Designkonzept & Zielsetzung
Die C-Yacht 1250 wurde als kompromisslose Blauwasser-Fahrtenyacht konzipiert, die speziell für das Segeln mit kleiner Crew oder Einhand ausgelegt ist. Statt dem Trend des Chartermarktes zu folgen und möglichst viele Kabinen in einen 42-Fuß-Rumpf zu zwängen, entschied sich Frans Maas für ein konsequentes Zwei-Kabinen-Layout. Diese Entscheidung brachte ein Boot von seltenem Luxus und hohem Nutzwert für seine Länge hervor. Der Innenraum ist um eine großzügige Eignerkabine im Achterschiff herum aufgebaut, die mit einer Doppelkoje auf der Mittellinie (Inselbett), reichlich Hängeschränken und einem eigenen Zugang zur Nasszelle ausgestattet ist. Im Vorschiff bieten eine geräumige Gästekabine und eine zweite Nasszelle komfortable Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste. (1, 2)
Um den Komfort auf See zu optimieren, trafen die Konstrukteure die ungewöhnliche Entscheidung, den Salon leicht vor die Schiffsmitte zu verlegen. Indem der Hauptlebensbereich in einen breiteren Abschnitt des Rumpfes verschoben wurde, verringern sich die Stampfbewegungen im Seegang erheblich, was den Aufenthalt unter Deck während der Fahrt deutlich angenehmer macht. Der Innenausbau ist ein Paradebeispiel für traditionelle niederländische Holzverarbeitung. Unter Verwendung von handverlesenem, hochwertigem Teakholz bieten die Kabinen im Salon und in der Pantry eine Stehhöhe von mehr als zwei Metern. (1, 2, 3)
Unter diesem edlen Holz verbirgt sich eine extrem solide, überdimensionierte Verbundstruktur. Der Rumpf wird im Vakuuminfusionsverfahren unter Verwendung von hochwertigem Vinylesterharz zur Osmosevorbeugung hergestellt und weist eine bemerkenswerte Laminatstärke auf. Über der Wasserlinie ist das Überwasserschiff 32 Millimeter dick, was sich im Unterwasserschiff auf beeindruckende 40 Millimeter erhöht. Die Decksstruktur ist mit 28 Millimetern Dicke ebenso robust dimensioniert. Diese massive Bauweise sorgt für einen unglaublich steifen, knarzfreien Rumpf, der auch den härtesten Bedingungen bei Ozeanüberquerungen standhält. (1)
Variationen, Rigg & Evolution
Die C-Yacht 1250 wurde mit einem schlanken, hoch am Wind hocheffizienten 9/10-Rigged-Sloop-Rigg gebaut. Sie verfügt über einen Seldén-Mast mit zwei Salingen, der standardmäßig mit einer Rollgroßanlage im Mast (Mastfurlung) ausgestattet ist, die häufig elektrisch betrieben wird, um das Einhandsegeln zu erleichtern. Das Rigg wird von einem Dyform-Stehenden-Gut und vier Unterwanten gestützt. Dieses außergewöhnlich steife Mast-Setup verhindert das Pumpen und Schwingen des Mastes in schwerer See von vorn und sorgt dafür, dass der Segelplan stabil und effizient bleibt. (4)
Das Unterwasserprofil verfügt über einen tiefgehenden Blei-Flossenkiel mit 1,80 Metern Tiefgang. Der hochwertige Bleiballast ist an einer tiefen Bilgewrange verbolzt, was den Schwerpunkt senkt und gleichzeitig eine hervorragende strukturelle Sicherheit bei einer unabsichtlichen Grundberührung bietet.
Im Jahr 2015 stellte die Werft mit der C-Yacht 1250i ein umfassendes evolutionäres Update vor. Während die Hauptabmessungen des ursprünglichen Rumpfes beibehalten wurden, flossen in die 1250i spürbare konstruktive Verfeinerungen ein. Frans Maas überarbeitete den Rumpf im Vorschiffsbereich für einen feineren, tieferen V-förmigen Eintritt, um das harte Einsetzen (Slamming) in der Welle zu eliminieren, während das Heck mehr Volumen erhielt. Dieser breitere Heckbereich verbesserte die Kursstabilität vor dem Wind und vergrößerte das Innenraumvolumen, ohne die hervorragenden Segeleigenschaften hoch am Wind zu beeinträchtigen. Die 1250i modernisierte zudem das Innendesign und bot Eignern die Wahl zwischen der traditionellen Teak-Massivholz-Variante „Class“ und der helleren, moderneren Ausführung „Club“. Darüber hinaus führte die 1250i ein serienmäßiges Edelstahl-A-Frame-Bugspriet für fliegende Raumwindsegel ein und bot optional eine hydraulisch absenkbare Badeplattform am Spiegel. (3, 4, 5)
Segeleigenschaften & Verhalten auf See
Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 236,75 fällt die C-Yacht 1250 genau in die Kategorie der Fahrtenyachten mit mittlerer bis schwerer Verdrängung. Diese Verdrängung sorgt für ein hervorragendes Durchsetzungsvermögen in der Welle und ein weiches, berechenbares und äußerst beruhigendes Seeverhalten. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,65 spiegelt eine konservative und sichere Besegelung für Fahrtensegler wider. Obwohl sie bei leichtem Wind unter Standardbesegelung keine Geschwindigkeitsrekorde brechen wird, ermöglicht das Fractional-Rigg ein präzises Trimmen und hält das Boot zuverlässig in Fahrt. (3, 4)
Kern der guten Segeleigenschaften ist das hohe Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 %. Mit 4.400 kg Bleiballast bei einer Gesamtverdrängung von 11.000 kg ist die 1250 außergewöhnlich steif. Sie trägt ihre Segel deutlich länger als typische moderne Serien-Fahrtenyachten und behält einen aufrechten, komfortablen Krängungswinkel bei, was Ermüdungserscheinungen bei Rudergänger und Crew minimiert. (3)
Das Kenterungsverhältnis (Capsize Screening Ratio) von 1,77 liegt deutlich unter dem für Hochseepassagen empfohlenen Maximalwert von 2,0, was für eine hervorragende Endstabilität und sehr gute Aufrichteigenschaften spricht. Diese Sicherheit wird durch eine Komfort-Ratio von 33,33 ergänzt, die für weiche, langsame Stampfbewegungen sorgt und der Ermüdung der Crew vorbeugt. (4)
Am Steuerstand der Mittelcockpityacht sitzt der Skipper geschützt und erhöht hinter einer robusten, festen Windschutzscheibe aus Sicherheitsglas. Die Radsteuerung ist leichtgängig und sehr direkt, und das tiefe Spatenruder bietet selbst dann noch genügend Grip, um einen Sonnenschuss zu verhindern, wenn das Boot auf raumem Kurs hart gepresst wird. (4)
Praxisnahe Betrachtung & Schwachstellen
Obwohl die C-Yacht 1250 nach extrem robusten Standards gebaut ist, zeigen sich im praktischen Langfahrtbetrieb einige Einschränkungen. Die größte Hürde für autarkes Segeln über lange Zeiträume sind die werksseitigen Tankkapazitäten. Die standardmäßigen Edelstahltanks fassen lediglich 250 Liter Kraftstoff und 320 Liter Frischwasser. Während dies für Küstenfahrten und kürzere Törns völlig ausreicht, sind diese Kapazitäten für eine echte Blauwasseryacht knapp bemessen und erfordern entweder ein striktes Verbrauchsmanagement oder entsprechende Nachrüstungen. (1, 3)
Das Mittelcockpit, das hinter der festen Windschutzscheibe sicher und trocken ist, weist relativ niedrige Cockpitsenkel (Süllrand) auf. Dies sorgt zwar für eine elegante, flache Deckslinie, kann sich jedoch bei Bewegung im Cockpit bei rauem Seegang weniger geschützt anfühlen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Werft klappbare Rückenlehnen aus Edelstahl in die Cockpitduchten integriert, die bei Krängung wichtigen Halt und Sicherheit bieten. (4)
Auf dem Gebrauchtbootmarkt erfordern frühe Modelle, die mit dem optionalen 12-Millimeter-Teakdeck ausgestattet sind, eine genaue Inspektion. Während das Deckslaminat selbst aus einem feuchtigkeitsresistenten, infundierten Vinylester-Sandwich besteht, wurde das Teakholz traditionell verschraubt und verklebt. Im Laufe der Jahre können sich die Fugen abnutzen, und beschädigte Querholzpfropfen können die Schraubenköpfe freilegen, was potenzielle Wege für Feuchtigkeit in das Unterdeck schafft.
In technischer Hinsicht ist der 57 PS starke Yanmar-Motor mit einem Saildrive-Antrieb gekoppelt. Zukünftige Eigner müssen das regelmäßige Erneuern der doppelten Gummimanschette des Saildrives einplanen. Obwohl das System äußerst zuverlässig ist, erfordert der Austausch dieser Dichtung das Trennen von Motor und Saildrive sowie das Auskranen des Bootes – eine arbeitsintensive Wartungsarbeit, die alle sieben bis zehn Jahre durchgeführt werden sollte. (3, 6)
Modernisierung & Upgrades
Da viele C-Yacht 1250 der ersten Generation nun in die Hände neuer Eigner übergehen, haben sich einige typische Upgrades etabliert, um das Boot für moderne Fahrtenansprüche zu optimieren. Um die Grenzen der werksseitigen Wasserkapazität zu umgehen, installieren viele Eigner hocheffiziente 12-Volt-Wassermacher, die problemlos im geräumigen Motorraum oder unter den Salonduchten untergebracht werden können.
Auch die Elektrik wird häufig modernisiert. Die werksseitige Batteriekonfiguration, die auf Standard-AGM-Verbraucherbatterien basierte, wird meist durch moderne Lithium-Eisenphosphat-Bänke (LiFePO4) ersetzt. Um dieses Upgrade zu unterstützen, tauschen Eigner in der Regel die Standard-Lichtmaschine gegen ein leistungsstarkes Modell mit externem Smart-Regler aus. (3)
Das breite, freie Achterdeck und der stabile Heckkorb des Mittelcockpit-Designs bieten eine ideale Basis für die Nachrüstung eines maßgeschneiderten Geräteträgers aus Edelstahl. Diese Bügel sind bei Blauwasserseglern sehr beliebt, da sie die Montage von 400 bis 800 Watt an festen Solarpaneelen sowie Windgeneratoren ermöglichen und gleichzeitig als Davits für das Beiboot dienen.
Für Segler, die die Leichtwindleistung verbessern möchten, ist das Nachrüsten eines Bugspriets bei den Modellen der ersten Generation ein beliebtes Upgrade. Ein A-Frame-Bugspriet ermöglicht das dauerhafte Anschlagen eines Roll-Code Zero oder eines asymmetrischen Gennakers. Dieses Setup kompensiert das relativ konservative Fractional-Rigg und liefert den nötigen Vortrieb, um den schweren Rumpf auch bei leichtem Wind auf raumen Kursen in Bewegung zu halten. (4)
Das Fazit
Die C-Yacht 1250 ist eine außergewöhnliche Nischen-Fahrtenyacht, die strukturelle Festigkeit, Sicherheit und Komfort für ein Segelpaar über maximale Kojenanzahl stellt. Gebaut nach Standards, die dem Vergleich mit skandinavischen Premium-Werften standhalten, machen ihr vakuuminfundierter Vinylester-Rumpf und der handwerklich hervorragende niederländische Innenausbau sie zu einer langlebigen und äußerst zuverlässigen Wahl für weltweite Törns. Während die werksseitigen Tanks für autarke Langfahrten aufgerüstet werden müssen, machen ihre steifen Segeleigenschaften und die angenehmen Bewegungen im Seegang sie zu einem beruhigenden Partner auf allen Meeren. (1, 2)
Vorteile
- Extrem solide gebauter Rumpf aus vakuuminfundiertem Vinylester mit hohen Laminatstärken.
- Sehr steif und sicher dank eines hohen Ballastanteils von 40 % und geringer Kentergefahr.
- Wunderschöner, handgefertigter Innenausbau aus massivem Teakholz, speziell für das komfortable Reisen als Paar konzipiert.
- Weiches, berechenbares Verhalten im Seegang durch den weit vorn positionierten Salon und die hohe Verdrängung.
- Hervorragender Schutz am Steuerstand durch das Mittelcockpit und die serienmäßige feste Windschutzscheibe. (1, 2, 3, 4)
Nachteile
- Für eine reine Langfahrtyacht knapp bemessene Standardkapazitäten für Kraftstoff und Wasser.
- Niedrige Cockpitsülls erfordern die Nutzung der klappbaren Rückenlehnen für optimalen Halt.
- Bei leichtem Wind vor dem Wind unter der Standard-Fractional-Besegelung etwas unterproportioniert.
- Hohe Wartungs- und Sanierungskosten bei den originalen, verschraubten Teakdecks. (3)






