Design und Konstruktion
Die SEVENTY 7 schöpft aus einem tiefen Reservoir französischer Mehrrumpf-Expertise. Die Schiffskonstruktion stammt von VPLP Design und Marc Van Peteghem, während das elegante Interieur das Werk von Massimo Gino von der italienischen Werft Nauta Design ist. Das äußere Styling wird Patrick Le Quément zugeschrieben, wie boat.com berichtete. Die Bauausführung lag bei CNB, einer Division von Groupe Beneteau, und laut Multihulls World wurden die Erfahrungen von CNB aus dem Superyacht-Bereich beim Bau des Bootes eingesetzt. Das Ergebnis ist ein Schiff, das die Werft als Paradebeispiel für ihr handwerkliches Können beschreibt und das vollständig individuell anpassbar ist, sodass jeder Wohnbereich persönlich gestaltet werden kann. Das Deck ist von den typischen vertikalen Fenstern von Lagoon umgeben, und eine elektrisch öffnende, breite, verspiegelte Schiebetür aus Glas gibt den Blick auf das riesige Innen- und Hauptdeck frei. (1)
Rigg und Handhabung
Ein 120 Fuß langer Kohlefasermast trägt ein Square-Top-Großsegel, dessen Fuß mehr als 20 Fuß über der Wasserlinie liegt, und ist auf einem Rigg mit drei Salingen angeschlagen, das die Tester als recht gut zu bedienen empfanden. Es werden drei Vorsegel mit hydraulischen Rollanlagen angeboten, und fünf Harken-Winschen bedienen die Arbeitscockpit, in der sich die Steuerstände weit vorn und etwas getrennt voneinander befinden. Unter Segeln erreicht sie auf einem Halbwindkurs bei einer Brise von 20 Knoten 12 Knoten Geschwindigkeit, während unter Motor die ungefähre Reisegeschwindigkeit bei 9,2 Knoten liegt. Als Standardantrieb dienen zwei 180 PS starke Dieselmotoren, obwohl der erste Rumpf mit 230 PS starken John Deere-Motoren auf V-Achsen aufgerüstet wurde. Die Werft geht davon aus, dass das Modell, egal ob privat oder gechartert, stets eine professionelle Crew an Bord haben wird. (1)
Unterbringung
Der Decksaufbau ist großzügig gestaltet. Die achtere Plicht bietet eine Fläche von 430 Quadratfuß mit Platz für 20 Personen, und eine geschwungene Treppe im vorderen Backbordbereich führt zur Flybridge, wo ein GFK-Hardtop den größten Teil der hinteren Lounge und eine optionale Whirlpool-Badewanne schützt, ergänzt durch ein Außenküchenmodul für die Crew. Eine vordere Plicht beherbergt zwei L-förmige Sofakojen. Im Innenraum ist das Hauptsalonzentrum an Backbord um einen Esstisch mit Bank und freistehenden Stühlen für acht Personen herum angeordnet, gegenüber befindet sich eine U-förmige Sitzecke und eine zentrale Bar, die sich um den Mast windet. Ein Innensteuerstand ist mit zwei B&G-Displays ausgestattet. Der vordere Steuerbordbereich ist als private Eignersuite konzipiert. Unter Deck erstreckt sich das Semi-Custom-Unterdeck über drei bis fünf Kabinen plus Crewquartiere; die Backbordrumpfkabinen können zu einem Massagezimmer, Theater, Spielraum oder Konferenzraum umgebaut werden. Die Eignerkabine im vorderen Steuerbordrumpf bietet 377 Quadratfuß mit einer Kingsize-Koje, einem begehbaren Kleiderschrank, einem Schreibtisch, einer Couch und einer Doppelwaschbecken-Badewanne. Zusätzlich verfügt sie über eine klappbare persönliche Veranda von über 30 Quadratfuß und eine verdeckte hydraulische Tür, die auf einen Teakstrand öffnet. Eine Pantry mit Essbereich für die Crew rundet das Bild ab.
Bekannte Schwachstellen
Tester an Bord des ersten Rumpfes stellten fest, dass der Boden aus grauem Eichen-Wenge extrem rutschig war. In dem geprüften Material tauchen keine weiteren Mängel oder strukturellen Probleme auf. (1)
Das Fazit
Die SEVENTY 7 ist eine hervorragende Langstrecken-Fahrtenyacht, die so konzipiert ist, dass jeder an Bord seinen persönlichen Freiraum genießt. Ihre Größe und Individualisierungsmöglichkeiten positionieren sie in einer seltenen Liga: in Serie gebaut, aber mit der Qualität einer Superyacht. Die Kombination aus VPLP-Konstruktion, Nauta-Innenausbau und CNB-Bauweise bietet eine stabile, voluminöse Plattform mit professioneller Infrastruktur für eine Crew. Der einzige kritische Punkt ist ein praktisches Detail beim Debüt-Rumpf, kein systemischer Mangel.
Vorteile
- In Serie gebauter 77-Fuß-Katamaran mit voller Freiheit bei der Semi-Custom-Layout-Planung
- Kohlefaserrigg mit drei Salingen, hydraulischen Rollfockanlagen und hervorragend kontrollierbaren Eigenschaften
- Außergewöhnliche Wohn- und Aufenthaltsmöglichkeiten im privaten und gesellschaftlichen Bereich, einschließlich einer 377 Quadratfuß großen Eignersuite mit Seeblick-Tür
- Hohe Anerkennung im Jahr des Baus durch zahlreiche Auszeichnungen in Asien und Europa
Nachteile
- Auf dem ersten Rumpf wurden rutschige Wengefußböden festgestellt
- Die Werft geht von einer professionellen Crew jederzeit aus, was die Einfachheit für Selbstsegler einschränkt

