Design und Konstruktion
Die 32.1 verfügt unter ihrer polarisierenden Styling über einen überraschend konservativen Rumpf. J&J formte ziemlich volle und runde Spanten mit einer moderaten Krümmung, was das Boot fest im Wasser verankert, während ein vorderer Bugknick im Ruhezustand über die Wellen hinwegschneidet, bevor er nach achtern hin deutlich abfällt und sich wieder zu einem Bugspriet verjüngt. Dieser ausgeschnittene Bug schneidet durch die Wellen, anstatt sie beiseitezuschieben – eine Eigenschaft, die Tester als mehr als ausreichend empfanden, um den mangelnden Gleitdrang eines Rumpfes mit einer Verdrängung von knapp über vier Tonnen auszugleichen. Die Struktur selbst ist handaufgelegt in Polyester mit massivem Laminat unter der Wasserlinie und einem Schaumsandwich darüber; eine strukturelle Rumpfmatrix nimmt die Lasten von Kiel und Rigg auf, mit einlaminierten Längs- und Querwangen sowie wenigen Schotten zur Maximierung der Steifigkeit. Dieser unverwüstliche Ansatz ermöglicht es sogar einer Version mit Kimmkielen, trockenzufallen, wobei verstärkte Ruder als Hilfsbeine dienen. Große Rumpfblicke sitzen weit vorn für einen dramatischen Effekt unter Segeln, und das Motorgewicht ist nahe dem Heck positioniert, um eine Achterkoje freizuhalten. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Segelliniene sind nach achtern zum Steuerstand geführt, was der Crew die Freiheit gibt, sich zurückzulehnen, und das Deck ist frei von überflüssigen Leinen, da diese verdeckt und zu Fallstoppern direkt vor den beiden Steuerrädern geführt sind. Das deutsche Großschotsystem lässt sich von beiden Seiten bedienen. Das Testboot war mit einem radial geschnittenen Rollgroßsegel mit Achterliekbesegelung und einer Standard-Selbstwendefock von Doyle ausgestattet, kombiniert mit elektrischen zweistufigen Harken 40ST Winschen. Auf See lag sie bei einer scheinbaren Windwinkel von 30–34º komfortabel bei 5,7 Knoten Geschwindigkeit und konnte bis auf 28º Höhe laufen, allerdings mit einem Verlust von einem halben Knoten. Die Tester empfanden sie als makellos ausbalanciert, da sie das Rad bei den meisten Kursen ohne zu krängen halten konnte. Die doppelten Stahlräder an der Jefa-Steuerung waren extrem feinfühlig und präzise, fehlten jedoch an Rückmeldung. Kompositräder würden das Gefühl erleichtern, und eine Entspannung des Steuerseils könnte die Reibung verringern. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die 32.1 weitgehend offen gestaltet und weist abgesehen vom Nasszellenbereich keine Schotten auf, was einen U-förmigen Salon mit nach vorn gerichteten Rumpfbüstenlichtern schafft. Ein Tisch mit klappbaren Blättern und Flaschenstauraum befindet sich vor dem Mastfuß. Die Hauptkoje ist eine querschiffs angeordnete Doppelkoje unter den Niedergangsstufen, 210 cm lang bei entferntem Kopfteilkissen, mit LED-Beleuchtung, ausreichender Stehhöhe und Blick ins Cockpit durch ein zu öffnendes Luk. Vorne erstreckt sich eine kurze Koje mit einer Füllung auf 200 cm Länge und 150 cm Breite. Die Pantry verfügt über einen Induktionsherd für schnelle Mahlzeiten, nicht für das dauerhafte Fahrtensegeln. Oben ist das Cockpit für ihre Größe geräumig, mit Bänken für sechs Personen um einen festen Tisch, der durch eine Sprayhood geschützt ist; ein einziger Backskiste in Rumpftiefe unter der Steuerbordsitzbank reicht bis ganz nach achtern. Das Achterdeck fällt zu einer flachen Plattform ab, die sich 2 m weit nach vorn erstreckt, und ein Bimini kann das Cockpit vor dem Großschot beschatten.
Bekannte Schwachstellen
Der größte Kritikpunkt beim Handling ist das Rudergefühl der Jefa: präzise, aber abgehoben, wobei Tester eine mangelnde Rückmeldung von den Profilrudern bemerkten. Der Motor sitzt weit achtern und ist über ein großes wasserdichtes Cockpitbodenluke sowie Schränke unter Deck zugänglich. Aufgrund seiner Masse nahe dem Heck wurde jedoch bemerkt, dass das Boot mit dem für sie konzipierten leichten Elektromotor besser segeln würde als mit einem Diesel. Sie ist nach CE-Kategorie B zertifiziert und nicht für das Fahrtensegeln auf See ausgelegt – eine Klassifizierung, die ihre Leistung im Solent-Raum nur noch unterstrich.
Refits und Eignerschaft
Eigner, die sich für den Elektroantrieb entscheiden, können die Batteriekapazität auf 16,4 kWh verdoppeln. Die Werft bietet Kiele mit tiefem oder geringem Tiefgang sowie einen optionalen Bugstrahlruder (mit Dieseltank im Heck dahinter) an. Die technischen Daten können je nach gewählten Optionen abweichen, und die Werft positionierte sich mit dieser Modellreihe eher aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedürfnisse als in einer herkömmlichen Kategorie.
Das Fazit
Die Sunbeam 32.1 ist ein edler, vertrauenerweckender Weekender, dessen konservativer Rumpf und ausgewogenes Rudergefühl einen bewussten Kontrast zu ihrem unkonventionellen Äußeren bilden. Sie belohnt das Segeln an der Küste oder auf Seen mit einem hellen, offenen Innenraum und einem cleveren Achterdeck, ist aber keine Hochseeyacht.
Vorteile
- Konservativer, gut gebauter Rumpf mit bombensicherer Laminatstruktur
- Alle Leinen nach achtern geführt; makellos ausbalanciertes, einfaches Segeln mit kleiner Crew
- Geräumiger, offener Innenraum mit cleverer Querkoje und Sonnendeck im Heck
Nachteile
- Die Stahl-Jefa-Räder bieten wenig Rückmeldung beim Steuern
- Der achtern positionierte Diesel beeinträchtigt die für dieses Boot optimierte Segelbalance
- Nur CE-Zertifizierung nach RCD-Kategorie B; kein Hochseekreuzer




