Beneteau First 40 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Bruce Farr·2007·Beneteau
Beneteau First 40 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
40.16' · 12.24 m
Verdr.
16.614 lbs · 7.536 kg
Erstes Baujahr
2007

Der Beneteau First 40 wurde als von Farr entworfener Nachfolger des äußerst erfolgreichen First 40.7 vorgestellt. Er ist einen Fuß länger als sein Vorgänger und verfügt über ein um 25 Prozent höheres aufrichtendes Moment in einem breiteren, tieferen und schlankeren Anker. Das in Europa ein Jahr vor dem Verfassen dieser Übersichtsarbeit auf den Markt gebrachte Modell hatte bereits rund 100 Käufer gefunden und ließ sich keine Zeit mit der Bewährung: Bei der jüngsten Ausgabe der Rolex Sydney Hobart Regatta sicherte es sich unter IRC die Plätze eins und zwei, wobei eine Rumpfversion den Gesamtsieg errang und die andere, Wicked, Zweite im Gesamtklassement wurde. Bruce Farr formte den Rumpf; Nauta Design legte den Innenraum an. Das Ergebnis ist ein Maßstab in der 40FußKlasse, den die Werft als kompromisslos in Sachen Sicherheit beschreibt, während das Leben an Bord dennoch äußerst angenehm bleibt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
40,16 ft
Länge an Deck
40,17 ft
Länge in der Wasserlinie
35 ft
Breite
12,75 ft
Tiefgang
8,04 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
62 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
6.610 lbs (Blei)
Verdrängung
16.614 lbs
Wasserkapazität
52 gal
Kraftstoffkapazität
36 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
51,08 ft
Unterliek Großsegel
17,67 ft
Vorsegeldreieck Höhe
52,67 ft
Vorsegeldreieck Basis
15,08 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
54,79 ft
Segelfläche
848 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
20,83
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
39,79
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
172,99
Komfort-Ratio
23,68
Kenterungsverhältnis
2
Rumpfgeschwindigkeit
7,93 kn

Design und Konstruktion

Die First 40 wird mit einem massiven Rumpf und einem Deck mit Balsaholzkern gebaut. Dabei kommt ein vinylesterharzinfundiertes Laminat mit zonenbezogenen Stitchmat-Laminaten zum Einsatz, die für zusätzliche Festigkeit in hochbelasteten Bereichen wie dem Anker platziert sind. Ein strukturelles Gitter bildet Teil einer Rumpfinnerei, die direkt mit dem Rumpf laminiert ist. Die Hauptschotten sind über 360 Grad mit dem Rumpf verklebt, und formverleimte Decksbalken sorgen für zusätzlichen Halt. Unter Decksbeschlägen wie den Schotwinschen, den Schienen und der Ankerwinde befinden sich verstärkte Massivglas-Laminate. Das Deck selbst ist für Leichtigkeit, thermische Isolierung und akustische Ruhe mit einem Balsaholzkern ausgestattet. Von dem steilen Vorsteven bis zum leicht geneigten Heck sind die Linien im Wesentlichen gerade und modern. Der Kajütaufbau ist als flacher Keil geformt, und die breiten, gut nutzbaren Seitendecks bieten viel Platz. Ein kleiner Teak-Fußreling verleiht dem Boot eine Portion Eleganz, und der Rumpf wird durch dezente Verzierungen mit schwarzen Streifen auf grauem Grund abgerundet. (2)

Rigg und Handhabung

Das hohe Rigg trägt einen verjüngten Mast mit drei Salingen im 9/10-Fraktional-Rigg, wobei der Standardmast auf zwei Salingen und ein stehendes Gut aus flachem Dyform-Stahl verzichtet. Einzelne Pod-Püttinge eliminieren praktisch jegliche Sorge vor Spaltkorrosion in der Zukunft. Ein hydraulischer Baumniederholer und ein Doppelprofil am Vorstag sind serienmäßig, und das einzelne Achterstag ist mit einem hydraulischen Trimmgerät ausgestattet. Das Boot ist primär für unüberlappende Vorsegel konzipiert, und ein ausziehbarer Carbon-Bugspriet vereinfacht die Arbeit mit dem asymmetrischen Spinnaker. Die Schotführung folgt dem deutschen System, bei dem die Schotwinschen auch die Großschot übernehmen, und die Großschot-Wantenschiene liegt direkt vor dem Steuerrad auf dem Boden. Probefahrer empfanden sie als extrem leicht und gut ausgewogen am Wind bei 5–8 Knoten wahrem Wind. Bei 10–13 Knoten lief sie dank des hochgezogenen Ruders sehr kursstabil und mit sehr wenig Ruderdruck. Mit dem tiefen T-Kiel fühlt sie sich ähnlich wie die First 10R an, ist jedoch keineswegs so nervös. Bei starkem Wind (20–22 Knoten) schnellt sie hoch und fächert in Böen mit präziser Ruderwirkung auf, obwohl ihre Bewegungen dann eine unerwartete Heftigkeit entwickeln.

Kieloptionen und Leistung

Es werden zwei Kielversionen angeboten: eine Standard-Version mit geringem Tiefgang von 6 Fuß 4 Zoll und ein tiefergehender T-Kiel aus Gusseisen mit Blei-Anteil mit 8 Fuß Tiefgang. Der tiefe Kiel wiegt etwa 760 Pfund weniger als der flache und hat deutlich weniger benetzte Fläche, was einen spürbaren Leistungsvorteil vor dem Wind bringt. Die kraftvollen Hecksektionen des Rumpfes und ein großzügiger, aber flacher Hecküberhang verlängern die statische Wasserlinie und reduzieren die benetzte Fläche. Im Fahrtmodus fanden Tester das Boot sehr steif und sicher genug, um die Crew zu unterstützen. Vor dem Wind sorgte sie mit dem Kite selbst bei leichtem Wind für viel Druck und ein gutes Rudergefühl. Bei 15–22 Knoten Wind lief sie mit minimalem Aufwand und ohne Gewicht im Geländerbereich bis zu 6,7 Knoten oder mehr. (1)

Unterbringung

Der Innenraum von Nauta ist eine helle Mischung aus weißem Laminat und hellem Eichensperrholz, die eine luftige, moderne Atmosphäre schafft. Die Aufteilung unter Deck ähnelt der des 40.7, wobei die Nasszelle im Vorschiff eine eigene Bugkabine ermöglicht; die V-Koje ist 6 Fuß 8 Zoll lang. Zwei gleich große Doppelkojen achtern sind geräumig, mit einer Stehhöhe von 6 Fuß und Kojenlängen von etwa 6 Fuß 6 Zoll. Die Pantry befindet sich direkt an Backbord beim Abstieg unter Deck, mit zwei nach vorn gerichteten Spiegeln, einer guten Kühlbox und einem kleinen zweiflammigen Herd. Die umlaufende Navigationsecke gegenüber ist das herausragendste Merkmal im Innenraum. Ein mittschiffs positionierter Tisch lässt sich öffnen, um den Großteil der Crew unterzubringen, obwohl seine Position den Salon für das Auflegen von Segeln während des Regattasegelns ungeeignet macht. Tester stellten zudem einen Mangel an Handläufen fest, wenn sich das Boot bei Krängung bewegt. Das Cockpit ist hervorragend: eine tiefe, einzelne Radsteuerung, abnehmbare Sitze/Schränke, die für Regatten am Steg zurückgelassen werden können, und ein offener Spiegel mit einer klappbaren Leiter. Das Cockpit entwässert fast augenblicklich durch den Spiegel.

Ausrüstung und Antrieb

Der Standard-Yanmar ist ein 3-Zylinder-Diesel mit 40 PS und Saildrive sowie einem zweiflügeligen Faltpropeller. Die Elektrik startet mit einer Verbraucher- und einer Startbatterie, Druckwasser ist serienmäßig mit einer manuellen Notpumpe vorhanden, und das Frischwasser fließt durch zwei 26-Gallonen-Rotationsgefäße unter den Sitzen. Das Deck ist für Spinnakerbeschläge vorbereitet, Harken 48ST Primär- und Spinnakerwinschen sitzen auf den Sülls, und 44STs sind achtern auf dem Kajütaufbau montiert. Ein Rettungsinselkasten ist clever unter dem Bodenbrett platziert, und die Carbon Edition bietet einen Carbonmast, einen Bleikiel, eine schwarze Kompositradsteuerung und ein Raymarine Regatta-Paket – bereit zum Regattasegeln.

Das Fazit

Die First 40 ist ein echter Allrounder unter den 40-Fuß-Yachten: Ein Farr-Rumpf mit echtem IRC- und ORC-Stammbaum, der sich aber auch vor Anker hervorragend schlägt. Der tiefe Kiel belohnt ambitionierte Regattasegler, das Nauta-Innere ist sowohl schön als auch praktisch, und die Ergonomie der Plicht ist sowohl für die Crew als auch für ein segelndes Paar geeignet. Sie ist steif, schnell und gut gebaut, wenngleich der Mittelschiffs-Salon-Tisch und die dünnen Handläufe ihre Regatta-DNA verraten.

Vorteile

  • Bewährte Regatta-Historie inklusive erstem und zweitem Platz bei der Sydney Hobart unter IRC
  • Robuste, hochentwickelte Infusionsbauweise mit vollständig laminierten Schotten
  • Nauta-Innenausbau mit drei privaten Kabinen und hervorragender Navigationsecke
  • Option für einen tiefen T-Kiel mit spürbarem Leistungsvorteil

Nachteile

  • Der Salontisch schränkt den Arbeitsbereich beim Segeln ein
  • Wenige Handläufe für das Bewegen bei viel Krängung
  • Starkes Stampfen und Schlingern bei starkem Wind über 20 Knoten

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