Design und Konstruktion
Der typische Ansatz von RM ist überall zu erkennen: ein Sperrholzrumpf mit Knickspant-Kielen, der ohne Formen gebaut wurde, kombiniert mit einem konventionelleren GFK-Deck mit Holzinnenausbau. Die Werft hat ihre Boote kontinuierlich verbessert, und die modernen Linien der 970 – mit negativem Deckssprung und voluminösen Vorschiffsteilen – schaffen eine geräumige, vielseitige Plattform anstelle eines reinen Regattabootes. Sie wird entweder mit Einzelkiel und Doppelruder oder, am anderen Ende des Spektrums, mit Zwillingskielen und einem einzelnen Ruder angeboten, was das Trockenfallen erleichtert; die Version mit Zwillingskielen weist einen Tiefgang von nur 1,65 m auf, während das Boot mit Einzelkiel 2,10 m tief ist. Für alle, die die farbenfrohe Rumpffarbe von RM bevorzugen, sind auch bunte Ausführungen erhältlich. Mit einer Verdrängung von 3.900 kg (4.100 kg mit Zwillingskielen) und 1.235 kg Ballast bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 31,7 % fällt sie in die RCD-Kategorie B. Sie ist mit einem 20 PS starken Volvo Penta Diesel-Motor mit Saildrive ausgestattet, der 65 Liter Kraftstoff und 140 Liter Wasser fasst. (1)
Rigg und Handhabung
Das Decks-Layout ist der unscheinbare Glücksgriff dieses Bootes. RM arbeitete bei der Anordnung mit INO Rope zusammen und platzierte die primären Winschen im Innenbereich – eine hervorragend praktische Lösung –, während die Genuawinschen den Niedergang flankieren, sodass eine kleine Crew das Boot bedienen kann, ohne sich bücken zu müssen. Eine Person kann beide Genuischoten durch eine Wende trimmen, ohne ihre Füße bewegen oder über die Süllbrüstung lehnen zu müssen, und dann nach vorn treten und aufstehen, um die Winschen auf dem Kajütdach aufrecht zu bedienen. Eine 3D-Genua an einem Einleger-/Barbersystem ist eine besonders saubere Konstruktion, und die Feintrimmung der Großschot wird direkt an der Radsteuerung zurückgeführt. Es gibt reichlich Leinen für diejenigen, die es lieben, an den Einstellungen zu drehen, aber ständiges Fummeln ist nicht erforderlich, um das Boot zufrieden zu halten. (2)
Auf dem Wasser ist sie direkt. Die Tester von Yachting World fanden das Ruder neutral mit echtem Grip durch die Doppelruder und großen Spaßfaktor, besonders mit Kite aufgeblasen; bei 15–18 Knoten Wind unter Vollzeug erreichten sie im Schnitt 8,5 bis 9 Knoten unter Gennaker und stellten fest, dass das Boot bei etwas über 9 Knoten anfängt zu gleiten. Die Werte am Wind lagen bei einem geringen Winkel selbst unter Stagsegel um die 7 Knoten, und bei leichtem Wind verzeichnete Yachting Monthly über 5 Knoten Leistung am Wind bei 10 Knoten scheinbarer Windstärke, allerdings ohne Fahrtenzuladung. Eine Kuttertakelung eignet sich hervorragend für das Fahrtensegeln, und das Boot kann mit Rad- oder Pinneinrichtung bestellt werden.
Unterbringung
Unter Deck sorgen der weiß gestrichene Innenraum und die offene V-Koje im Vorschiff für viel Licht und Platz im Salon, der an eine Pantry und eine kleine, vollwertige Navigationsecke angrenzt. Rezensenten aus Deutschland, Spanien und der Schweiz lobten das frische, helle, moderne Gefühl und das unglaubliche Raumangebot für die Bootslänge. Das Zwei-Kabinen-Layout platziert eine große Nasszelle achtern mit Kleiderständern und Zugang zu einem technischen Raum, wobei es keine feste Tür zum Vorschiff gibt. Weiche Schließungen an den Schranktüren sind ein Detail, das teurere Yachten oft weglassen. Das Vordeck ist flach und breit – ideal zum Sonnenbaden oder zum Aufblasen von Beibooten – und verfügt über einen riesigen Ankerkasten, der sich perfekt für Fender eignet, sowie eine einzelne Bugrolle, die im optionalen Bugspriet für den Vorstevenanker integriert ist.
Bekannte Schwachstellen
Bei den Tests zeigten sich einige praktische Einschränkungen. Der technische Bereich achtern der Nasszellen ist im Alltag unhandlich und neigt bei regelmäßiger Nutzung als Stauraum zu Kratzern im Lack. Boote mit Doppelruder verfügen bei engen Manövern über keinen Ruderstrahl mehr hinter den Rudern, sodass sich Segler, die an das Feedback eines Einruders gewöhnt sind, anfangs etwas ungewohnt fühlen können. Wenn die Steuerung mit Steuerrädern statt mit Pinnen ausgestattet ist, sitzt der Steuermann eng an das Achterstag gepresst. Für ein Schwenkmooring muss eine Brille aufgelegt werden.
Refits und Eignerschaft
Die Ausstattungsstufen sind für diese Klasse großzügig bemessen. Antal-Decksbeschläge, Dyneema-Fallen und UV-Schutzfilter an den Fenstern gehören zum Standard, und das kontinuierliche Verbesserungskonzept der Werft sorgt dafür, dass spätere Boote die Details früherer Modelle verfeinern. Der im Vergleich zu früheren RM-Modellen relativ hohe Anschaffungspreis ist laut Testern die größte Hürde für Käufer, was jedoch durch das geringe Gewicht und die einfache Handhabung des einhandfreundlichen Decks ausgeglichen wird.
Das Fazit
Die RM 970 ist eine seltene Erscheinung: Eine leichte Sperrholzyacht, die sich wie ein Sportboot segeln lässt und dennoch das Leben einer echten Familienyacht bietet. Lombards Linien und die Bauweise von RM verleihen ihr ein Geschwindigkeitspotenzial und eine Stabilität, die Tester in ganz Europa beeindruckt haben, während der Decksplan mit dem Einbaumotor-Winsch das Fahrtensegeln mit kleiner Crew absolut einfach macht. Das neutrale Doppelruder-Steuergefühl und die kleinen Schwachstellen beim Tiefgang sind im Vergleich zur Vielseitigkeit von Kimmkiel- oder Flossenkiel-Konfigurationen unbedeutend.
Vorteile
- Leichter, leicht zu segelnder Rumpf mit mehr als einer Tonne weniger Gewicht als vergleichbare GFK-Fahrtenyachten
- Die inneren Primärwinschen und die an der Niedergangskante positionierten Genuawinschen machen das Segeln mit kleiner Crew mühelos
- Version mit Zwillingskiel lässt sich trockenfallen; Version mit Einzelkiel für Geschwindigkeit
- Helliges, geräumiges Innenraumkonzept mit vollwertiger Navigationsecke und großen Achtertoiletten
- Hervorragende Segeleigenschaften – gleitet ab 9 Knoten Wind, läuft hoch am Wind bei 7 Knoten Wind und geringem Winkel gut Höhe
Nachteile
- Das neutrale Rudergefühl bietet keine Rückmeldung eines Einruders und keinen Propellerstrahl für präzises Steuern im Raum
- Der technische Bereich achtern der Nasszellen ist unhandlich und neigt zu Kratzern
- Die Radsteuerung zwingt den Steuermann gegen das Achterstag
- Im Vergleich zu ihrer Größe relativ teuer


