Design und Konstruktion
Enderleins Rumpf kombiniert die traditionelle Langkiel-Form mit dem modernen Flossenkiel-Typ, gepaart mit einem separaten Skeg und Ruder. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK gefertigt, und der Kiel ist als eingegossener Gusseisenballast in einer tiefen Bilge einlaminiert – eine Konfiguration, die die 8.160 Pfund Ballast tief platziert, ohne externe Kielbolzen zu erfordern. Auch das Deck besteht aus GFK, und die Verarbeitung im gesamten Boot spiegelt traditionelle Handwerkskunst wider, wobei der Innenraum als Meisterwerk aus Mahagoni und Teak ausgeführt ist. Das hohe Freibord bei geringer Aufbautenhöhe sorgt für viel Volumen unter Deck und ein großes Deck. Mit einer Länge über alles von 38 Fuß bei einer Wasserlinienlänge von 31' 2" und einer Breite von 11' 5", sowie einer Verdrängung von 18.740 Pfund, gehört die 38 nach Verdrängungs-Längen-Maßstab zu den schweren Fahrtenyachten. (1)
Rigg und Seeverhalten
Als Masttoppslup trägt die 38 eine Segelfläche von 651 Quadratfuß mit der Fock und 76,8 m² mit der Genua auf einem Mast, der 14,0 m über dem Wasser aufragt. Die Angabe des Herstellers, das Boot sei unter allen Bedingungen perfekt ausbalanciert, wird durch ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 % und eine Komfort-Ratio im Bereich von 33,8 bis 39,7 gestützt. Unter Motor schiebt der Volvo Penta MD 21 — ein 55 PS starker Vierzylinder-Diesel mit Direktantrieb — den Rumpf auf eine erzielte Geschwindigkeit von 8,3 Knoten, was über die theoretische Verdrängungsgeschwindigkeit von 7,5 Knoten für ein Boot dieser Länge hinausgeht. Die benetzte Fläche von rund 398 Quadratfuß und ein Immersionsverhältnis von etwa 1.240 Pfund pro Zoll zeugen von einem soliden, schweren Rumpf.
Unterbringung
Der Innenraum ist gut aufgeteilt und in Mahagoni ausgeführt, mit einer Stehhöhe im Salon von 6' 1", die Rezensionsquellen als überdurchschnittlich für diese Klasse beschreiben. Das Boot bietet zwei Kabinen und sieben Kojen, eine Pantry und eine Nasszelle. Ein hohes Freibord und das niedrige Profil des Kajütaufbaus sorgen für das Volumen unter Deck, während der Hersteller auf reichlich Stauraum für Vorräte und persönliche Gegenstände sowie eine große Wassertankkapazität von 400 Litern hinweist. Die 38 hat die Verdrängung und das Volumen, um alles zu transportieren, was eine mittelgroße Crew für Seepassagen benötigt – ein Punkt, den die Werft bei der Beschreibung des Konstruktionszwecks ausdrücklich betont.
Refits und Eignerschaft
Mit 202 Booten, die zwischen 1977 und 1986 gebaut wurden, stellt die HR 38 (wie sie auch bekannt ist) eine eigenständige Generation im Produktionsprogramm der Werft aus der Enderlein-Ära dar. Eigner, die ein Exemplar erwerben, erhalten einen GFK-Rumpf und einen einlaminierten Eisenkiel, was Inspektion und Reparatur im Vergleich zu Sandwichstrukturen vereinfacht. Der traditionelle Innenraum aus Mahagoni und Teak belohnt sorgfältige Pflege, ist ansonsten jedoch ein bekanntes, stabiles Gut unter Fahrtenseglern.
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 38 ist eine zweckmäßige Enderlein-Fahrtenyacht, die reine Geschwindigkeit gegen ein seegütiges Verhalten, viel Volumen und traditionelle Holzarbeiten eintauscht. Ihr eingegossener Eisenkiel und der solide Rumpf sind pflegeleicht; die 55 PS Volvo Penta bieten einen nützlichen Leistungsspielraum. Käufer sollten sich jedoch mit der schweren Verdrängung auseinandersetzen und den Segelsatz entsprechend planen.
Vorteile
- Erste Hallberg-Rassy mit blauer Rumpflinie; klare Markenlinie
- Solider GFK-Rumpf mit eingegossenem Eisenballast im tiefen Bilgenbereich
- Gut aufgeteiltes Interieur aus Mahagoni und Teak mit 1,85 m Stehhöhe im Salon
- Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 % und Komfortwerte für den Hochseeeinsatz
- Wasserkapazität von 400 l und Dieselkapazität von 350 l für lange Passagen
Nachteile
- Das hohe Verdrängungs-Längen-Verhältnis eines schweren Fahrtenyachts begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind
- Nur wenige hundert gebaut; eine geschlossene, ältere Generation mit Systemen aus der damaligen Zeit








