Design und Konstruktion
Die Swan 66 S ist ein GFK-Einrumpfboot, das überwiegend aus Vinylester-Glasfaser auf einem PVC-Kern mit Kohlefaserverstärkung und Holzleisten gebaut wurde. Der Rumpf verfügt über einen leicht geneigten Vorsteven und einen negativen Spiegel mit einer absenkbaren Badeplattform am Heck, während ein intern montiertes Spatenruder über zwei Kohlefaser-Ruderscheiben gesteuert wird. Dasselbe Rumpfdesign bildet die Basis für beide Modelle S und FD, doch die S zeichnet sich durch ihr hohes Kajütdach und das flache Deck vor dem Mast aus. Hier verläuft das Deck direkt am Vorsteven, bevor es in einen Salon aufsteigt, der nahtlos in eine große, einheitliche Plicht übergeht, die den hinteren Drittel des Bootes einnimmt. Dieses kontinuierliche Volumen aus Deck und Cockpit ist ein prägendes räumliches Gestaltungsmerkmal des Entwurfs. (1)
Rigg und Segelplan
Frers gab der Swan 66 S ein Masttoppslup-Rigg mit einem im Kiel stehenden Carbonmast, drei Salingpaaren mit stark gepfeilten Salingen und einer stehenden Takelage aus Edelstahlrohr. Die Zahlen sind imposant: Eine I-Vorliekshöhe von 90,22 Fuß, eine J-Basis von 24,44 Fuß, eine Vorliek des Großsegels von 82,68 Fuß und eine Achterliek von 24,93 Fuß ergeben ein Großsegel von 1.309 Quadratfuß und eine Genua/Rollfock von 1.038 Quadratfuß für eine Segelfläche am Wind von 2.347 Quadratfuß. Für die Passatsegel-Kurse kann ein asymmetrischer Spinnaker gefahren werden. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 10,06 Knoten – ein Wert, der zu der langen Wasserlinie und dem moderaten Verdrängungs-Längen-Verhältnis einer Regatta-/Fahrtenyacht passt, die auf Offshore-Etappen ausgelegt ist.
Unterbringung
Unter Deck ist der Salon selbst nicht erhöht, was die Stehhöhe im Innenraum anders als bei einer typischen Aufbaulounge gestaltet. Die großen Salonfenster lassen viel Licht herein, bieten jedoch kaum Ausblick nach außen, es sei denn, die Person an Bord ist groß. Der Innenausbau ist moderner und europäischer gehalten – mit weniger Teakholz und mehr offenen, reinweißen Oberflächen als bei älteren Swan-Inneneinrichtungen. Eine typische Aufteilung bietet Platz für sechs Personen in vier Kabinen: eine Doppelkoje im Vorschiff, zwei Kabinen mittschiffs mit einer Einzel- und einer Doppelkoje sowie eine Einzelkoje achtern an Steuerbord, ergänzt durch zwei L-förmige Sofakojen im Hauptsalon. Die Pantry befindet sich an Backbord achterlich des Niedergangs als U-förmiger Arbeitsbereich mit einem vierflammigen Herd, einer Kühlbox und einer Spüle mit zwei Becken, während die Navigationsecke an Steuerbord im Hauptsalon liegt. Vier Nasszellen sind zu den vier Kabinen verteilt, und eine Davitsgarage ist unter dem Cockpit untergebracht.
Bekannte Schwachstellen
Die wichtigsten Punkte für Eigner sind eher Konstruktionsmerkmale als Fehler: Der Standardkiel mit 3,20 m Tiefgang schränkt den Zugang zu flachen Reviern ein, und das komplexe Cockpit-System mit dem klappbaren Spiegel erfordert wie bei jedem beweglichen Strukturelement auf einer 66-Fuß-Yacht eine regelmäßige Inspektion.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt einer Swan 66 S konzentriert sich auf einen Yanmar-Diesel mit 163 PS für Hafenmanöver, unterstützt durch einen Kraftstofftank von 211 Gallonen und einen Wassertank von 264 Gallonen. Das Carbon-Rigg und der Rumpf mit Vinylester/PVC-Kern sind so modern, dass größere Refits eher Systeme und Persenninge als strukturelle Überholungen betreffen. Die Beibootgarage und das Cockpit-Layout belohnen eine sorgfältige Wartung der Beschläge des Heckschotts.
Das Fazit
Die Swan 66 S ist eine gepflegte Frers-Cruiser-Renner-Yacht, deren Decksaufbau der Jubiläumsausgabe und das zeitgemäße Interieur sie sowohl von älteren Swans als auch von ihrer Schwester aus der FD-Serie abheben. Sie belohnt Segler, die Volumen und Hochseetauglichkeit suchen, ohne auf den Stammbaum der Linie zu verzichten.
Vorteile
- Hohe Kajüte und flaches Vordeck mit nahtloser Integration der Plicht
- Substanzieller Rumpf mit Bleiballast-Flossenkiel und karbonverstärkter Vinylester-Konstruktion
- Vier-Kabinen-, vier-Badezimmer-Layout mit Beibootgarage und C-förmiger Pantry
Nachteile
- Der Tiefgang von 3,20 m begrenzt die Revierwahl
- Die Salonfenster bieten für kleinere Segler nur eingeschränkte Sicht
- Das komplexe Beschlagswerk am Spiegel und in der Plicht erfordert eine disziplinierte Wartung








