Design und Konstruktion
Die 386 ist mit einem massiven GFK-Rumpf ausgestattet, der einen Flossenkiel und ein Skeg-aufgehängtes Ruder trägt. Sie verfügt über einen Bleiballast von 7.000 Pfund bei einer Verdrängung von rund 16.900 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 41 Prozent. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis von 3,32 und eine benetzte Fläche von etwa 387 Quadratfuß ordnen sie fest im Bereich der Fahrtenyachten mit moderatem Volumen ein, fernab des schlanken Regattasegments. Die Werft beschrieb das Überwasserschiff als eher traditionell geprägt, und der Rumpf selbst ist aus GFK gefertigt. Mit einer Länge über alles von 38 Fuß 3 Zoll, einer Breite von 11,5 Fuß und einem Flossenkiel, dessen Tiefgang je nach Beladung zwischen 5,5 und 5,8 Fuß liegt, ist sie ein Boot, das sich noch in den meisten Marinas bequem unterbringen lässt, während es gleichzeitig die Steifigkeit und den Verdrängungsverhältnis von 1.203 Pfund pro Zoll bietet, die ein schwerer Fahrtenrumpf erfordert. (2)
Rigg und Handhabung
Was die 386 von der damaligen Standard-Fahrtenyacht unterscheidet, ist das hohe Kutterrigg, das die Werft speziell für bessere Leichtwindleistung ausstattete. Der Segelplan bietet eine Fläche von 684 Quadratfuß bei einer Kutter-Konfiguration, und die Werft versicherte, dass das Boot dank des verbesserten Jiffy-Reffens sowohl am Großsegel als auch an den Focken von zwei Personen bedient werden kann. Die Maße des stehenden und laufenden Guts bestätigen dies als durchaus modernes Fahrtenrigg aus den frühen 1980er Jahren: Die Fallen für Großsegel, Genua und Spinnaker sind alle mit einem Durchmesser von 105 Fuß ausgeführt, während Schoten und die Großschot mit 14 mm dimensioniert sind und die Spinnakerschot auf 84 Fuß reicht. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von fast 16,6 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von über 279 wurde die 386 gebaut, um sich in Bedingungen, in denen schwerere ältere Fahrtenyachten ans Limit kommen, schnell und agil zu fühlen – und die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten passt perfekt zur Form der Verdrängerrümpfe. (1)
Unterbringung
Unter Deck folgt die 386 der bewährten Aufteilung für Heckcockpit-Entwürfe dieser Größe – ein Innenraum, den die Werft als immun gegen Modetrends aus dem Showroom beschrieb, die sich auf See schnell als unpraktisch erweisen. Dieses konservative Layout wird mit einem wirklich modernen Touch kombiniert: Eine separate Duschkabine, die ohne nasses Umfeld genutzt werden kann – ein Detail, das eher auf echten Fahrtenkomfort als auf kosmetischen Anspruch schließen lässt. Viel Stauraum sorgt dafür, dass ein ordentliches Erscheinungsbild leicht zu wahren ist, und der L-förmige Deckel der Kühlbox war eine bewusste Verbesserung, um auch die entlegensten Ecken der Box zu erreichen. Diese Mischung ist genau das, was Shaws langes Engagement bei Pearson zu liefern pflegte – Klassiker, die dort modernisiert wurden, wo es zählt. (1)
Das Fazit
Die Pearson 386 ist eine zweijährige Produktions-Fahrtenyacht, die über den Ruf ihrer Konkurrenten als komfortabel, aber langsam hinauswächst. Sie trägt ein hohes Kutterrigg und einen agilen Flossenkiel unter traditionellen Bordlinien. Ihre Unterbringung ist praktisch und ohne Schnickschnack, konzipiert um eine separate Dusche und viel Stauraum statt um Mode. Für ein Paar oder eine kleine Familie, die eine solide GFK-Fahrtenyacht aus den frühen Achtzigern mit echtem Segelleben suchen, bleibt sie eine durchdachte Wahl.
Vorteile
- Das hohe Kutterrigg sorgt für eine Leichtwindleistung, die für eine Fahrtenyacht dieser Größe ungewöhnlich ist
- Agiles, manövrierfähiges Unterwasserschiff mit Flossenkiel und Skeg-Ruder
- Getrenntes Duschhäuschen und reichlich Stauraum im zeitlosen Layout mit Achtercockpit
- Solider GFK-Rumpf mit 41 Prozent Ballastanteil und einem gut handhabbaren Tiefgang von 5,5 Fuß
Nachteile
- Die zweijährige Produktionszeit begrenzt die Flottengröße und erschwert den Ersatzteil-Einsatz
- Traditionelle Linien über der Wasserlinie opfern etwas modernes Innenraumvolumen zugunsten eines klassischen Profils










