Design und Konstruktion
Eine enorme Investition in die Produktionstechnik machte die Bavaria 34 zu einem überraschend günstigen Boot für ihre Größe, und diese Werftdisziplin zeigt sich in den Details der Bauweise. In der Bavaria-Werft wurde im Jahr 2001 das gesamte Sperrholz für Schotten und Möbel automatisch von CNC-Maschinen zugeschnitten und lackiert, bevor es in Module zusammengebaut und direkt in einen Rumpf eingesetzt wurde. Die Kiele wurden mit einer lasergesteuerten Vorrichtung ausgerichtet, sodass jede Einheit exakt im richtigen Winkel lag. Die Systeme an Bord waren gut durchdacht, wobei Wartungselemente wie Ablaufpumpen und Filter für die Nasszelle dort platziert wurden, wo sie ohne großen Aufwand erreichbar sind. Der Rumpf ist mit einem Eisen-Bulbkiel ausgestattet, wobei sowohl flache (1,35 m) als auch tiefe (1,85 m) Flossenformate angeboten werden; die flache Version trägt zusätzlichen Ballast, um die Stabilität nahe an der des tieferen Bootes zu halten. Bei einer Verdrängung von 12.566 Pfund und 3.175 Pfund Ballast sorgt die Breite von 11,8 Fuß für das Volumen, das das Modell zum Verkaufsschlager machte.
Rigg und Handhabung
Die Bavaria 34 ist mit einem 9/10-Rigg mit zwei Salingen ausgestattet, das um große, überlappende Genuas herum aufgebaut ist, anstatt der Selbstwendefocke neuerer Konstruktionen. Bei Neubauten konnten sich Käufer zwischen Mastfokkenreff oder Bindereff entscheiden. Zur Standardausrüstung gehörten ein Furlex-Vorliekreff und ein Seldén-Einleinen-Großsegelreff. Ein geteiltes Achterstag oberhalb des Steuerstands sorgt für freien Zugang zum Spiegel, und die primären Winschen befinden sich direkt neben der Radsteuerung, sodass eine Hand allein das Wenden am Ruder bedienen kann. Die Großschot läuft durch einen Stopper auf dem Kajütdach, was selbst kleine Trimmänderungen zu einer zweiköpfigen Aufgabe macht, es sei denn, ein brauchbarer Autopilot ist an Bord. Unter Segeln verhält sich das Boot sauber und ohne übermäßige Tendenzen, insbesondere in der tiefgehenden Version. Die große, recht kraftvolle Genua sollte am besten vor dem Großsegel gerefft werden. Das Cockpit fühlt sich sicher und geschützt an – groß genug zum Bewegen, aber klein genug, um sich auf der Luvseite abstützen zu können. (1)
Unterbringung
Für ein Boot dieser Länge bot die Bavaria 34 hervorragende Wohnlichkeit mit einem gut geschnittenen Salon und einem echten, nach vorn gerichteten Kartentisch samt Sitzgelegenheit. Käufer konnten zwischen zwei oder drei Doppelkabinen wählen; das Drei-Kabinen-Layout eignet sich besser für Familien mit älteren Kindern, obwohl die meisten Exemplare mit zwei Kabinen ausgeliefert wurden. Die Zwei-Kabinen-Version erhält eine Eignerkabine im Vorschiff mit ordentlichem Stauraum und viel Stehhöhe, auch wenn das Vorschiff der Koje etwas eng wirkt. Bei den Dreikabinenbooten befindet sich die Nasszelle an Backbord vor dem Salon, was die Bodenfläche der Vorschiffskabine auf etwa die Hälfte des Zwei-Kabinen-Plans reduziert. Die Pantry ist eher klein dimensioniert – ein Einbauschrank mit einer Schüssel und ein Kühlschrank mit Klappe nehmen den größten Teil der Arbeitsplatte ein. Einige Elemente, wie das kleine mittlere Rad, wirken heute etwas veraltet.
Bekannte Schwachstellen
Der serienmäßige 20-PS-Volvo Penta 2020-Motor mit Saildrive ist spürbar etwas unterdimensioniert, und eine beträchtliche Anzahl von Booten wurde stattdessen mit dem größeren 28-PS-2030 ausgeliefert. Ansonsten konzentrieren sich die Mängelberichte eher auf den Kompromiss zwischen den beiden Motorisierungen als auf strukturelle oder systemische Fehler.
Refits und Eignerschaft
Bavarias dieser Ära verließen die Werft mit leichter Ausstattung – selbst der Anker war ein Extra –, sodass Eigner damit rechnen müssen, zu prüfen, was im Laufe der Jahre nachgerüstet wurde. Der gut durchdachte Wartungszugang für Sifonpumpen und Filter erleichtert den täglichen Umgang, und die im CNC-Verfahren gefertigten Innenraummodule garantieren eine konstante Holzqualität. Die Wahl zwischen tiefem oder flachem Kiel sowie die Entscheidung zwischen Mastfock- oder Bindereff sind die beiden großen Variablen, die ein Käufer übernimmt.
Das Fazit
Die Bavaria 34 ist eine durchdacht konstruierte Raumyacht, die in Bezug auf Wohnkomfort weit über ihren Preis hinausragt und sich seetüchtig verhält. Die hohe Bauqualität zeigt sich in präzise ausgerichteten Kielen und leicht zugänglichen Systemen, obwohl die kleine Pantry und das veraltete Rad an ihre Epoche erinnern und der Basismotor etwas schwach wirken kann.
Vorteile
- Hervorragende Wohnlichkeit für ihre Länge mit einer echten Kartenmaschine und einem sicheren Cockpit
- Agiles Segelverhalten, besonders in der tiefgehenden Version
- Lasergerade Kiele und gut platzierte Wartungspunkte zeugen von erstklassiger Serienfertigung
Nachteile
- Der Standardmotor mit 20 PS ist fraglos unterdimensioniert
- Die Pantry ist klein, mit einer Spüle mit Einbauschüssel und einem überwiegend von Kühlschrank dominierten Arbeitsplatz
- Das kleine zentrale Rad und die geringe Standardausrüstung wirken heute etwas veraltet








