Design und Konstruktion
Unter der Wasserlinie ist der Rumpf aus massivem Laminat gefertigt, darüber wird er zu einem Sandwichbau mit Airex-Kern. Diese Aufteilung hält die strukturelle Masse dort niedrig, wo es zählt, und spart Gewicht im Topp. Einlaminierte Decksaufbauten verleihen der Außenhaut Steifigkeit, und im Bugbereich sorgt eine Kevlar-Aufrüstung für hohe Schlagfestigkeit bei Unfällen im Hafenbecken oder durch herabfallende Gegenstände. Der gusseiserne Ballastkiel ist mit Edelstahl-Kielbolzen befestigt, die doppelt angezogen und durch Platten abgedeckt sind – ein sorgfältiges Befestigungsdetail, das Vertrauen in die strukturelle Verbindung zum Rumpf weckt. Das Spatenruder und das 73 Quadratfuß große Rigg als 7/8-Slup vervollständigen ein Profil, das für berechenbares Fahrtensegeln und nicht für Extremsituationen gebaut wurde. (1)
Rigg und Seeverhalten
Segler im Test berichteten, dass das Boot bei Starkwind hoch am Wind zu stark ins Luven ausbrach. Dieses Verhalten hielt auch mit vollem Ruderdruck an, bis die Crew vor Anker das Segelfeld erheblich verkleinerte. Einmal gerefft segelte das Boot jedoch weiterhin schnell und direkt, was darauf hindeutet, dass die Tendenz eher auf einen Segelgleichgewichtsfehler unter voller Besegelung als auf ein grundlegendes Manko zurückzuführen ist. Der Volvo-Motor mit Saildrive und 55 Gallonen Diesel bieten eine sinnvolle Leistungsbereitschaft für einen Rumpf dieser Verdrängung, und die Wassertankkapazität von 95 Gallonen ermöglicht längeres Ankern ohne ständige Nachfüllungen. (1)
Unterbringung
Das Drei-Kabinen-Layout platziert zwei Kabinen achtern und eine vorn. Diese Aufteilung verlangt bei einem 39-Fuß-Boot naturgemäß nach einer Längsküche im Salon. Die Geometrie dieser Pantry bietet Platz für einen vollwertigen Navigationstisch – ein echter Vorteil beim Planen von Törns – sowie für eine geräumige Nasszelle achtern. Im Vorschiff bietet die Eignerkabine mit einer großen Koje, einem Sitzbereich zum Anziehen und einer eigenen Nasszelle jede Menge Raum, wodurch sich das Boot größer anfühlt, als es seine Länge vermuten lässt. Der Fokus auf das Fahrtensegeln zeigt sich ebenso an Deck: mit soliden doppelten Ankerrollen am Vorsteven und einer großen Steuerkonsole, die groß genug ist, um moderne Navigationselektronik mit großem Bildschirm zu beherbergen. (1)
Ausrüstung und Cockpit-Detail
Der Zugang nach vorn über den Eingang im Spiegel wäre ohne die Lewmar-Faltrad-Option schwierig gewesen, die Cruising World als praktische Notwendigkeit und nicht als luxuriöses Luxusmerkmal einstuft. Die Cockpit-Layouts verbindet somit eine solide Steuerstation mit einem freien Durchgang zum Bug, und die reichlich vorhandene Anker- und Tampen-Ausrüstung im Vorschiff signalisiert, dass das Boot primär für längere Ankertörns konzipiert wurde und nicht für das schnelle Hopping von Schutzhafen zu Schutzhafen. (1)
Das Fazit
In der Fachzeitschrift Cruising World beschrieben Rezensenten die Bavaria 39 Cruiser als eine konstruktionsgerechte Fahrtenyacht mit einem geräumigen, gut organisierten Innenraum und einer Rumpfkonstruktion, bei der massives Unterwasserschiff mit Sandwich-Rumpf über dem Wasser und einer Kevlar-Bugverstärkung kombiniert wird. Das Knicken von Leegierigkeit unter vollen Segeln bei Starkwind ist das einzige Handhabungsmerkmal, das sich durch rechtzeitiges Reffen leicht beheben lässt. Der Rest des Pakets liest sich wie ein durchdachter Familien-Fahrtenkreuzer für Küstenfahrten.
Vorteile
- Drei-Kabinen-Layout mit einer großen Eignerkoje im Vorschiff, einem Kleidersitz und einer eigenen Nasszelle
- Vollwertiger Navigationstisch und geräumige Achtertoilette bei einer Länge von nur 39 Fuß
- Solider Rumpf unter der Wasserlinie mit Airex-Sandwichkern im Oberbereich und Kevlar-verstärktem Bug
- Doppelmuttern-Edelstahl-Kielbolzen auf dem gusseisernen Ballast
- Klapprad und große Plichtkonsole passen perfekt zur modernen Navigationselektronik
Nachteile
- Neigt bei vollen Segeln und Böen stark zum Anluven, bis gerefft wird
- Die an Deck liegende Pantry ist durch die Kabinenzahl bedingt und weniger gesellig als eine Inselküche









