Design und Konstruktion
Der Katamaran von Johnson basiert auf einem zentralen Pod-Abschnitt, den der Designer als Deltapod beschreibt. Dieses Element soll stets untergetaucht sein, um die Wellen zu brechen, die zwischen den beiden Hauptrümpfen hindurchgehen. Das Heckwasser dieses Pods sorgt dafür, dass das Brückendeck höher über dem Wasser liegt, während gleichzeitig das Unbehagen durch Wellenschlag minimiert wird. Neben der Eindämmung des Seegangs ermöglicht der Pod es, den Boden der Hauptsalons tiefer anzusetzen, als es ein flaches Brückendeck ohne Einbußen bei der Stehhöhe zuließe – was einen echten Platzgewinn unter Deck bedeutet. Das Boot ist mit zwei kleinen Kielen für einen Tiefgang von nur 2 Fuß 6 Zoll ausgestattet. Mit einer Verdrängung von rund 11.000 bis 12.500 Pfund und einer Breite von 15 Fuß ist der Packet Cat 35 eine breite Plattform mit geringem Tiefgang, deren D/L-Verhältnis von 165 sie eher als schweren, volumenorientierten Fahrtenkreuzer denn als leichten Flitzer kennzeichnet. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist eine Masttoppslup-Variante, bei der der Mast nach achtern verlegt wurde, um das Vorsegeldreieck zu vergrößern und das Großsegel zu verkleinern. Dadurch bleibt die große Segelfläche im Vorschiff, wo eine am Bugspriet montierte Genua auf einer Plattformverlängerung steht. Das Vorsegeldreieck selbst ist nicht im klassischen Sinne ein Masttopp-Rigg, und das Großsegel hat eine Achterliek, die sich über das Achterstag erstreckt – ein Detail, das das Lazy-Jacken erschwert, aber die Segelfläche begünstigt. Alle Trimmleinen laufen nach achtern in die Plicht entlang des Kajütaufbaus, und die Schotwinschen sind an der Heckklufe ausgerichtet, sodass eine kleine Crew das Boot geschützt bedienen kann. Unter Motor führten die beiden 27 PS starken, zweikreisgekühlten Dieselmotoren laut dem Rezensenten von boats.com zu einer geschätzten Höchstgeschwindigkeit von fast neun Knoten und möglicherweise zehn Knoten. Das SA/D-Verhältnis von 19,1 ist bescheiden, was bestätigt, dass es sich um eine solide Fahrtenyacht und keinen Leichtwind-Sprinter handelt. (1)
Unterbringung
Komfort und Platz sind die ausgesprochenen Prioritäten, und das Layout bietet zwei fast gleich große Kabinen für zwei Paare. Die Backbordkabine ist durch eine eigene Nasszelle abgetrennt, um Privatsphäre zu gewährleisten, während die Steuerbordkabine direkt an ihrer eigenen Nasszelle angrenzt, die beide über eine Duschkabine verfügen. Die Pantry ist geräumig mit einer großen Kühlbox und einem Servierfenster, um Mahlzeiten in die Plicht zu reichen. Der Esstisch lässt sich gegen das Steuerbordschott klappen, um den Salon frei zu machen. Außen ist die sehr große Plicht von den Heckaufgangsplattformen auf beiden Rümpfen bis auf Verandahöhe und durch ein offenes Süll zugänglich, während das flache Vordeck einen breiten Sonnenbereich bietet.
Das Fazit
Die Packet Cat 35 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenkatamaran-Klasse, die pure Leistung gegen Volumen, geringen Tiefgang und ein weiches Seeverhalten eintauscht. Der Deltapod ist eine echte Konstruktionslösung gegen das Stampfen des Brückendecks, und der Zwillingskiel mit einem Tiefgang von 2 Fuß 6 Zoll öffnet Reviere, die für tiefere Katamarane unerreichbar sind. Die Unterbringung ist für zwei Paare ausgewogen, und der Decksplan hält das Segeln aus der Plicht gut im Griff. Das Mast-Aft-Rigg mit überlappendem Achterliek und einem nicht auf dem Mast stehenden Vorsegeldreieck ist ungewöhnlich und erfordert sorgfältige Segelhandhabung. Das moderate SA/D-Verhältnis bedeutet zudem, dass sich das Boot bei leichtem Wind nur langsam vorankommt.
Vorteile
- Deltapod reduziert die Wellenbelastung und schafft zusätzlichen Innenraum
- Geringer Tiefgang von nur 2'6" mit Zwillingskiel für einfaches Anlegen
- Ausgewogene Aufteilung für zwei Paare mit privaten und angrenzenden Nasszellen
- Zwei 27 PS Dieselmotoren für gute Geschwindigkeit im Hilfsantrieb
Nachteile
- Niedriges SA/D-Verhältnis begrenzt die Segelleistung bei leichtem Wind
- Das über das Achterstag überlappende Achterliek des Großsegels erschwert die Handhabung des Riggs





