Design und Konstruktion
Der Rumpf unter der X-562 leitet sich unverkennbar aus den Proportionen von Regattabooten ab. Die Enden sind kurz, die Breite wird nach achtern gezogen und der Kimmwinkel ist moderat, was dem Boot einen tiefen, keilförmigen Kajütaufbau verleiht, den Rezensenten als äußerst attraktiv empfanden. Auf Mittschiff hin werden die Spanten flach, eine Form, die der Formstabilität und der Leistung vor dem Wind zugutekommt. Der tiefe Flossenkiel mit Bulbkiel hat einen Tiefgang von 9 Fuß 4 Zoll und verfügt über verlängerte Wurzelkanten an Vorder- und Hinterkante mit einer gebogenen Vorderkante, um den Strömungsabriss bei hoher Geschwindigkeit zu minimieren. Für flacheres Wasser wurde ein Flachkiel als Alternative angeboten. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 163 und einem Längen-Breiten-Verhältnis (B/L) von 3,5 ist die X-562 weder ein schlanker Regattakutter noch eine voluminöse Barke; sie liegt im idealen Bereich eines Performance-Cruisers, und ein Kenterungsverhältnis von 1,81 unterstreicht die Stabilität, die in diesen breiten, nach achtern gezogenen und mittschiffs flachen Rumpf eingebaut ist. (1)
Rigg und Handhabung
Über dem Deck trägt die X-562 ein Masttopprigg mit einem Triple-Saling-Rigg, das nur sehr leicht zurückgepfeilt ist, ergänzt durch Backstagen und ein Babystay, um die Mastbiegung unter den Lasten zu kontrollieren, die ein Masttopfboot auch bei einer fraktionierten Takelung noch erzeugen kann. Das Pütting des Achterstags liegt auf der Mittellinie am Ende des Badeplattform-Bereichs, was das Cockpit im Heckbereich frei von störenden Beschlägen hält. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 21,91 ist das Boot so konzipiert, dass es schon bei leichtem Wind Fahrt macht, und das Magazin Sailing Magazine bescheinigte ihr gute Leistung gepaart mit einem attraktiven Aussehen. Das Deck selbst erzählt eine Geschichte für Fahrtensegler: Steuerbord und Backbord befinden sich Radsteuerungen, die die Badeplattform am Spiegel freigeben, und eine große, umlaufende Süllklappe vor dem Niedergang lässt das Sprayhood bei eingeholtem Zustand verstauen. Ein fester Cockpittisch befindet sich vor dem Traveller, über den man auf dem Weg nach achtern steigen muss – eine kleine, aber eindringliche Erinnerung daran, dass dies in erster Linie ein Segelboot ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck wurde die X-562 in drei Layouts angeboten – A2, B1 und A3 –, wobei alle drei drei Nasszellen und eine Vorschiffskoje bieten, die groß genug für Kojen mit Schlauchkörben ist. Die A2 und B1 unterscheiden sich nur in der vorderen Eignerkabine: Bei einer Variante ist eine Doppelkoje an Steuerbord mit festen Streisand-Stühlen an Backbord untergebracht, bei der anderen eine symmetrische Koje auf der Mittellinie, flankiert von kleinen Sofakojen. Die A3 bietet zusätzlich eine vierte Kabine im Vorschiff mit oberer und unterer Koje. Im Salon konnten sich Käufer zwischen Streisand-Stühlen an Backbord mit einem kleinen Tisch oder einer praktischeren Sofakoje entscheiden, und der breite Rumpf lässt problemlos zusätzliche Stühle um den Esstisch herum passen. Die Belüftung ist dank ausreichend großer Öffnungsluken hervorragend, und das Kajütdach erstreckt sich bis ins Cockpit, was den Achterkabinen eine angemessene Stehhöhe verleiht – auf Kosten von etwas Sitzplatz vor dem Traveller.
Systeme und Antrieb
Die X-562 wird von einem 100 PS starken Yanmar-Diesel angetrieben, unterstützt durch 227 Gallonen Kraftstoff und 272 Gallonen Wasser, die auf zwei Tanks verteilt sind. Die elektrische Kapazität ist beachtlich: 864 Ah Batteriekapazität befinden sich vollständig unter dem Boden der Kabine – ein übersichtlicher Platz, der das Gewicht niedrig hält und den Wohnbereich frei von Kabeln und Leitungen lässt. Diese Tank- und Leistungswerte rüsten das Boot für ausgedehnte, autarke Törns ohne ständige Zwischenstopps zur Nachfüllung aus.
Das Fazit
Die X-562 ist eine dänische Fahrtenyacht aus einer kleinen Serie, die die Logik eines Regattarumpfes in ein breites, stabiles Zuhause auf See übersetzt. Jeppesens knapp geschnittene Form mit flachem Mittschiff und einem Bulbkiel sorgt für echte Leistung, während die drei Layout-Optionen und die großzügigen Tankkapazitäten sie zu einer absoluten ultimativen Fahrtenyacht für Segler machen, die lieber segeln als motoren. Das Rigg mit zurückgepfeilten Salingen und Backstagen erfordert eine aufmerksame Handhabung, und die Cockpit-Geometrie opfert etwas Sitzkomfort zugunsten von Stehhöhe und einem Traveller, über den man steigen muss.
Vorteile
- Regatta-abgeleiteter Rumpf mit flachen Mittelsektionen und einem Bulbkiel für Stabilität und Geschwindigkeit
- Drei Innenraumaufteilungen, alle mit drei Nasszellen und einer Pütting-Koje im Vorschiff
- 100-PS-Yanmar mit 227 Gallonen Kraftstoff, 272 Gallonen Wasser und 864 Ah Batterien unter dem Boden
- Hervorragende Belüftung und ein aufgeräumtes Badeplattform-Design am Heck
Nachteile
- Der Traveller muss auf dem Weg nach achtern überklettert werden
- Die Einschränkung durch den Kajütaufbau reduziert die Sitzplätze in der Plicht vor dem Traveller
- Nur 21 Exemplare gebaut, sodass die Suche nach einer bestimmten Aufteilung Geduld erfordert




