Design und Konstruktion
Corsair baute die 970 in einer einzigen Fabrik in Vietnam unter Anwendung sorgfältiger Bauverfahren wie dem Vakuuminjektionsverfahren. Zeitgenössische Rezensenten bewerteten die Verarbeitungsqualität als sehr gut – besser als die in Kalifornien gebauten Modelle der 31er-Serie aus derselben vietnamesischen Werft. Das Unternehmen unterstützt die Struktur mit einer fünfjährigen Garantie und übernimmt die Herstellergarantien für die installierte Ausrüstung. Rumpf und Deck bestehen aus GFK mit einem PVC-Schaumkern. Die Klappmechanismen, mit denen sich die Flügel (Amas) für den Transport auf dem Trailer einziehen lassen, wurden aus früheren Versionen übernommen und weiter verfeinert, anstatt neu erfunden zu werden. Bemerkenswert ist, dass Corsair mehr Innenausbau in der Kabine hinzufügte und das Gewicht gleich hoch wie bei der 31 hielt – ein Trick, der sich in der Wohnlichkeit bemerkbar macht, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 970 tauscht die Foils der 31 gegen deutlich dünne Profile mit hoher Streckung ein, die für Geschwindigkeiten im einstelligen Zehnernbereich und darüber optimiert sind. Das Boot erreicht regelmäßig zweistellige Geschwindigkeiten und zeigt deutlich, wie sich mehr als 20 Knoten Wind mit einem höher gestreckten Foil anfühlen. Bei leichtem Wind erzielten Segler, die mit einer Screacher-Jolle bei 8 bis 10 Knoten Wind segelten, 6,6 Knoten knapp oberhalb von 60 Grad scheinbarer Windrichtung, bevor sie auf 7,6 Knoten kamen. Eigner berichten, dass das Großsegel zusätzliche 15 Grad mehr Leistung am Wind bringt. Mit einem 44,95 Fuß hohen Mast und einem 7/8-Slup-Rigg auf einem 31,82 Fuß langen Trimaran sorgen der zusätzliche Auftrieb und die längeren Amas dafür, dass das Boot dort aufrecht und stabil bleibt, wo der Vorgänger bereits rank gewesen wäre. (1)
Unterbringung
Die 970 bietet geschickt Platz sowohl für eine Achterkabine als auch für ein Layout mit Achtercockpit, und die Kabine gewinnt im Vergleich zur 31 an Stehhöhe. Ein Rezensent lobte in der Zeitschrift Cruising World zwei sehr bequeme Parkbänke in der Plicht – eine Aufteilung, die die große Breite in nutzbaren Lounge- und Steuerbereich verwandelt, anstatt sie als nackten Trampolinbereich zu belassen. Die über der 31 gewonnene Stehhöhe in der Kabine und die Kombination mit dem Achtercockpit verleihen dem Boot ein echtes Wochenend-Gefühl bei Törns, während gleichzeitig der Bewegungsspielraum auf den Trampolinen erhalten bleibt, den nur ein Trimaran bietet.
Antrieb und Trailerung
Die 970 bietet keine Einbaumaschine an; das getestete Boot war mit einem Yamaha-Außenborder mit 9,9 PS am Spiegel ausgestattet, der über eine Ruderpinne gesteuert wird und über Fernbedienungen im Cockpit verfügt – es gibt also keine Option für einen Innenborder. Dadurch bleibt der Rumpf einfach und das Gewicht gering. Die Amas lassen sich zum Trailern einholen, und mit aufgeholtem Steckschwert kann das Boot in einem Fuß und einer halben Wasserhöhe stehen, am Strand geparkt oder in einer kleinen Lagune festgemacht werden – eine Flexibilität, die kein Einrumpfboot in dieser Größenklasse erreichen kann. (1)
Das Fazit
Die Cruze 970 ist eine durchdachte Weiterentwicklung der Corsair 31, die etwas von der Sanftmut des alten Bootes bei niedrigen Geschwindigkeiten gegen eine steifere, schnellere und wohnlichere Plattform eintauscht. Die längeren Beine und das zusätzliche Auftriebsmoment machen sie schneller stabiler und vor Anker komfortabler, während der übernommene Klappmechanismus das Trailern unkompliziert macht. Die Bauqualität und das Garantiepaket zeigen, dass Corsair den Neuentwurf ernst genommen hat.
Vorteile
- 20 Prozent mehr Auftrieb und längere Amas als beim 31 für eine stabilere Plattform
- Flossen mit hoher Streckung und Leichtwindleistung im einstelligen bis mittleren zweistelligen Knotenbereich
- Achterkabine plus Achtercockpit mit zusätzlicher Stehhöhe und komfortablen Cockpitsitzen
- Klappbare Amas, strandtauglicher Rumpf und geringer Tiefgang für den Zugang zu Lagunen
- Fünfjährige strukturelle Garantie und verbesserte Bauqualität aus Vietnam
Nachteile
- Keine Option für einen Innenborder; Antrieb ist vollständig auf den Außenborder angewiesen
- Dünne High-Aspect-Anhängeprofile, die eher auf Geschwindigkeit als auf gutmütiges Handling bei niedrigen Geschwindigkeiten optimiert sind






