Design und Konstruktion
Die Linien von B. Vermaas verleihen der 108 ein Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,27. Im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten ist sie schlanker als 58 Prozent aller anderen Konstruktionen. Diese Schmalheit ist kein reines Styling-Element; sie hält die benetzte Fläche auf etwa 387 Quadratfuß und unterstützt in Kombination mit einer Wasserlinie von 29 Fuß 2 Zoll eine Rumpfgeschwindigkeit von fast 7,24 Knoten. Das Kenterungsverhältnis von 1,85 liegt innerhalb der akzeptierten Grenzwerte für Hochseepassagen bei einem Boot dieser Größe. Festes GFK bildet sowohl Rumpf als auch Deck, wobei das Schwert aus Blei besteht – anstelle von Gusseisen oder im Rumpf eingegossenem Ballast – und die Wellenanlage hinter einem einzelnen Dieselmotor sitzt. Sie setzt bei einem Gewicht von rund 1.337 Pfund pro Zoll zusätzlicher Tiefgang auf, was bedeutet, dass sie sich mit Proviant und Crew berechenbar belastet – eine nützliche Eigenschaft beim Vorbereiten einer Passage. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup trägt die 108 eine Segelfläche von 807 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 22,68 führt – bescheiden nach modernen Leichtwindmaßstäben, aber passend für ein Boot, das eher für das Handling durch eine kleine Crew im Seegang als für die leichtesten Brisen optimiert wurde. Die stehenden und laufenden Leinen entsprechen den damaligen Normen: Sowohl die Fock- als auch die Genuaschot sind 35,4 Fuß lang und haben einen Durchmesser von einer halben Zoll; die Großschot ist 88,6 Fuß lang und hat denselben Durchmesser, und die Spinnakerschot ist 78 Fuß lang. Der Flossenkiel weist je nach Beladung einen Tiefgang von 6,23 bis 6,53 Fuß auf, was sie zwar auf größere Marinas beschränkt, ihr aber ein direktes Rudergefühl und eine Kursstabilität verleiht, die durch das tiefe laterale Profil gefördert wird. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die 108 mit neun Kojen ausgestattet – eine Zahl, die auf eine umbaubare Salonsofakonfiguration sowie Schlafplätze im Vorschiff und achtern statt auf ein minimalistisches Achterkojen-Layout hinweist. Die Wasserkapazität von 69 Gallonen und der Dieselkanister mit 26 Gallonen sprechen eher für Küsten- und kurze Offshore-Törns als für dauerhafte Unabhängigkeit. Der in den Werftdaten angegebene 23-PS-Bukh DV24M-Diesel ist die typische Installation, obwohl die Rezension in der Yachtdatenbank darauf hinweist, dass das Modell gelegentlich auch mit einem 27-PS-Innenborder geliefert wird.
Das Fazit
Die Veno 108 ist ein gelungenes Beispiel für den niederländischen Fahrtenyachtbau der frühen 1980er Jahre: schmal genug für gute Segeleigenschaften im Kabbelwasser, solide laminiert und mit Bleiballast auf einem Flossenkiel ausgestattet, der verlässlich tiefes Wasser erfordert. Sie ist keine Leichtwind-Fliegerin und ihr Tiefgang schränkt sie auf gepflegte Häfen ein, aber ihre Kennzahlen beschreiben eine stabile, berechenbare 35-Fuß-Yacht mit echtem Offshore-Gen im klassischen Sinne.
Vorteile
- Schlankerer Rumpf als bei 58 % ähnlicher Konstruktionen mit kontrollierter benetzter Fläche
- Bleiballast auf einem Flossenkiel; Kenterungsverhältnis von 1,85
- Neun Kojen und eine Wasserkapazität von 69 Gallonen für das Fahrtensegeln
Nachteile
- Der Tiefgang von 1,90–2,00 m beschränkt sie auf große Marinas
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 22,68 ist bei leichtem Wind bescheiden
- Die Motorleistung variiert je nach Installation (23 oder 27 PS)







