Design und Konstruktion
Die Oceanis 300 wird von der französischen Werft Bénéteau mit einem massiven GFK-Rumpf gebaut und trägt das Design-DNA anderer Modelle der Flotte: Sie teilt sich den gleichen Rumpf wie die Figaro I und First 31.7, während sie die Plicht der First 310 übernimmt. Zwei Versionen verließen die Werft – eine mit Flossenkiel und eine mit Hubkiel und Doppelruder – wobei sich die Clipper-Version als beliebter erwiesen hat. Der Kiel selbst ist aus Eisen, und die Flügelkiel-Konfiguration hält den Tiefgang gering bei etwa 4,4 bis 4,7 Fuß je nach Beladung, sodass das Boot problemlos in flache Marinas gleiten kann. Mit einer Länge über alles (LOA) von 9,47 Metern, einer Breite von 3,23 Metern und einer Verdrängung von fast 3.200 Kilogramm weist die Yacht ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 33 Prozent und ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,83 auf. Diese Werte ordnen sie eher zu den leichteren Regatta-/Fahrtenyachten als zu schweren Langstrecken-Fahrtenyachten. (1)
Rigg und Handhabung
Das Masttopprigg ist mit Rollfock sowohl für das Großsegel als auch für das Vorsegel ausgestattet. Diese Konfiguration ermöglicht ein schnelles und einfaches Aufriggen und stellt eine messbare Verbesserung im Handling gegenüber früheren Beneteau-Modellen dar. Probefahrer empfanden das Boot als schnell und unterhaltsam zu segeln, da es einfache Handhabung mit hervorragenden Leistungen am Wind und vor dem Wind verbindet. Zudem verhält es sich selbst bei schwerem Wetter sehr gut. Sowohl die Version mit Flossenkiel als auch die mit Hubkiel sind stabil und leicht zu segeln. Die Bewertungen weisen darauf hin, dass der Entwurf auch anspruchsvollere Blauwassersegler zufriedenstellen sollte. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 21 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 132 verhält sich der Rumpf wie ein leichter Regattakreuzer; die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,2 Knoten mit einem berechneten Maximalwert von fast 6,4 Knoten. In einer Rezension auf yachtdatabase.com wurde das Kenterungsverhältnis mit 2,21 gemessen, was bedeutet, dass dieses Boot nicht für Hochseeregatten zugelassen würde. Das Komfort-Ratio von 16,0 und ein Immersionsverhältnis von etwa 1.063 Pfund pro Zoll vervollständigen das Bild eines steifen, agilen Fahrtenyachts für Küsten- und Mittelreviere. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Oceanis 300 geräumig und luftig, mit einer Fülle von zu öffnenden Luken, die die Kabine mit natürlichem Licht und guter Belüftung fluten. Die Werft positionierte die Lebensqualität an Bord als Grund, um weiter und länger zu segeln – und die Unterkunft hält, was sie verspricht: Eine U-förmige Pantry befindet sich am Fuß der Niedergangstreppe für direkten Zugang zur Plicht, während ein Salontisch, groß genug für das gemeinsame Essen der gesamten Crew, den Hauptsalon dominiert. Die achtere Nasszelle mit Dusche ist eine einteilige GFK-Bauform für einfache Reinigung, und zwei Kabinen in hochwertigem Kirschbaumholz bieten reichlich Stauraum. Die Clipper-Version bietet denselben luxuriösen Charakter wie die anderen Beneteau Clippers, sodass das Boot auf See oder im Hafen ein angenehmer Wohnraum ist.
Das Fazit
Die Oceanis 300 hat ihren Ruf als gutmütige und seetüchtige Fahrtenyacht verdient, die auch für das Fahrtensegeln mit der Familie absolut zugänglich bleibt. Ihr gemeinsamer Rumpf von Finot verleiht ihr eine Agilität und ein Gleichgewicht, das reine Langstrecken-Fahrtenyachten fehlen, während das Rollfock-Rigg und der durchdachte Innenraum das Leben an Bord unkompliziert machen. Der geringe Tiefgang und die Leichtbau-Maße eignen sich eher für Küstenfahrten und moderate Offshore-Einsätze als für schwere Hochseegontermärkte, aber Stabilität und Komfort des Bootes haben es zu einem beständigen Favoriten gemacht.
Vorteile
- Der aus Regatten abgeleitete Rumpf, der mit dem Figaro I und dem First 31.7 geteilt wird, sorgt für ein lebendiges, agiles Handling
- Rollgroßsegel und Rollfock für ein schnelles, einfaches Aufriggen
- Luftiger, geräumiger Innenraum mit Kajüten aus Kirschbaumholz und einer praktischen Küchenplatzierung
- Der Flachkiel mit moderatem Tiefgang eignet sich hervorragend für flache Marinas
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis schließt die Teilnahme an Hochseeregatten aus
- Das leichte Verdrängungsprofil eignet sich eher für Küsten- und Mittelstreckenfahrten als für schwere Blauwassersegler










