Design und Konstruktion
Unter den Bodenbrettern ist ein Gitterrostrahmen im Rumpf laminiert, und die Kielbolzen durchlaufen dieses Gitter und sind mit doppelten Nüssen, gestützt von Edelstahl-Washern, angezogen. Der Rumpf selbst hat einen flachen Boden, was laut Cruising World das vollständige Trockenfallen zu einer Herausforderung machen kann. Über der Wasserlinie helfen ein niedriges Brückendeck und eine niedrige Schwelle darauf dabei, zu verhindern, dass Süßwasser unter Deck gelangt, während die Niedergangstür, obwohl sie leicht aussieht, aus furniertem Starboard gefertigt ist. Das Deck ist ausreichend verstärkt, um ein doppelt endendes Großschotsystem aufzunehmen, was ein Beweis für eine Struktur ist, die auch nachträgliche Riggänderungen problemlos verträgt. (1)
Rigg und Handhabung
Die 38 wird mit einem Rollgroßsegel im Mast oder einem Großsegel mit konventionellen oder Volllatten-Salingen angeboten. Serienmäßig sind eine Rollfock, ein verstellbares Achterstag und sechs Ankerwinschen vorhanden. Bei dem Probefahrt unter Segeln lief das Boot bei Böen von etwa 4,5 Knoten am Wind rund 2,7 Knoten – ein bescheidenes Ergebnis bei sehr leichtem Wind. Unter Motor trieb die getestete Volvo mit 40 PS und Saildrive sie auf 7,8 Knoten bei 2.800 U/min, während ein leiserer Betrieb bei 2.000 U/min knapp unter 6,5 Knoten lief. Mit hart gestelltem Rad drehte sie sich in einer Bootslänge, und ihr Verhalten beim Rückwärtsfahren war lobenswert. Der eingeführte Tandemkiel, der von Warwick Collins patentiert wurde, ist die Flachkiel-Option und soll eine bessere Kontrollierbarkeit als herkömmliche Flachkiele bieten. (1)
Unterbringung
Gleich hinter dem Niedergang sind robuste Möbelstücke griffbereit: Eine stabile Schreibtischleiste auf der Backbordpantry und ein nach vorn gerichteter Navigationstisch an Steuerbord, der groß genug für Papierkarten ist. Der Navigationstisch bietet zusätzliche Staufächer, einen eigenen Bereich für Instrumente und eine konvexe Sitzfläche, die beim Krängen des Bootes etwas Halt für den Hintern bietet. Die Salonsofas verlaufen parallel zur Mittellinie und sind lang genug, um sich darauf auszustrecken. Zusätzlich erleichtern Aussparungen in den Teilwänden der Pantry und am Navigationstisch die Bewegung im Raum. Der hochglanzlackierte, hell mahagonifarbene Innenausbau reflektiert das natürliche Licht, das durch zahlreiche Luken und Bullaugen fällt. Bei der Zwei-Kabinen-Version nimmt die Vorschiffskabine den gesamten Raum vor dem Mast ein, mit einer großen V-Koje, gutem Stauraum und viel Bewegungsfreiheit. Die Achterkabinen beider Layouts bieten großzügigen Stehraum und eine große Koje. Die Version mit zwei Kabinen unterbringt die einzige Nasszelle achtern hinter dem Navigationstisch, während das Drei-Kabinen-Layout eine kleinere Nasszelle in die Vorschiffskabine quetscht.
Ausrüstung und Decksdetails
Die Pantry ist mit einem zweiflammigen Herd, Stauraum, einer Mikrowelle und zwei Spülbecken ausgestattet, deren Böden zu den inneren Fallrohren hin abfallen, aber praktischer wären, wenn sie tiefer liegen würden. Die Schalttafel nutzt Touch-Pad-Schalter, die beim Betrieb aufleuchten, während sich die Sicherungen hinter der Tafel befinden. Ein an der Steuerkonsole montierter Tisch ist zwar praktisch, behindert jedoch die Bewegungsfreiheit. Elektrische Hebel unter dem Cockpitboden achtern des Steuerrads öffnen die Mitte des Spiegels, um einen Badeplattform und eine Leiter freizulegen. Vorne öffnet sich ein glatter Deckel zu einem tiefen Ankerkasten mit einer Ankerwinde auf einer Halterung; bei dem Testboot war der Anker mit seinem Ankerhaken am Vorsteven festgezurrt, sodass der Ankerhaken vier Kettenringe vom Wildcat entfernt lag.
Das Fazit
Die Bavaria Cruiser 38 ist eine gut durchdachte Fahrtenyacht für Küstenfahrten, deren zurückhaltende Breite und verstärktes Deck Segler belohnen, die ein berechenbares Handling über maximale Quadratmeter im Innenraum stellen. Die Kabinenaufteilung ist praktisch und gut beleuchtet, und die Bodengruppe sowie die Kielbolzen sprechen für eine solide Bauweise. Der flache Boden und die flachen Sinkstellen sind jedoch kleine praktische Nachteile.
Vorteile
- Strukturelle Gitterstruktur ist mit doppelnd genieteten Kielbolzen durchgehend mit dem Rumpf laminiert
- Niedriges Brückendeck und Bodenplatte zur Eindämmung von Seewasser unter Deck
- Lange Mittellinien-Sitzbänke und ein vollwertiger Kartentisch mit kippfreundlichem Sitz
- Option für Tandemkiel mit berichteter Vorteilhaftigkeit bei der Kontrolle im Flachwasserbereich
Nachteile
- Das flache Unterwasserschiff erschwert das vollständige Trockenfallen des Rumpfes
- Die Spülen der Doppelpantry sind flach und weniger praktisch bei Krängung
- Der am Steuerstand montierte Cockpittisch behindert die Bewegungsfreiheit
- Die elektrische Schalttafel mit Touch-Pads verdeckt die Sicherungen hinter der Front









