Design und Konstruktion
Briand verlieh der 66 einen vertikal verlaufenden Rumpf mit einer ausgeprägten Kimm im Achterschiff und einer breiten Breite von 18 Fuß. Das Kajütdach trägt das Markenzeichen seiner Superyachten: einen Augenbrauen-artigen Überhang über den vertikalen, umlaufenden Fenstern. Der Rumpf wird im Guss in einem Stück hergestellt, und das modulare Bausystem von CNB sorgt dafür, dass der Innenraum vollständig fertiggestellt wird, bevor er in die Formen des Rumpfes abgesenkt wird – der Maschinenraum ist eines von fünf Modulen, das in einer einzigen Metallbox unter dem erhöhten Bodenbrett des Salons untergebracht ist. Dieser erhöhte Salon ist der Schlüssel zur Aufteilung: Er schafft einen zentralen Maschinenraum, während das Deck auf einer Ebene bleibt, dank bündiger Vordecksluken und integrierter Schienen. Ein Carbon-Bugspriet und ein optionales hydraulisches Rollfocksystem von Hall Spars wurden installiert. Die längs angeordnete Beibootgarage bietet Platz für ein 3,25 m langes Beiboot, das sich in unter einer Minute zum Anlegen bereitmachen lässt. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Vorsegel sind auf Rollanlagen gefahren und das Großsegel lässt sich im Baum einrollen, sodass ein Paar die Segel problemlos selbst setzen kann. Die Manövrierausrüstung ist für den Betrieb mit kleiner Crew von zwei Steuerständen mit Carbonrädern ausgelegt. Die Werft gab an, dass die 66 als luxuriöse Fahrtenyacht für Familien konzipiert wurde, die mit kleiner Crew segeln, aber auch bei Regatten antreten oder einen Ozean überqueren möchten. Unter Segeln fühlt sie sich stark und seetüchtig an – kraftvoll schnell, aber stabil, wenn sie krängt und auf die Kimm legt. Die Doppelruder sind leicht und gut ausbalanciert. Bug- und Heckstrahlruder mit Joystick-Steuerung erleichtern das Anlegen, obwohl die motorbootähnlichen Bedienelemente sehr nah am Ruder liegt. (1)
Unterbringung
Der Innenraum wiederholt den leicht asymmetrischen Decksaufbau: ein Essbereich an Backbord und eine Lounge im Salon an Steuerbord unter den Panorama-Scheiben des Kajütaufbaus, wobei die Sofas direkt bis an die Rumpfwand geschoben wurden, um das gesamte Schiffsbreiten-Wohnen zu ermöglichen. Die Gästekabine ist völlig gerätelos gehalten und verfügt über eine integrierte L-förmige Sitzgruppe sowie einen Tisch, der sich zum Sonnendeck ausklappen lässt. Die Eignerkabine im Vorschiff bietet viel Stauraum und Platz für ein Büro; drei Vorschiffskabinen umfassen darunter die Eignerkabine, und alle Kabinen sind mit eigener Nasszelle ausgestattet. Achtern befindet sich ein Crewbereich mit direktem Zugang zur Pantry, der über eine eigene Nasszelle verfügt, deren Doppelbett auf zwei Einzelkojen umgebaut werden kann, wobei man zur Seitencouch über das mittlere Bett klettern muss. Die Pantry ist offen zum Salon, mit einem Luk unter den Polstern der Sofas, um Essen an Deck zu reichen. Der Vorpiek-Segelschrank – mit 2,10 m Stehhöhe, einer festen Leiter und einer wasserdichten Tür – kann als optionale Crewkabine genutzt werden.
Bekannte Schwachstellen
Prüfungen ergaben, dass der Salon dringend ein Handlauf am Decksaufbau benötigt und die 90°-Niedergangsstufen bei Krängung zu steil sind. Die niedrigen Cockpitsülls sorgen zwar für einen eleganten Look, bieten jedoch wenig Komfort oder Schutz, und die Joystick-Steuerung des Außenborders kann gegen das Steuerrad stoßen. Die Achterkabine liegt auf unterschiedlichen Bodenniveaus und wirkt etwas eng; die Badezimmertür ist so breit, dass eine größere Crew nur mit Mühe hindurchpasst. Die Eignerkabine bietet kaum Stauraum für längere Aufenthalte, und bei späteren Rümpfen wurde der Warmwassertank nach achtern verlegt, um Platz für den Generator freizumachen.
Refits und Eignerschaft
Der Semi-Custom-Charakter bedeutet, dass die Eigner die elektrische Küche als Standard wählten, mit einem Kühlschrank im Haushaltsstil und Optionen für Waschmaschine-Trockner, Geschirrspüler und Weinklimaschrank. Die Werft gab drei Jahre an Pre-Production-Feinabstimmung mit Briand und den Innenarchitekten an, und es gab eine Warteliste bis April 2019. Der 180 PS starke Volvo D4 und die Kraftstoffkapazität von 1.300 Litern ermöglichen über 1.000 Seemeilen Autonomie unter Motor bei täglicher Nutzung des Generators.
Das Fazit
Die CNB 66 ist ein durchdacht konstruiertes 66-Fuß-Boot, das die Verarbeitungsqualität einer Superyacht in eine für kleine Crews leicht zu handhabende Form bringt – und zwar zu einem Basispreis, der etwa 40 Prozent unter dem von Oyster oder Contest liegt.
Vorteile
- Einteiliger, infundierter Rumpf mit modularem Innenraum für perfekte Passform
- Großsegel im Baum und Rollfock ermöglichen einhandes Segeln mit kleiner Crew
- Salon über die gesamte Breite und Eignerkabine, alle Kabinen sind eigens angeschlossen, clevere Luke vom Deck zur Pantry
- Beibootgarage und Bugspriet mit Option auf Rollbaum von Hall Spars
Nachteile
- Der Salon ist ohne Handlauf ausgestattet; Winkelige Niedergangsstufen bei Krängung
- Niedrige Sülls, freiliegende Joystick-Steuerungen, enge Eingangstür der Achterkabine
- Eignerkabine bietet zu wenig Stauraum für längeres Wohnen an Bord




