Design und Konstruktion
Mills zeichnete einen schlanken Rumpf mit geringem Widerstand und tiefen, durch CFD verfeinerten Anhängen. Das Serienboot kombiniert einen Bleibulbkiel mit schmaler Kielsohle mit einem hochgezogenen Spatenruder – eine Kombination, von der die Tester eine hervorragende Leistung am Wind bei einem sehr ausgewogenen Rudergefühl erwarteten. Der Rumpf und das Deck bestehen aus einem vakuumverfestigten Vinylester-Komposit-Sandwich, dessen Schaumkern mit biaxialem und einorientiertem E-Glasfasergewebe vermischt ist. Die Struktur ist nach den robusten Standards der IRC-Regel gebaut, wobei die Materialstärken die CE-Kategorie A für Hochseeyachten der EU entsprechen. Rumpf und Deck sind über eine angeformte Fußreling gemäß den ORC-Regeln verbunden, strukturelle Schotten sind an allen Seiten laminiert und ein eloxierter Aluminiumrahmen bildet die Mastspur. Ein Carbon-Spatenruderstock sorgte bei einem Tester für Unbehagen, da dieser Materialwahl skeptisch gegenüberstand. Die angeformte Gegenradierung ist hervorragend, und das Decks-Layout wurde so geplant, dass es Platz für eine Regattacrew bietet, aber auch komfortable Sitzplätze beim Fahrtensegeln ermöglicht. (2)
Rigg und Handhabung
Über dem Deck trägt die King 40 ein zurückgepfeiltes Carbon-Rigg mit zwei Salingen (zwei Spreader) und zwei Sets zurückgepfeilten Salingen, wodurch Backstagen überflüssig werden und die Segelkontrolle vereinfacht wird. Es ist mit einer unregelmäßigen Rod-Rigging-Stehendes-Gut-Anordnung und einem standardmäßigen Carbonmast von King Composites über einem Aluminiumbaum verstagt. Der fraktionierte Segelplan bedient Masttopp-Kites mit nicht überlappenden Focken und einem Masttopp-A-Segel oder Spinnaker, wobei ein maßgeschneiderter Carbon-Spinnakerbaum oder -Sprit erhältlich ist. Das Decks-Layout hält die Leinen ordentlich: Großschot, Traveller und Fockschoten laufen alle unter Deck, und doppelte Kugellager-Räder auf Komposit-Pedestalen bieten eine klare Sicht auf beiden Bugen. Die meisten Decksbeschläge sind von Harken mit einigen Spinlock-Klemmen; es sind Lewmar-Bullaugen und Luken installiert, und ein optionaler hydraulischer Achterstagspanner wurde angeboten. Die Verdrängung von 15.655 Pfund verleiht dem Boot Schwung und ein solides Gefühl im Wasser.
Unterbringung
Unter Deck bietet die King 40 einen überraschend komfortablen Innenraum, der zwar niemals mit einer schwimmenden Eigentumswohnung verwechselt werden kann, aber mit bequemen Kojen, einer geräumigen und funktionalen Sitzecke sowie einer hochwertigen Navigationsecke aufwartet. Der Salon ist in einem warmen Weiß mit Holzverzierungen gehalten. Er bietet gegenüberliegende Sofakojen um einen leicht zu demontierenden Tisch mit Klappdeckel sowie eine nach vorn gerichtete, sitzende Navigationsecke gegenüber der Pantry mit einer klarspülbaren Carbonarbeitsplatte. Die Pantry selbst ist außergewöhnlich: eine einzelne Edelstahlspüle, eingelassen in eine klarspülbare Carbonarbeitsplatte, ein zweiflammiger Herd an der Außenseite, eine große, obenauf öffnende Kühlbox und eine optionale Kühlung. Die Schlafplätze verteilen sich auf drei Doppelkojen – zwei Achterkabinen (eine Einzelkoje an Steuerbord, eine Doppelkoje an Backbord) plus eine Vorschiffskabine mit einer gut dimensionierten V-Koje, einem Schrank und einer Kleiderstange. Die separate Nasszelle an Steuerbord ist eine integrierte GFK-Bauform mit Duschwanne und Deckelluke. Das Boot verfügt über Warmwasser- und Kaltwasserpumpsysteme mit insgesamt 55 Gallonen (ca. 210 Liter) Wasser in zwei Tanks.
Refits und Eignerschaft
Summit bot die ehemalige King 40 im Jahr 2010 mit neuen Features an, darunter ein tiefergelegtes Deck im Achterschiff und eine Ergonomie-Optimierung der Plicht für Regatta- und Fahrtenzwecke. Die Standardtechnik umfasst einen 39 PS starken Dreizylinder-Yanmar 3JH4 X SD50 Diesel mit Saildrive und Faltpropeller, zwei Group 31-Batterien sowie einen 31-Gallonen-Kraftstofftank mit Inspektionsplakette. Für die Sofakojen waren maßgeschneiderte Bezugsstoffe erhältlich, womit Eigner den Salon individuell gestalten konnten.
Das Fazit
Die King 40 ist eine durch und durch moderne Allround-40-Fuß-Yacht: ein von Mills entworfener, IRC-getrimmter Regattaboot mit einem echten Innenraum und einer für das Offshore-Bereich konzipierten Bauweise. Sie belohnt eine Crew, die nach Geschwindigkeit sucht, und eine Familie, die Fahrtensegeln möchte – wobei der Carbon-Ruderschaft und die aus dem Regattasegeln stammende Ergonomie genau abgewogen werden sollten.
Vorteile
- Schmaler Rumpf mit geringem Widerstand, CFD-optimiertem Bleibulbkiel und einem schlanken Ruder für ein ausgewogenes Rudergefühl am Wind
- Vakuuminjektierter Sandwichbau nach CE-Kategorie A für Hochseestandards
- Aufgeräumtes Deck mit Leinenführung unter Deck, Doppelradsteuerung und ohne laufende Salingen mit geneigtem Carbon-Rigg
- Echter Fahrten-Innenraum: drei Doppelkojen, hervorragende Pantry, vollwertige Navigationsecke
Nachteile
- Der Ruderholm aus Kohlefaser weckte bei Testern Bedenken
- Die Aufteilung unter Deck ist eher funktional als komfortabel wie in einer Eigentumswohnung
- Der tiefe, schmale Flossenkiel schränkt einige flache Reviere ein



