Design und Konstruktion
Die 33.5 zeichnet sich durch eine konservative Rumpfform mit kurzem Vorstevenüberhang und einem breiten Heck aus, die Hunter nutzte, um die Segellänge zu verlängern, die Plicht zu vergrößern und Platz im achteren Bereich zu schaffen. Unter der Wasserlinie waren die Rümpfe aus massivem GFK ohne Kernmaterial gefertigt. Hinter dem Gelcoat wurde die Oberfläche mit einer Schicht aus geschnittenem Strandgarn-Mattenmaterial (Chopper-Gun) versehen, und der Ballast war außen am Rumpf angebracht. Das Kielprogramm war ungewöhnlich breit: Hunter entwarf vier Konfigurationen – den Bulb-Wing-Kiel, einen tiefen Flossenkiel, einen elliptischen Flügelkiel und den Collins-Tandemkiel –, führte anschließend Polarplots und Prüfungen auf zwei identischen Rümpfen durch, um die beste Variante zu ermitteln. Die Werft gab an, dass sich der tiefe Flossenkiel und der Bulb-Wing-Kiel als überlegen erwiesen und der Bulb-Wing-Kiel bei allen Bedingungen während der Segeltests leicht bessere Leistungen zeigte. Der Bulb-Wing selbst ist ein bescheidenes Anhängsel mit winzigen Flügeln, die um etwa acht Grad nach unten geneigt sind, und einem Bulb, das wie eine abgeflachte Ellipse geformt ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das hohe 7/8-Rigg des Bootes folgt dem Bergstrom-Ridder-Layout mit doppelt zurückgepfeilten Salingen, doppelten Wanten und Unterwanten von den inneren Püttingen, während das Achterstag geteilt ist, um die Ruderpinne frei von störenden Ankerketten zu halten. Ein Kompromiss der gepfeilten Salingen ist, dass sie einschränken, wie weit der Baum gefiert werden kann. Unter Segeln und unter Motor läuft die 33.5 gut; der Flachkiel mit Bulbflügel- und Spatenruder ermöglicht schnelle Wendungen im engen Ankergewässer. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 17 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis nahe 243 liegt der Entwurf im Bereich der Fahrtenyachten mit moderater Leistung und nicht in der Kategorie der Leichtdeplacement-Regattayachten. (1)
Unterbringung
Unter Deck setzt das Layout auf eine gemütliche Dinette an Steuerbord und eine geteilte Nasszelle mit Waschbecken im Vorschiff, wobei die Pantry so weit nach achtern verlagert wurde, wie es der Rumpf zuließ, um dem Koch den Weg freizuhalten. Eine große Doppelkoje ist tief unter das Cockpit geschoben und nutzt das Volumen des breiten Hecks optimal aus. Die Standardausrüstungsliste enthielt sogar ein Exemplar von Chapman's Piloting, Seamanship and Small Boat Handling, was ein aussagekräftiges Zeichen für die Ausstattung des Bootes bei Lieferung ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Eigner der 335 von 1990 berichten, dass das Boot weder eine Option für einen Ankerrollenhalter noch eine praktische Möglichkeit zum Nachrüsten bietet. Dies ist ein echter Nachteil für Fahrtensegler, die beim Buganker eine Ankerrolle mit Ankerleine bevorzugen. (2)
Das Fazit
Die Hunter 33.5 ist eine gut durchdachte Mittelgrößen-Fahrtenyacht aus der späten 1980er-Jahre von Hunter Marine. Sie kombiniert einen konservativ geformten Festrumpf mit einem ungewöhnlich gut erprobten Kielprogramm und einem geräumigen, zukunftsorientierten Innenraum. Der Flachkiel mit Bulbflügeln machte das Boot für flache Häfen zugänglich, ohne auf schnelles, sicheres Handling zu verzichten. Das geteilte Achterstag und das 7/8-Rigg zeigen einen echten Anspruch auf Performance-Cruising statt auf reines Wohnraumvolumen. Die fehlende Ankerrolle ist der einzige klare Ergonomie-Mangel für den anspruchsvollen Fahrtensegler.
Vorteile
- Breites, bewährtes Kielprogramm mit dem Bulb-Wing-Kiel, das bei Werfttests bevorzugt wird
- Schnell drehender Flachkiel-Rumpf mit Spatenruder
- Geräumiger, nach achtern ausgerichteter Innenraum mit Sitzecke und einer großen Doppelkoje achtern
- Gutes Rudergefühl durch geteiltes Achterstag und innenliegende Püttinge
Nachteile
- Keine Option für eine Ankerrolle oder Nachrüstung beim Exemplar von 1990
- Zurückgepfeilte Salingen begrenzen die Hubbreite des Baums




