Design und Konstruktion
Was die X-612 auszeichnet, ist die Art und Weise, wie ihre Rumpfform nach Leistung strebt, ohne auf Volumen zu verzichten. Das Boot hat eine Verdrängung von rund 49.600 Pfund und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 40 Prozent. Um dieses Ergebnis zu erreichen, wurden bei der Bauweise Materialien und Methoden mit sehr hoher Festigkeitseigenschaft im Verhältnis zum Gewicht benötigt. Der Rumpf weist einen Tiefgang von 9 Fuß 6 Zoll bei dem Standard-Bulbkiel auf, wobei eine Variante mit geringem Tiefgang für diejenigen angeboten wird, die sie benötigen. Der Kiel selbst trifft auf den Rumpf mit ausgeprägten Rundungen an vorderer und hinterer Kielkante, die die Verbindung glätten. Unter Wasser ist der Vorfußknick eingetaucht, das Heck läuft breit aus und ein verlängerter, flacher Skeg trägt ein großes Spatenruder. Über der Wasserlinie ist die Deckslinie elegant und feinfühlig. Obwohl die Überhänge kurz sind, wurden sie nicht minimiert – es handelt sich um eine bewusste Beibehaltung der optischen und dynamischen Länge statt eines reinen Kompromisses mit einem senkrechten Vorsteven. Die Breite ist großzügig, ein ganzer Fuß breiter als die eigene 56-Fuß-Yacht eines Rezensenten, was sich positiv auf das Innenraumvolumen und die Formstabilität auswirkt. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck ist die X-612 als Masttoppslup mit nur leicht zurückgepfeilten Salingen getakelt. Der Segelplan wird durch ein solides Hochsee-Set aus Backstagen, Checkstays, einem Babystag und einem inneren Vorstag unterstützt, das für ein Stagsegel ausgelegt ist. Das Achterstag ist geteilt – ein Detail, das eher durch die Notwendigkeit entstand, den Spiegel für die Heckgarage zu öffnen, als allein durch die Rudergeometrie. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 22,17 ist das Boot lebendig, aber für sein Gewicht nicht übermäßig stark besegelt. Motorisierte Winschen sind vorhanden, um die Segelhandhabung auch mit kleiner Crew zu erleichtern. Die Kombination aus eingetauchtem Vorfuß, breitem Heck und tiefem Ruder auf einem Skeg bietet dem Steuermann eine berechenbare, gut greifende Plattform, ohne die Instabilität, die ein reines Flossen- und Spatenruder allein verursachen kann.
Unterbringung
Unter Deck ist die X-612 eher als komfortable Fahrtenyacht denn als spartanische Regattayacht aufgeteilt. Spiegelbildlich angeordnete Kabinen befinden sich achtern, jeweils mit einer Doppelkoje und einer oberen Koje darüber, einem kleinen Kleiderschrank und einem Schrank sowie jeweils eigenen Nasszellen. Vor dem Salon befindet sich eine separate Kabine mit einer Doppelkoje, Lesesesseln und einer Nasszelle mit einer großen Duschkabine. Der Salon selbst ist äußerst komfortabel und um eine große Sitzecke mit Platz für sechs Personen und drei Sessel herum aufgebaut – ein Raum, der eher wie eine echte Hauptkabine als wie ein Durchgang wirkt. Die Verarbeitung und das Finish sind überall makellos in seidenmatt lackiertem Teakholz ausgeführt. Zwei Einschränkungen mildern das Bild ab: Die Pantry ist für ein Boot dieser Größe recht knapp bemessen, und die Focksaal ist ein Arbeitsbereich mit zwei Rohrkojen und einer freiliegenden Nasszelle statt als Gästekabine ausgebaut. Eine voll aufgepumpte Beiboot-Luke lässt sich im Heckgarage verstauen – ein echter Vorteil, für den das geteilte Achterstag da ist.
Das Fazit
Die X-612 ist eine Rarität: ein in geringer Stückzahl gebauter 60-Fuß-Segler, der sich nicht dafür entschuldigt, gleichzeitig Regattaboot und Fahrtenyacht zu sein. Es wurden nur 12 Exemplare gebaut, und die Zurückhaltung des Entwurfs – kurze, aber nicht minimale Überhänge, ein dezentes Deckssprung, ein tiefer, aber abgerundeter Kiel – zeugt von einem ganz bestimmten Lastenheft und nicht von einer Marktmode. Für Segler, die regattagestählte Rumpfdynamik mit einem Salon im Teakholz-Look und einer Beibootgarage suchen, bietet kaum eine Alternative aus dieser Ära diese Kombination so sauber.
Vorteile
- Regattarumpf mit vollwertigem Fahrteninterieur aus seidenmatt lackiertem Teakholz
- Tiefer, gerader Flossenkiel und Skeg-aufgehängtes Spatenruder für berechenbaren Grip
- Solides Hochseegeschirr mit Backstagen, Checkstays und innerem Vorstag
- Heckgarage bietet Platz für ein voll aufgepumptes Beiboot; geteiltes Achterstag ermöglicht dies
- Nur 12 Exemplare gebaut – ein fokussiertes, durchdachtes Design statt eines Massenprodukts
Nachteile
- Die Pantry ist für eine 60-Fuß-Fahrtenyacht spartanisch bemessen
- Die Foc'sle ist zweckmäßig mit Rohrkojen und einer freiliegenden Nasszelle
- Der standardmäßige Tiefgang von 2,90 m begrenzt das Revier im Flachwasser ohne den optionalen Flachkiel





