Bavaria Cruiser 33 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Bruce Farr·2011 – 2016·Bavaria Yachts
Bavaria Cruiser 33 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
32.78' · 9.99 m
Verdr.
11.464 lbs · 5.200 kg
Erstes Baujahr
2011

Die Bavaria Cruiser 33 kam als kleinstes Mitglied einer neu gestalteten FahrtenyachtSerie auf den Markt, hatte für die Werft jedoch weit mehr als nur eine Einstiegsrelevanz. Entworfen von Farr Yacht und von 2011 bis 2016 von Bavaria Yachts gebaut, legte sie den visuellen und strukturellen Grundstein für das komplette Modernisierungsprogramm der Fahrtenmodelle des Unternehmens. Während die frühere Cruiser 32 nur ihre Rumpfform und Badeplattform beisteuerte, führte die 33 ein überarbeitetes Deck, einen neuen Kajütaufbau und ein neues Innenraumkonzept ein, das den langjährigen Kritikpunkten an der engen und kantigen Form des Vorgängers entgegenkam.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
32,78 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
29,04 ft
Breite
11,22 ft
Tiefgang
6,4 ft
Maximale Stehhöhe
6,14 ft
Durchfahrtshöhe
48,56 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
2.866 lbs (Eisen)
Verdrängung
11.464 lbs
Wasserkapazität
40 gal
Kraftstoffkapazität
40 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
38,68 ft
Unterliek Großsegel
13,52 ft
Vorsegeldreieck Höhe
40,48 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,48 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
42,08 ft
Segelfläche
494 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,54
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
25
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
208,98
Komfort-Ratio
23,47
Kenterungsverhältnis
1,99
Rumpfgeschwindigkeit
7,22 kn

Design und Konstruktion

Farr Yacht verlegte den Kiel und das Rigg um ein paar Zentimeter nach vorn bei der Bavaria Cruiser 33, was dem Boot unter Segeln mehr Balance verlieh. Der Rumpf selbst übernahm die bewährte Form der Cruiser 32, eine Linie, die drei Jahre zuvor neue Maßstäbe in ihrer Klasse gesetzt hatte. Über der Wasserlinie war der auffälligste Wandel der Austausch der beim Vorgängermodell spürbar kleinen und streng geometrischen Fenster gegen größere, runde Elemente. Eine lange, dunkle Visierblende kaschiert diese Fenster entlang des Kajütdachs – eine Gestaltung, die sich harmonisch in die Linien einfügt und den Salon optisch erhöht. Die Süll des Cockpits wurde im Vergleich zum früheren Boot erheblich verkürzt, was einen geräumigeren Steuerstand ermöglicht. Die Duchten biegen sich hinter dem Steuerrad nach achtern und sind bündig mit dem Seitendeck verbunden. Die Steuersäule wurde neu gestaltet und ist nun massiver; die Steueranlage und der Autopilot sind in der Konsole integriert und nicht mehr in einer GFK-Kiste unter dem Cockpittisch untergebracht. (1)

Rigg und Handhabung

Das 7/8-Slup-Rigg platziert die Fallen nahe dem Niedergang, während die Schoten von Genua und Gennaker zu Winschen auf den Sülls geführt werden. Die Großschot-Pullei ist an einer stabilen Stahlstange im Cockpittisch integriert, was einen guten Schotwinkel erzeugt, der jedoch nur teilweise die Abwesenheit eines Travellers ausgleicht. Bavarias Entscheidung, eine Pullei zum Trimmen des Achterstags im Standard-Rigg-Kit mitzuliefern, wurde von damaligen Testern besonders gelobt. Da die Püttinge außen am Rumpf befestigt sind, beschränkt sich die Überlappung der Genua auf 106 Prozent, und die Umlenkrollen für die Trimmfäden der Fock wurden vom Seitendeck auf das Kajütdach verlegt, wodurch die Seitendecks frei bleiben. Testsegler fanden die Größe, Position und den Wasserstrom über das Ruderblatt tadellos, und dank eines zweiflügeligen Festpropellers war die Manövrierbarkeit im Hafen hervorragend.

Leistung unter Segeln

Bei Winden, die zeitweise über 20 Knoten lagen, segelte das Boot mit konstanten 6,5 Knoten (GPS bestätigt) auf einem wahren Windwinkel von 42 Grad zum Wind. Das Surfen von Wellen hinab bei fast 12 Knoten war eine neue Erfahrung für den Produktmanager der Werft, der dies als rekordverdächtig für die Marke bezeichnete. Das Boot besitzt die CE-Kategorie A (Hochsee) und bietet mit einer Breite von 11,22 Fuß und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 25 Prozent eine stabile Plattform für eine 33-Fuß-Fahrtenyacht.

Unterbringung

Bavaria blieb bei zwei Kabinen und einer Nasszelle, optimierte jedoch die Innenraumproportionen. Durch den Versatz der Hauptschott und des Achterschotts um jeweils 10 Zentimeter nach achtern, kombiniert mit einem flacheren und breiteren Bodenbrett, wurde unter Deck deutlich mehr Platz geschaffen. Die Vorschiffskoje ist nun viel größer und erfüllt den Komfortanspruch von zwei Erwachsenen. Auch die Höhenbeschränkung in der Achterkabine unter dem Cockpitboden wurde verringert – sie beträgt nun 43 statt 25 Zentimeter, was für jeden Nutzer dieser Koje einen spürbaren Gewinn bedeutet. Die Handläufe bestehen nicht mehr aus Stahl, sondern aus massivem Holz, was sich haptisch deutlich von der Vorgängergeneration unterscheidet.

Bekannte Schwachstellen

Bei dem Testboot war der Block des Bridle zu tief positioniert, was die Steuerung beeinträchtigte – ein fabrikseitiger Platzierungsfehler, den ein Käufer am Steuerrad oder an der Pinne überprüfen sollte. Die Lärmbelastung von 77 dB im Achterdeckskajütaufenthalt bei Fahrtgeschwindigkeit überschreitet den nach YACHT-Definition zulässigen Grenzwert. Dies ist eine Folge der Motorisierung und des Innenraumaufbaus und kein durch Trimmen am getesteten Rumpf zu behebendes Problem.

Das Fazit

Die Cruiser 33 ist eine durchdacht überarbeitete kleine Fahrtenyacht, die die engen Winkel ihres Vorgängers gegen ein helleres, besser ausgewogenes Gesamtpaket eingetauscht hat. Farrs nach vorn verlagertes Rigg und die bündigen Seitendecks machen sie leicht zu handhaben und angenehm zu steuern, während die vergrößerten Kojen die schwächsten Punkte des alten Bootes im Bereich der Unterbringung beheben. Die Platzierung des Brackenblocks und der Lärm in der Achterkabine sind echte Schwachstellen, aber keine davon schmälert ihre Eignung als seetüchtige, hochseeberechtigte Küsten-Fahrtenyacht.

Vorteile

  • Vorne positionierter Kiel und Rigg verbessern die Segelbalance
  • Größere, runde Fenster und eine dunkle Visiereinheit modernisieren das Erscheinungsbild
  • Vergrößerte Vorschiffskoje und verbesserte Stehhöhe im Achterkabinenbad
  • Tadelloses Rudergefühl mit hervorragender Manövrierbarkeit auf engem Raum

Nachteile

  • Die Backstagschlinge auf dem Prüfboot lag zu tief und behinderte die Steuerung
  • Der Lärmpegel im Achterdeckskajüte mit 77 dB beim Fahrtensegeln überschritt die Grenze von YACHT
  • Kein Traveller für die Großschot; der Schotwinkel kompensiert nur teilweise

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