Design und Konstruktion
Forgus Yachts baute die 35 aus massivem GFK für Rumpf und Deck, mit einem Bleiballast von rund 6.400 Pfund im Flossenkiel. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei etwa 50 Prozent und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) ist mit konservativen 214 ein Zeichen dafür, dass sie als stabile, tragfähige Fahrtenyacht und nicht als leichter Regattakreuzer konzipiert ist. Ihre Breite von 11,15 Fuß ergibt ein Verhältnis von Länge zu Breite (B/L) von 3,06, sodass der Rumpf nach modernen Maßstäben relativ schmal ist, aber genügend Breite bietet, um drei Kabinen aufzunehmen, ohne beengt zu wirken. Die benetzte Fläche beträgt etwa 365 Quadratfuß, und mit einer Rumpfgeschwindigkeit von fast 7,3 Knoten ist sie eher darauf ausgelegt, sich im komfortablen Cruising-Tempo fortzubewegen, als zu sprinten. Das Kenterungsverhältnis von 1,91 ordnet sie nach diesem Formelanker innerhalb der akzeptierten Toleranzgrenzen für Hochseeyachten ein, und das Komfort-Ratio von 25,57 unterstreicht das Bild eines stabilen Rumpfes mit angenehmen Bewegungen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Forgus 35 ist als Masttoppslup mit einer Segelfläche von 516 Quadratfuß getakelt, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,75 führt – ausreichend, um das Boot bei Wind lebendig zu halten, ohne dass eine große Crew erforderlich ist. Die stehenden und laufenden Gewichte entsprechen den damaligen Gepflogenheiten: Sowohl die Fock- als auch die Genuaschoten sind 34,1 Fuß lang und haben einen Durchmesser von einem halben Zoll; die Großschot hat eine Länge von 85,3 Fuß bei gleichem Durchmesser, und eine Spinnakerschote von 75,1 Fuß vervollständigt das Leichtwind-Ausrüstungspaket. Der Flossenkiel weist je nach Beladung einen Tiefgang von 5,91 bis 6,21 Fuß auf, was sie zwar auf größere Marinas beschränkt, ihr aber einen festen Stand beim Krängen verleiht. Ihr Tiefgangsverhalten von etwa 1.326 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie berechenbar tiefer liegt, wenn Vorräte und Wasser an Bord gebracht werden – ein nützliches Merkmal für die Lastenplanung auf Langfahrt. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot mit drei Kabinen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Das Drei-Kabinen-Layout war die Standardaufteilung und eignet sich sowohl für das Fahrtensegeln mit der Familie als auch für ein Paar mit Gästen. Die massive GFK-Bauweise und die moderate Breite sorgen dafür, dass das Innenraumvolumen eher überschaubar als übertrieben groß ist. Die Wasserlinie von 29,86 Fuß sorgt zudem für eine nutzbare Kabellänge im Vorschiff und Achterschiff.
Bekannte Schwachstellen
Die Fachquellen weisen für dieses Modell keine strukturellen oder systemischen Mängel auf. Die wichtigste praktische Einschränkung ist der Tiefgang: Bei rund 1,80 m beladen kann sie keine flachen Ankerplätze oder kleinere Club-Liegeplätze nutzen. Ein Käufer sollte die tatsächlichen Tiefen im Hafen gegenüber dem Bereich von 1,79 bis 1,88 m überprüfen. Die andere Einschränkung ist ihr Alter und die geringe Stückzahl – bei nur 28 gebauten Booten sind Ersatzteile und Klassenkenntnisse im Vergleich zu zeitgenössischen Massenmarktbooten rar.
Das Fazit
Die Forgus 35 ist eine bescheidene, solide gebaute Fahrtenyacht aus den späten siebziger Jahren: schmal, robust und leise seetüchtig. Sie belohnt Eigner, die eine kleine, einheitliche Klasse und ein berechenbares Tragverhalten über viel Volumen oder Wiederverkaufswert stellen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit Bleiballast im Verhältnis von 50 %
- Kenterungsverhältnis von 1,91 und Komfort-Ratio nahe 26
- Drei-Kabinen-Layout mit Pantry und Nasszelle als Standard
- Berechenbares Absenkungsverhalten von 1.326 lbs/inch für die Lastenplanung
Nachteile
- Der Flossenkiel hat einen Tiefgang von 5,91–6,21 Fuß, was den Hafen-Zugang einschränkt
- Nur 28 Exemplare gebaut, daher sind Ersatzteile und Klassenunterstützung begrenzt
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,75 ist bescheiden, nicht herausragend









