Design und Konstruktion
Mit einer Länge über alles von 35' 9", einer Wasserlinienlänge von 30' 3", einer Breite von 11' 3" und einer Verdrängung von rund 16.100 Pfund bei etwa 7.170 Pfund Eisenballast liest sich die Conway als Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 44 Prozent. Dieses Wert macht sie zu einem steifen Segelboot, das viel Segelfläche tragen kann und sich auch bei starkem Wind gut hält. Der Rumpf ist aus massivem GFK mit einem eisernen Flossenkiel und einem Skeg-aufgehängten Ruder. Die einzige offensichtliche Abweichung von den kleineren Westerly-Entwürfen von Laurent Giles ist das Fehlen eines Knickspants im Bug, was der 36 einen saubereren Vorschiffseintritt als ihren kleinen Schwestern verleiht, die im gleichen Stil wie die Longbow gehalten sind. Die Mk I Conways hatten einen Innenraum mit ziemlich vielen freiliegenden GFK-Innenschalen; ab 1978 erhielten die Mk II Boote einen viel ansprechenderen, komplett holzverkleideten Innenraum, obwohl an einigen Stellen unter dem Holz noch GFK-Schalen zu sehen sind. (1)
Rigg und Handhabung
Die Conway wurde zeitweise mit einem Masttoppslup- oder Ketsch-Rigg angeboten, wobei die Ketsch in größerer Zahl verkauft wurde – die meisten Boote wurden als Ketsch ausgeliefert. Der Segelplan der Ketsch summiert sich auf insgesamt 758 Quadratfuß für Großsegel, Genua und Besan, verglichen mit 732 Quadratfuß bei der Slup. Ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 12,7 lässt darauf schließen, dass sie neben modernen Konstruktionen etwas untertakelt erscheinen mag. Dennoch sorgen die moderate Verdrängung und der solide Ballast dafür, dass das Boot auf See sehr stabil läuft. Ein Kenterungsverhältnis von 1,8 zeigt, dass diese Fahrtenyacht generell gut für Offshore-Passagen geeignet ist. In einem Erst-Person-Artikel für Little Cunning Plan beschrieb ein Eigner das Boot als absolut unkompliziert zu segeln. Die breiten Seitendecks machen das Vor- und Zurückgehen im Boot einfach, während die tiefe Plicht mit gut dimensionierten Sitzen einen sicheren Halt am Steuer bietet. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Conway zwei Kabinen plus Salon und insgesamt acht Kojen. Der Salon ist hell und luftig mit gutem Bewegungsspielraum und komfortablen Sofakojen. Jede Sofakoje ist 1,93 m lang (6' 4") und verfügt über Stauraum dahinter, darunter und darüber. Die Stehhöhe im Salon beträgt 1,90 m (6' 3"). Ein Durchgang am Kartentisch führt zur Achterkabine, die eine gut geschnittene Doppelkoje aufweist, die sich von vorn 1,83 m lang (6' 0") bis zu einer Breite von 2,29 m (7' 6") im Vorschiff verjüngt, mit einer eigenen Nasszelle und Staufächern an den Seiten; die Durchgangskoje achtern des Kartentisches ist 2,29 m lang (7' 6"). Die Vorschiffskabine bietet eine großzügige V-Koje mit Stauraum darunter und einen gut dimensionierten Kleiderschrank gegenüber der sehr kleinen Nasszelle. Ein praktischer Hinweis für das Gehen nach achtern: Das Schott im Durchgang liegt etwa auf Kopfhöhe eines durchschnittlichen Erwachsenen, sodass man sich bücken muss. (1)
Ausrüstung und Mechanik
Die meisten Conway-Fahrtenyachten wurden von einem Mercedes OM636-Diesel mit 42 PS angetrieben, einem Motor, der als sanft und im Allgemeinen sehr langlebig und zuverlässig beschrieben wird, während einige spätere Boote mit 36 PS Volvo-Motoren ausgestattet waren. Die Kraftstoffkapazität beträgt 42 Gallonen und die Wasserkapazität 75 Gallonen. Eine tiefe Backskiste bietet Zugang zum Innenraum des Bootes und beherbergt stabile Schlösser für die Schränke, während der Propangasbehälter in der Plicht in einem eigenen geschützten Bereich untergebracht ist. Der Innenschale des Rumpfes ist ein kurzer Teppichboden angebracht, der leicht zu reinigen ist, weich ist und Schall dämpft, um das Boot leiser zu halten. (1)
Refits und Eignerschaft
Das Innenaufwertungs-Upgrade der Mk II ab 1978 ist die wichtigste Verfeinerung aus der Serienproduktion, bei dem man von freiliegenden GFK-Böden zu einem reinen Holzfinish überging. Einzelne Eigner haben das Modell noch weiter optimiert: Bei einer im Jahr 1977 gebauten Yacht ersetzte der Eigner die Systeme und Seeventile und fügte Ausrüstungen hinzu, darunter ein professionell installierter Kühlschrank, eine neue Dieselheizung an der Salonwand und einen optisch neuen Warmwasserbereiter. Der gute Motorzugang durch die Backskiste macht solche Arbeiten unkompliziert.
Das Fazit
Die Conway 36 ist eine zweckmäßige Mittelcockpit-Fahrtenyacht mit echtem Blauwassertauglichkeit, einem steifen und stabilen Rumpf sowie einer Kabinenaufteilung, die sich ideal für längere Aufenthalte an Bord eignet. Die Beliebtheit des Ketsch-Riggs und die durchgehende Achterkabine mit eigener Nasszelle zeichnen sie als durchdachtes Boot für das Leben an Bord aus. Dennoch sind das niedrige Schott der Durchfahrt und die kleine Nasszelle echte Kompromisse, und das moderate Segelfläche-Verhältnis wird sich für Segler, die an moderne Riggs gewöhnt sind, etwas leicht anfühlen.
Vorteile
- Steifer Rumpf mit moderater Verdrängung, Eisen-Flossenkiel und Skeg-Ruder, hervorragend für das Fahrtensegeln auf See geeignet
- Durchgehende Achterkabine mit Doppelkoje und eigener Nasszelle; acht Kojen auf zwei Kabinen plus Salon
- Langlebiger Mercedes OM636-Motor; guter Zugang zu Backskiste und Motor
Nachteile
- Das niedrige Schott zum Achterkabinen-Passagiergang erfordert Bücken
- Sehr kleine Nasszelle
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis lässt sich im Vergleich zu modernen Fahrtenyachten als unterproportioniert anfühlen










