Design und Konstruktion
Tief im Wasser liegend und in einem leuchtenden Rot lackiert, präsentiert sich die 9.7 mit einer Cockpit in Anthrazit oder Silber, einem Teakdeck und einem hauchdünnen Lackschicht auf dem Kajütaufbau – ein silberner Streifen auf diesem Deck vermittelt nach Molinos eigenen Worten die Illusion von Scheinwerfern im Vorschiff. Im Vergleich zu früheren Modellen sind die Sülls und der Kajütaufbau von massivem Mahagoni auf furnierter Verbundstoff-Konstruktion umgestellt worden, wobei das Topdeck weiterhin aus hochglanzpoliertem dunklem Mahagoni und GFK kombiniert mit 8,0 mm Teak besteht. Die Rümpfe und Decks bestehen aus handaufgelegtem, harzinfundiertem GFK und Schaumsandwich, fertiggestellt in Vinylester-Lackierung. Die schlanken Proportionen ruhen auf einem modernen Rumpf, der Gleitfähigkeit und Stabilität vor Anker bietet. Mit einer Breite von 2,99 m und einer Leerverdrängung von nur 2.300 kg erstreckt sich die maximale Breite des Rumpfes weit nach achtern in einen eleganten Heckspiegel mit flachem Heckauschnitt und einer Backskiste. (1)
Rigg und Handhabung
Die 9.7 verfügt über ein 7/8-Rigg mit einem hohen, verjüngten Mast, Achterstag und zwei Salingen – das Testboot war mit einem Axxon-Carbonmast mit einer selbstwendenden Solent-Fock (mit gefahrenem Fuß) und regattageeigneten North Sails 3Di-Kompositsegeln ausgestattet. Ein aerodynamisches Decks-Layout sorgt dafür, dass alle Leinen für die Segelbedienung in die Plicht führen und in Kanälen unter dem Deck verdeckt sind; die Karver KJ-Jammers verschwinden unter einem falschen Kajütaufbau und lassen sich fernsteuern. Die Fockschotwinschen sind innen an Bullaugenklampen montiert, die von der Pinne aus erreichbar sind, und separate Vorwinschen bedienen den asymmetrischen Spinnaker über einen Carbon-Bugspriet. Die Großschot läuft auf einer durchgehenden Schlaufe ohne Ende, die am Cockpitboden befestigt ist, während eine Feintrimm-Schot einen Traveller am Heck bedient. Tester auf boatsales.com.au fanden, dass die Plicht sich hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew eignet, da alle Bedienelemente leicht erreichbar sind, und die Pinne bei leichtem Wind extrem direkt anspricht. Der 15 PS starke Diesel-Saildrive trieb den leichten Rumpf mit ordentlichem Tempo an und kam rückwärts nach einer halben Bootslänge zum Stehen. (2)
Leistung unter Segeln
Trotz des Konzepts als Tageboot ist die 9.7 sowohl für das Einhandsegeln bei Clubregatten als auch mit einer größeren Crew auf Langstrecken so schnell wie möglich konzipiert. Bei 10 bis 12 Knoten Wind liegt die Geschwindigkeit am Wind zwischen 6 und 7 Knoten; geben Sie etwas Schot, beschleunigt das Boot auf über 9 Knoten mit einem angenehmen Gleitgefühl. Die große Breite dient dazu, die benetzte Fläche des flacheren, hinteren Gleitrumpfes zu minimieren. Unter Fock und Großsegel sprang der Rumpf schon bei leichtem Wind leicht an und ging ins Gleiten über. Die zurückgepfeilten Stagen begrenzen, wie tief der Baum nach Luv gefahren werden kann, sodass das Boot auf raumen Kursen lieber läuft als vor dem Wind fährt.
Unterbringung
Unter Deck gelangt man über entfernbare Schotten und ein Schiebeluken-Dach oder eine zweiteilige Niedergangsluke auf Gasdruckfedern. Der minimalistische Innenraum verwendet ausgewählte Hölzer und Mahagoni-Finishes. Unter dem Cockpitboden befinden sich zwei Kojen oder Segelschränke, zwei Loungesessel, eine geteilte Pantry mit Herd an Backbord und Spüle an Steuerbord sowie eine V-Koje im Vorschiff – insgesamt vier Kojen inklusive der Salonsofas. Es gibt keine Rumpffenster; Licht fällt durch eine vordere Luke und den großen Niedergang. Die Stehhöhe beträgt nur 1,34 m, und die serienmäßige Chemietoilette ist sehr einfach gehalten, obwohl ein Komfortpaket eine Spüle und einen Herd hinzufügt. Der tiefe Kiel der vertikal hebbaren Version beeinträchtigt die Wohnlichkeit erheblich; das Boot ist eher für ein oder zwei Nächte als für längeres Wohnen auf dem Wasser geeignet.
Bekannte Schwachstellen
Das niedrige Freibord und das Fehlen von Schutzleinen bereiteten einem Rezensenten beim Betreten des Bootes etwas Sorgen, und die Stehhöhe unter Deck ist durch die Konstruktion begrenzt. Die Hub- und Schwenkkiel werden manuell bedient, und das Trockenfallen mit aufgeholtem Kiel bei 1,22 m Wassertiefe erfordert Kraft in den Beinen – eine delikate Übung. Da es keinen Bugrolle gibt, eignet sich das Boot eher für einen leichten Anker mit Tauwerk als für schwereres Ankergeschirr.
Das Fazit
Die Tofinou 9.7 destilliert die zeitlose Silhouette der Marke zu einem wirklich schnellen, leicht zu handhabenden modernen Daysailer mit automobilähnlicher Decksergonomie und einem überraschend gut gleitfähigen Rumpf. Sie ist in erster Linie ein Boot für Küsten- und Hafenreviere, das Wohnraum an Bord gegen Eleganz und Geschwindigkeit mit kleiner Crew eintauscht.
Vorteile
- Schlanke, moderne Rümpfe, die mit minimalem Crewaufwand gleiten und gleiten
- Verdeckte, ferngesteuerte Decksleinen und eine Selbstwendefock erleichtern das Handling
- Drei Kieloptionen (fest, Schwenkkiel, Hubkiel) für Flexibilität beim Tiefgang
- Markantes Design in Vermillion und Teak mit Gewichtseinsparung durch den kompositen Kajütaufbau
Nachteile
- Eingeschränkte Stehhöhe von nur 1,34 m und minimale Pantry/Kojeinrichtungen
- Niedriges Freibord und absichtlich kein Schutzdraht
- Manuelle Kielbedienung; keine Bugrolle für anspruchsvolles Ankern


