Design und Konstruktion
Die 65 S ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Langkiel und angehängtem Ruder, einer Verdrängung von 24.250 Pfund und einem Eisenballast von 9.920 Pfund, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 41 Prozent führt. Diese Werte, kombiniert mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 369, ordnen sie unter die extrem schweren Fahrtenyachten. Diese Kategorie erklärt den bedächtigen Charakter des Bootes bei der Beladung eher als jegliche Anspruchshaltung auf Geschwindigkeit. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,19 und eine Breite von knapp unter 12 Fuß verleihen ihr einen moderat proportionierten Rumpf. Das Kenterungsverhältnis von 1,65 und eine Komfort-Ratio von 41,2 zeugen von einer stabilen Plattform mit angenehmen Bewegungen, ideal für Langstreckenfahrten auf See. Das Absenkungsvermögen von etwa 1.287 Pfund pro Zoll verdeutlicht, wie tief sie im Wasser liegt und wie gradual sich ihr Trimm verändert, wenn Ausrüstung an Bord genommen wird. (1)
Rigg und Handhabung
Die 65 S ist als Ketsch getakelt, wobei die Maße des laufenden Guts auf einen konventionell proportionierten Segelplan für ein Boot dieser Größe hindeuten. Die Schoten von Fock und Genua sind mit einer Länge von 38,2 Fuß bei einem Durchmesser von 14 Millimetern angegeben, die Großschot hat eine Länge von 95,6 Fuß bei gleichem Durchmesser und die Spinnakerschot misst 84,1 Fuß Länge. Eine theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,4 Knoten passt zu ihrer Wasserlinienlänge von 30 Fuß 8 Zoll und markiert die obere Grenze ihres komfortablen Verdrängungsgeschwindigkeitsbereichs, nicht jedoch ein Tempo, das sie häufig übertreffen muss. Der schwer verdrängende Rumpf und der lange Kiel begünstigen ein stabiles Kurslaufen und berechenbares Verhalten statt schneller Wendungen – ein Temperament, das typisch für die Kategorie der Ultra-Heavy-Cruiser ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck folgt die Vindö 65 S der Hybrid-Formel der Werft mit einem Mahagoni-Innenraum, der die handwerklichen Standards der Hybrid-Bauweise widerspiegelt. Das hölzerne Kajütaufbau und der Innenausbau unterscheiden sie von der späteren, komplett aus GFK gebauten Vindö 995 aus dem Jahr 1987 und halten die 65 S in der älteren Tradition von lackierten Mahagoni-Salons und Teakdecks. Mit jeweils 250 Litern Kraftstoff- und Wasserkapazität sowie einem einzelnen 65-PS-Volvo Penta MD30-Diesel ist das Boot für ausgedehnte Törns ohne häufige Zwischenstopps für Nachfüllungen ausgerüstet.
Das Fazit
Die Vindö 65 S ist eine durchdachte schwere Ketsch aus der letzten Dekade des schwedischen Hybridbaus, die einen wartungsarmen GFK-Rumpf mit einem gemütlichen Mahagoni-Innenraum verbindet. Ihre Werte zeichnen sie als stabile, komfortable Fahrtenyacht und nicht als Regattaboot aus, und der Langkiel mit am Spiegel aufgehängtem Ruder unterstreicht ein traditionelles Handling. Für Käufer, die solide Bauweise und ein ruhiges Seeverhalten über Sprintgeschwindigkeit stellen, bleibt sie eine gelungene Interpretation des skandinavischen Fahrtensegels des späten 20. Jahrhunderts.
Vorteile
- Ultraharter Verdrängerrumpf (DL 369) mit 41 % Ballastanteil für hohe Stabilität und Komfort
- Traditionelles Ketsch-Rigg mit dokumentierten Schotwerten
- Mahagoni-Innenausbau im klassischen Hybrid-Stil der Werft
Nachteile
- Der Rumpf mit Langkiel und hoher Masse schränkt die Manövrierbarkeit und Geschwindigkeit ein
- Der hölzerne Aufbau erfordert mehr Pflege als vergleichbare GFK-Konstruktionen derselben Zeit









