivem GFK gebaut, wobei das Deck mit einem Balsaholzkern im Endgrat-Laminat versehen ist. Ein Großteil der Steifigkeit resultiert aus einer komplexen Innenschale mit angeformten Bodenwrangen, die mit dem Rumpf laminiert sind. Schotten sind nicht einlaminiert, sondern sitzen in Kanälen im Rumpf und in den Kajütauskleidungen, werden anschließend mit Epoxidharz verklebt. Diese Methode hält die Struktur aufgeräumt, verdeckt jedoch die Fugenlinien. Der externe Eisenballast trägt die Kielbolzen, die in Stahlbuchsen eingebettet sind, die in den Kiel eingeformt wurden. Bei der Flachkiel-Version wurden die Winglets separat angeschraubt. Der Standardkiel ist ein Fahrten-Flossenkiel mit geneigter Vorderkante und flachem Verlauf. In einigen Märkten war ein Flachkiel mit 1,27 m (4 Fuß 2 Zoll) Tiefgang serienmäßig, während ein 1,57 m (5 Fuß 2 Zoll) langer Flossenkiel ohne Flügel optional war. Die Propellerwelle verlässt den Rumpf über einen kurzen Stützskeg, und das Ruder ist ein balancierter Spatenruder, der hinter einer kleinen, skegähnlichen Stütze montiert ist. Practical Sailor bewertete die Bauqualität als durchschnittlich bis überdurchschnittlich für eine Serienyacht dieser Art. (2)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als Masttoppslup mit zwei zurückgepfeilten Salingen ausgeführt, wobei ein Babystag bis zum Bug reicht, um den Mast aufrecht zu halten und das Pumpen zu verhindern. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 16 trägt das Boot nicht genügend Tuch, um bei unter sechs Knoten Wind gut zu segeln. Ein Eigner refft das Großsegel ab 20 Knoten oder auf Halbwindkursen, um das Boot ausgewogen zu halten. Sie läuft recht gut Höhe, besser mit dem tieferen Flossenkiel als mit dem flachen Flügelkiel. Der sehr flache Vorfuß, der die Manövrierbarkeit im Hafen erleichtert, macht die Handhabung in der Welle jedoch nicht einfach. Ein Eigner bemerkte, dass das Boot stampfen kann, wenn es direkt gegen hohe Wellen fährt, obwohl ein anderer berichtete, dass sein Boot nie gestampft habe. Das breite Heck neigt dazu, in einer großen achterlichen Welle auszubrechen, und das hohe Freibord erschwert das Anlegen bei Seitenwind. Die meisten Eigner stimmen jedoch darin überein, dass das Boot sich gut ausbalanciert und recht seegütig ist. (2)
Unterbringung
Unter Deck verleihen helle Eschenfurniere den Kabinen ein luftiges Gefühl, obwohl ein Eigner feststellte, dass die Oberfläche bei Feuchtigkeit zu Dellen neigt und dunkel wird. Die meisten Boote sind im Drei-Kabinen-Layout ausgeführt, was mindestens zwei Paaren viel Privatsphäre bietet. Ein anderer Eigner bemerkte jedoch, dass drei Kabinen das Boot eher für kleine Menschen geeignet machen. Eine Charterversion mit zwei Achterkabinen wurde nur in Frankreich gebaut und verzichtete auf den Backskisten-Schrank sowie die Nasszelle an Steuerbord. Die Achterkabine befindet sich unter einer leicht erhöhten Plicht, wobei das Brückendeck auf der Höhe der Sitze liegt; die Nasszelle liegt achtern an Steuerbord und ist mit Warmwasser- und Kaltwasserdusche ausgestattet. Die Pantry gegenüber verfügt über einen zweiflammigen Herd mit Backofen, eine doppelte Spüle, eine 12-Volt-Kühlschrank-Installation und eine Kühlbox, die Eis vier Tage lang im Tropenraum frisch hält. Der Stauraum ist jedoch so knapp bemessen, dass ein Eigner seine Töpfe in der feuchten Backskiste lagerte. Ein eigener Navigationsplatz blickt nach achtern, und die vordere Luke ist zu klein, um Segeltaschen hindurchzuziehen. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die Berichte der Eigner konzentrieren sich auf einige wiederkehrende Mängel. Die Goiot-Rollfock eines Bootes aus dem Jahr 1988 entwickelte übermäßigen Reibungswiderstand. Mehrere Eigner beschwerten sich über das elektrische System: Das Schaltbrett nutzte elektronische Sicherungen auf einer Leiterplatte, und ein anderer Eigner stellte zu dünne, unverzinnte Kabel mit starken Spannungsabfällen fest. Das umlaufende Panorama-Sternenschott sorgte für Kritik wegen Undichtigkeiten und Gasblasenbildung durch den Kleber. Die Belüftung unter Deck wurde von fast allen Eignern außer im Nasszellenbereich als unzureichend bezeichnet. Bei dem Flachkiel können die Flügel manchmal einen zweiten Ankerkettenstrang blockieren. Ein Eigner kritisierte das Decksschuhdeckel als zu dünn mit einem großen Loch und die Bugrolle als zu kurz für einen klappbaren Pflug. (2)
Besitzerhinweise
Die Werft bot ein neues Konzept für das Glück auf See an, das auf Familien und Segelpaare ausgerichtet war. Das Konzept war stark auf den Chartermarkt fokussiert, zog aber auch Familien-Eigner an. Die nachgelieferte Unterstützung von Beneteau bei der Behebung der oben genannten Probleme wurde von den Eignern gelobt. Ein 28 PS starker Volvo 2003 Diesel läuft mit 7 Knoten bei 2.000–2.200 U/min, hat 21 Gallonen Kraftstoffkapazität und 82 Gallonen Wasserkapazität. (1)
Das Fazit
Die Oceanis 350 ist eine komfortable Fahrtenyacht für das Wohnen an Bord, die etwas Seetüchtigkeit gegen Volumen und einfache Hafenmanöver eingetauscht hat. Sie belohnt den Käufer, der die bekannten Schwachstellen im Elektriksystem und bei den Decksskalen inspiziert und ihr helles, geselliges Innenraumkonzept schätzt.
Vorteile
- Helle Drei-Kabinen-Aufteilung mit Achterkabine und nach achtern gerichteter Navigationsecke
- Schnell und agil bei leichtem bis mäßigem Wind; ausgewogenes Spatenruder
- Gut isolierte Kühlbox; großzügige Pantry in einem 34-Fuß-Rumpf
Nachteile
- Unzureichende Belüftung unter Deck außer im Nassbereich
- Elektrisches System mit Schalttafeln und zu dünnen Kabeln
- Flacher Vorfuß sorgt für mäßige Manövrierbarkeit im Seegang und stößt das Boot am Bug










