Design und Konstruktion
Die Rumpfform der 9.7 ist auf Effizienz ausgelegt. Mit einer Länge in der Wasserlinie von 31,5 Fuß und einer Breite von 16 Fuß weist sie ein Finiheitsverhältnis von 12:1 auf, was sie für eine Fahrtenkatamaran-Klasse sehr agil macht. Halbkreisförmige Mittelsektionen sorgen für maximale Verdrängung bei minimalem Widerstand, während ein relativ voller Vorsteven-Eintritt das Stampfen dämpft und das U-förmige Heck die benetzte Fläche verringert. Der Prismatische Koeffizient liegt bei etwa 0.58, genau im idealen Bereich für Rümpfe dieser Art. Practical Sailor bescheinigte dem Boot eine erstklassige Bauqualität und wies auf clevere Konstruktionen in den Rudern und Schwertsystemen hin, die die Einsatzmöglichkeiten erweitern. (1)
Rigg und Handhabung
Ein einzelnes Schwenkschwert mit einer dünnen NACA-Profilsektion befindet sich unter dem Brückendeck und wird beim Aufprall hochschlagen, anstatt den Rumpf zu beschädigen oder Löcher hineinzuschlagen. Mit aufgeholtem Schwert hat ein 8-Fuß-Flossenkiel immer noch einen Tiefgang von 16 Zoll, sodass das Boot bei 30 Zoll Wasser auf allen Kursen zum Wind segeln kann; die Ruder liegen tief (3 Fuß) im Wasser, schwenken aber auf unter 2 Fuß hoch, während die Steuerwirkung erhalten bleibt. Der Mast steht weit vorn, um eine störende Stütze im Salon zu vermeiden, ist um zwei Fuß nach achtern geneigt, um den Segeldruckpunkt niedrig zu halten, und das Großsegel mit Vollbesan (Full-Roach) ist so geschnitten, dass der Baum um 8,5 Grad angehoben werden kann, um ausreichend Platz in der Plicht zu gewährleisten. Die Wanten sind zum Achterdeck geführt, was das Achterstag überflüssig macht, jedoch das Risiko von Schafstellen im Großsegel beim Fieren birgt. Testsegler berichteten von einer präzisen, direkten Ruderwirkung mit genau genug Luvgierigkeit, um das Boot lebendig zu fühlen, und einfachem Wenden bei unter 10 Knoten Wind. Die 9.7 ist eher eine sportliche als eine Hochleistungs-Catamaran-Klasse und macht das Segeln in flachen Gewässern sicherer und entspannter als bei den meisten Konkurrenten. (1)
Unterbringung
Die Anstrengungen begannen mit der Ergonomie: überall im Boot ist ausreichend Stehhöhe vorhanden, und die Sichtlinien für die Insassen reichen von 1,57 m bis 1,90 m. Seitenschotten in jedem Rumpf bieten eine tolle Aussicht von jedem beliebigen Standpunkt aus, und der Salon bietet sitzende Blickwinkel auf das Wasser sowie 360-Grad- und rumpfübergreifende Ausblicke durch die beiden Niedergänge. Das Standard-Layout bietet drei großzügige, separate Doppelkojen. Der Steuerstand öffnet sich nach beiden Seiten und in den Salon, wobei ein zu öffnendes Vordecksluk im Vorschiff für das Segeln mit Wind ins Gesicht sorgt. Die Belüftung durch Rumpfluken und Decksluken ist hervorragend, die Pantry-Schränke nutzen klare Acryldeckel für einen schnellen Überblick und das Fehlen eines Innenlaminats mit gebürstetem Weißgelcoat und Furnieren verhindert ein kühles, klaustrophobisches Gefühl. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Seitendecks sind gefährlich dünn und erfordern Vorsicht beim Arbeiten im Vorschiff. Die Außenborder verbrennen Benzin, das leichter entzündlich ist als Diesel, haben eine kürzere Lebensdauer und erzeugen kein Warmwasser. Daher installieren viele Eigner Propangasheizungen. Das Rigg ist kleiner und kürzer als durchschnittlich, und dem Boot fehlt die Segelfläche für Windstille, während der Antrieb ohnehin nicht die Stärke des Bootes ist. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Eigner haben großen Einfluss auf den Zustand – von der Art der Harze über die Aufteilung, die Dekoration bis hin zur Ausrüstung –, weshalb sich die einzelnen Boote stark unterscheiden. Rumpf Nr. 8 gelangte zu einem Eigner in Miami mit einem Faux-Tek-Boden, einem hochwertigeren Isotherm-Kühlschrank, Sunbrella-Stoffen, einer maßgeschneiderten TV-Montage, Klimaanlage, einem 5-kW-Generator, Imtra-Beleuchtung, Caframo-Lüftern und einer Freedom Atlantis Raritan-Bordtoilette. Das Leergewicht beträgt 4.800 Pfund, aber je nach Wunsch des Eigners wurden die Boote um bis zu 800 Pfund leichter oder schwerer gebaut; das Trimm-Gewicht liegt bei etwa 8.000 Pfund. (1)
Das Fazit
Die TomCat 9.7 ist eine durchdacht konstruierte kleine Fahrtenkatamaran, die reine Geschwindigkeit gegen geringen Tiefgang, gute Sicht und aktive Mitwirkung des Eigners eintauscht. Ihre Schwert- und Ruderanlagen sind wirklich clever, und die Aufteilung nutzt eine kompakte Plattform optimal aus. Die schmalen Seitendecks und Benzin-Außenborder sind die größten Kritikpunkte.
Vorteile
- Flachwasser-Eignung mit aufgeholtem Schwert: effektives Segeln ab 30 Zoll Wassertiefe
- Helliger, offener Innenraum mit Stehhöhe und Panoramablick
- Eigner-gesteuerte Individualisierung von der Resin bis zum Finish
- Aufholbares Schwert und aufholbare Ruder schützen die Rümpfe
Nachteile
- Dünne Seitendecks
- Benzin-Außenborder: entflammbar, kürzere Lebensdauer, kein Warmwasser
- Begrenzte Segelfläche bei leichtem Wind; der Antrieb ist nicht die Stärke des Bootes




