Design und Konstruktion
Der zentrale Rumpf der 52 verfügt nun über eine tiefere Rocker-Kurve oder Unterwasserrundung für verbesserte Agilität beim Manövrieren auf engem Raum, und seine vorderen Sektionen nutzen einen sehr flachen Vorfuß im Vergleich zum alten Modell zur Verbesserung der Manövrierbarkeit. Die Rümpfe kombinieren einen zentralen „Rocker“-Rumpf, der das Wenden und Manövrieren im Hafen erleichtert, mit aerodynamischen Flutern, die Stabilität bieten und ein Stampfen verhindern. Die Konstruktion ist im Vakuuminfusionsverfahren als Sandwichkern mit Schaumstoff statt Balsa ausgeführt, mit triaxialen Glasfaserverstärkungen in stark belasteten Bereichen. Neels markantes technisches Deck im vollen Schiffsbau befindet sich am Heck des Bootes und bietet weiterhin einen gut durchdachten und praktischen Bereich für Wartungsarbeiten. Der einzelne 110-PS-Yanmar-Diesel sitzt im Hauptrumpf, weshalb ein Bugstrahlruder serienmäßig verbaut ist; ein Heckstrahlruder wird als Option angeboten, um das Anlegen im Mittelmeer zu erleichtern. (1)
Rigg und Handhabung
Eigner entscheiden sich für einen Carbon- oder Aluminiummast, der ein großes Square-Top-Großsegel trägt. Mit fast 1.800 Quadratfuß Gesamtsegelfläche am Wind und einem Tiefgang von 6 Fuß 3 Zoll läuft das Boot hervorragend Höhe. Der Standard-Segelplan umfasst ein Square-Top-Großsegel, ein leicht überlappendes Vorsegel mit etwa 120 % Overlap und ein Stagsegel. Getrennte Vorliek- und Achterliek-Pennants für alle drei Großsegel-Reffs helfen dabei, die Segel schnell zu bergen. Die Steuerung erfolgt über Dyneema-Kabel, was für eine direktere Rückmeldung sorgt als bei vielen Alternativen. In einer Testreihe im Magazin SAIL segelten die Tester bei einer Bootsgeschwindigkeit von 11 Knoten mit Code Zero bei 14 Knoten wahrem Wind komfortabel auf Halbwindkurs und hielten selbst bei 9 Knoten Wind und 40 Grad scheinbarer Windstärke aufrecht. Das Luv-Ama hebt sich schon bei leichtem Wind an, um die benetzte Fläche zu reduzieren, und das Boot bleibt stabil und aufrecht – ganz anders als ein krängender Einrumpfer. Yachting World stellte fest, dass das Boot hoch am Wind bei 8–10 Knoten wahrem Wind konstant etwas mehr als sieben Knoten Geschwindigkeit bei 60°–65° TWA erreichte, mit nur sehr geringer Krängung. Die meisten Segelhandlungen, mit Ausnahme von Spinnakern und dem Rollen des Vorsegels, können einhand vom Steuerrad aus erledigt werden. (2)
Unterbringung
Der Wohnbereich liegt auf einer Ebene, ist hochgradig ergonomisch und im völlig offenen Layout gestaltet, mit außergewöhnlich viel Licht und einem atemberaubenden Panoramablick aus dem riesigen Salon. Die breite Öffnung des Cockloons verbindet Cockpit und Salon, während das Full Beam Cockpit eine neu angeordnete Sitzreihe für unterschiedliche Ausblicke bietet. Die gerade Dinette erstreckt sich über die gesamte Backbordseite und bietet bei geöffneten Türen Platz für 12 Personen; an Steuerbord befindet sich ein riesiger Loungebereich. Eine halbe Flybridge über dem Hardtop beherbergt Sonnenliegen für bis zu acht Personen neben dem Steuerstand. Die neu konfigurierte Eignersuite nimmt einen Teil des Brückendecks ein und kann den gesamten Steuerbord-Ama umfassen, was im Vergleich zur 51 immens mehr Platz bietet und Fenster zum Salon hin aufweist. Alle Layouts verfügen über eine große Pantry im Vorschiff mit 17 Schränken und einer schlanken Geschirrspülmaschine. Käufer können zwischen drei bis sechs Kabinen sowie zwei Crewkabinen wählen, die in den Achterämern untergebracht werden.
Bekannte Schwachstellen
Von der erhöhten Radsteuerung an dem Steuerbordschott aus kann die Sicht auf das gegenüberliegende Bugspriet etwas eingeschränkt sein, obwohl die Sicht nach vorn und achtern im Großen und Ganzen gut ist und die Anlegeleinen an Steuerbord hervorragend zu sehen sind. Yachting World wies darauf hin, dass es an Steuerbord bei der Wende einen großen toten Winkel gibt, da man vier Stufen hinabsteigen muss, um unter die Fock zu schauen. Ein Fensterpfosten stört die Sicht auf die Navigationsecke, und es gibt oben kein Luk zur Kontrolle des Großsegels. Tester kritisierten viele Leinen am Steuerstand mit unzureichenden Leinenkörben sowie einige harte Kanten im Innenraum und unverkleidete Schrankfronten, die sich im Laufe der Zeit weniger abnutzen als abgerundete Ecken. (1)
Das Fazit
Die Neel 52 verfeinert die Neel-Formel mit einem leichteren, schlankeren Lombard-Rumpf, einem weitaus offeneren Gesellschaftsdeck und einer Eignersuite, die endlich das gesamte Steuerbord-Ama nutzt. Sie segelt mit der Gelassenheit eines Einrumpfboots und dem Tempo eines Trimarans, doch die toten Winkel am Ruder und die Leinenführung sind reale Kompromisse beim Fahrtensegeln.
Vorteile
- Der leichtere, schlankere Lombard-Rumpf ersetzt den Neel 51 mit mehr Licht und einer besseren Plicht
- Stabil und aufrecht mit am Wind gefahrenem Achterausleger; hebt sich zum Verkleinern der benetzten Fläche an
- Offener Cockloon und Full Beam Cockpit mit Platz für 12 Personen beim Essen
- Eignersuite erstreckt sich über das Brückendeck und den Steuerbord-Achterausleger mit enormem Raumangebot
- Einhand-Segelbedienung vom Steuerstand aus, außer bei Spinnakern und Vorstag-Furlung
Nachteile
- Steuerbord-Ruder und die Tack-Lücken erfordern einen herabgelassenen Ausguck
- Die Taukisten am Steuerstand sind für das geführte Leinenvolumen unzureichend dimensioniert
- Kein Decksluk an der Navigationsecke für eine bessere Sicht auf das Großsegel
- Einige harte Kanten im Innenraum und der Schrank mit dem Heimfurnier wirken







