Design und Konstruktion
Die Snowgoose 35 ist ein Mehrrumpfboot mit einem massiven GFK-Rumpf und -Deck – eine Bauweise, die die Wartung außerhalb der Segelsaison vor Anker auf ein Minimum beschränkt. Mit einer Breite von 15 Fuß bei einer Länge von 35 Fuß sorgt ihr Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,35 dafür, dass sie schlanker ist als 90 Prozent vergleichbarer Katamarane. Dieser Wert erklärt auch die Beobachtung vieler Eigner, dass das Festmachen in der Welle mit viel Breite sich weniger stabil anfühlt als bei den breiteren Entwürfen heutiger Tage. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 132 ordnet sie zu den „leichten Regattayachten“ ein, was in einer Typbeschreibung als präziser Durchschnittswert für diese Kategorie bezeichnet wird. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei etwa 4,5 Tonnen. Der Tiefgang variiert je nach Beladung zwischen rund 2,75 und 3 Fuß. Die Ruderschrauben trugen ursprünglich eine mechanische Verbindungsstange außerhalb des Spiegels – ein Detail, das ein langjähriger Eigner lieber im Rumpfinneren gesehen hätte. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg mit einem nach achtern versetzten Mast hält die einzelnen Segel handlich klein, und beide Vorsegel laufen auf Rollanlagen, wobei alle Trimmleinen zum Pinnen im Cockpit geführt sind. Dieses Layout ist ein großer Grund dafür, warum Eigner das Boot als leicht einhand zu segeln beschreiben. Unter Segeln ist sie schnell: Ein Eigner verzeichnete eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 Knoten im Wellenschlag bei etwa 28 Knoten Wind und berichtete von 9,5 Knoten vor dem Wind mit einem symmetrischen Spinnaker, während normales Segeln mit Spinnaker bei etwa 6 bis 8 Knoten liegt. Auf Halbwindkurs bei 16 Knoten Wind erreichte sie 7,5 Knoten, und vor dem Wind lag sie bei fast 8 Knoten bei 20 Knoten wahrem Wind mit ausgerollter Genua und Stagsegel. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Törns liegen zwischen 5,5 und 6,5 Knoten. Die große Genua ist eine Einschränkung – das Einrollen bei stärkerem Wind verschlechtert die Form und den Höhepunkt am Wind, und nach dem Drei-Reff-Vorfall wird der Wendewinkel so groß, dass das Boot an Fahrt verliert. Die Durchfahrtshöhe unter dem Brückendeck ist ansonsten kein Problem, außer beim Aufkreuzen in die Wellen; in zwei Meter hohen Seen kann das Boot etwas unruhig werden. (2)
Unterbringung
Eigner beschreiben sie als klein genug, um beim Arbeiten an Bord Vertrauen zu wecken, und groß genug für ein komfortables Leben an Bord vor Anker. Die Standardaufteilung bietet Schlafplätze für sechs Personen, mit einer geräumigen Pantry und einer Nasszelle, die als überdimensioniert beschrieben wird. Der Salon bietet zwei Bänke, und die besten Sichtverhältnisse hat man von innen aus dem Salon oder der Eignerkoje aus, nicht aus der Plicht. Die Achterkabinen sind der Schwachpunkt: Ein Eigner bezeichnet sie als engen Raum ohne Stehhöhe in der Koje, obwohl einige Boote später zu Kabinenversionen umgebaut wurden. Die niedrige Plicht selbst sorgt im Hafen für mangelnde Sichtverhältnisse. (2)
Bekannte Schwachstellen und Refits
Die häufigsten Kritikpunkte der Eigner betreffen die Sicht und die Schlafplätze im Achterschiff. Die Plicht liegt sehr tief im Rumpf, was laut einem Eigner die allgemeine Sicht einschränkt und den Salon oder die Eignerkoje zu den besseren Beobachtungspunkten macht. Die Achterkojen fehlen die Stehhöhe und dienen eher als Kriechkästen. Auf der mechanischen Seite sorgt ein steuerbarer Sillette-Antriebsstrang in Kombination mit einem Yanmar 3GM30 – auf mindestens einem Boot in einer extrem engen Motorraumgeometrie untergebracht – für überraschende Manövrierbarkeit und eine Marschgeschwindigkeit von 6 Knoten, die sich bei perfekten Bedingungen auf fast 7,5 Knoten steigern lässt. Ein nachträglich installiertes Rollfocksystem ist bei einigen Booten vorhanden. Die äußere Ruderscharnierstange ist ein weiterer Punkt, den ein Eigner gerne im Spiegelinneren positionieren würde.
Das Fazit
Die Snowgoose 35 ist eine schlanke Fahrtenyacht mit geringer Verdrängung, die Einfachheit beim Einhandsegeln belohnt und unter Segeln weit mehr Leistung bietet, als man ihrer Länge nach erwarten würde. Sie erfordert jedoch Kompromisse bei der Sicht im Cockpit und dem Komfort der Achterkabine, die spätere, breitere Katamarane behoben haben.
Vorteile
- Slankere Rumpfform als die meisten Katamarane dieser Art, leicht einhand oder mit kleiner Crew zu handhaben
- pflegeleichte, massive GFK-Konstruktion
- Schnell auf den meisten Kursen zum Wind mit moderaten Riggbelastungen
- Geräumige Pantry und großzügiges Bad für die Bootslänge
Nachteile
- Das Cockpit sitzt tief und bietet nur mäßige Rundumsicht
- Die Achterkojen sind enge Kriechräume ohne Stehhöhe
- Die große Rollgenua schadet der Leistung am Wind bei stärkerem Wind





